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Ein bühnenreifer Sommer(treff)

Vielfältiges Kulturprogramm – kostenlos und unter freiem Himmel vom 9. bis 26. Juli

Er ist zau­ber­haft, mit­un­ter kon­fus, brül­lend ko­misch, manch­mal selt­sam und sku­ril, hat Ru­del­cha­rak­ter und ist da­bei im­mer un­ter­hal­tend: Der "Lem­goer Som­mer­treff" ist seit Jah­ren und Jah­ren eine feste Größe im som­mer­li­chen Ter­min­pla­ner vie­ler Lip­per. Von Diens­tag, 9. bis Frei­tag, 26. Juli ist es wie­der so­weit. Dann wird Lem­gos "­Stei­ner­ner Saal" für drei Wo­chen zum Künst­ler­treff und Be­su­cher­ma­gnet. Eine Bühne un­ter freiem Him­mel, ein kos­ten­lo­ses Kul­tur­pro­gramm für alle Al­ter­sklas­sen – es ist er­staun­lich, dass es im be­reits 33. Jahr der Ver­an­stal­tungs­reihe im­mer wie­der Neues zu se­hen und zu hören gibt. Was Lysann Reh­berg und An­nette Paschke-Leh­mann von Ge­schäfts­be­reich Kul­tur der Stadt wie­der ein­mal an qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gem Pro­gramm aus dem Hut zau­bern, kann sich se­hen las­sen. Drei Mal in der Wo­che geht es im Juli rund auf der großen (neu­en) Markt­platz­büh­ne. Nicht ganz "un­schul­dig" daran ist die "­Som­mer­treff-Fa­mi­lie", wie sie Lem­gos Bür­ger­meis­ter Dr. Rei­ner Aus­ter­mann nennt: "Um­sonst und draußen – das ist nicht selbst­ver­ständ­lich", so Bür­ger­meis­ter Dr. Rei­ner Aus­ter­mann. "Das geht nur Dank der Spon­so­ren, die das Event im­mer wie­der un­ter­stüt­zen und ohne die es nicht zu stem­men wäre." Und eben weil die Un­ter­stüt­zung ü­ber die Jahre gleich­blei­bend groß war, habe sich die Ver­an­stal­tungs­reihe im Laufe der Zeit zu ei­ner ei­ge­nen Marke ent­wi­ckeln kön­nen, die längst weit ü­ber Lem­gos Stadt­gren­zen ge­streut hat, fügt er hin­zu. Auch das Or­ga­ni­sa­to­ren-Team muss je­des Jahr in­ten­sive Vor­ar­beit leis­ten. "­Gute Künst­ler zu fin­den, die in­halt­lich ganz ver­schie­dene Men­schen er­rei­chen, ist schon nicht ganz ein­fach", so Lysann Reh­berg. Und - viele Künst­ler müs­sen schon lange im Vor­feld ge­bucht wer­den. Da hat es sich be­währt, hart­nä­ckig zu blei­ben, so­dass beide Or­ga­ni­sa­to­rin­nen stolz sein kön­nen, die­ses Jahr die be­kannte Schwei­zer Künst­le­rin Gardi Hut­ter, die in­ter­na­tio­nal mit ih­rer poe­ti­schen Clow­ne­rie für Auf­se­hen sorgt, im Pro­gramm zu ha­ben.

Erst­mals gibt es auf der Markt­platz­bühne auch Oper zu er­le­ben: "A­ber an­ders, als man sie sonst so kennt – Ge­sang und klas­si­sche Mu­sik auf Spit­zen­ni­veau ver­bun­den mit der At­mo­s­phäre ei­nes Pop­kon­zerts", er­klärt Lysann Reh­berg. Ge­spielt wird ü­b­ri­gens auch bei Re­gen. Das Pu­bli­kum ist im­mer sehr ent­spannt. Bei Un­wet­ter­war­nun­gen geht es an einen ge­schütz­ten Ort. Für das Kin­der­thea­ter wird das das Ge­mein­de­haus St. Ni­co­lai sein. Das kom­plette Pro­gramm gibt es auch un­ter "ww­w.lem­goer-som­mer­treff.­de". Ein Pro­gramm, das sich (wie­der ein­mal mehr) se­hen las­sen kann: Diens­tag, 9. Ju­li, 20.00 Uhr: Den Rei­gen eröff­nen wird das Duo "­Luna-tic" mit "ON AIR - Funk­sturm mit Olli & Clai­re". Beide ste­hen für Clow­nes­kes Mu­sik­ka­ba­rett. Wei­ter auf Seite 2 Mit ih­rem "Er­leb­nis-Ra­dio", kürz­lich er­stan­den,wird die Bühne wird zum Stu­dio und zwei außer­ge­wöhn­li­che Frauen ma­chen Ra­dio, wie man es noch nie gehört (und ge­se­hen) hat und neh­men live On AIR die Zu(schau­er)hö­rer mit Chan­sons vol­ler Herz und Schmerz auf eine mu­si­ka­li­sche Ex­kur­sion. Frei­tag, 12. Ju­li, 20.00 Uhr: "Long­john" ma­chen Freestyle-Thea­ter. Ti­tel? "­Mann sein, ist echt nicht ein­fach". Wenn man sich beim Staub­sau­gen in einen Cow­boy ver­wan­del­t... So er­geht es Frank, der das Pu­bli­kum dar­auf­hin mit­er­le­ben lässt, wie es ist, mit grim­mi­gem Blick durch knar­zende Sa­loontüren zu ge­hen oder ü­ber die Prärie zu rei­ten. Hier wird das Mann-Sein ana­ly­siert. Als Grund­lage dient dem Köl­ner Künst­ler-Kol­lek­tiv das mit zahl­rei­chen Kli­schees be­haf­tete Genre des Wes­terns. Die Dar­stel­ler wer­den durch Play­back-Stim­men aus Wes­tern-Fil­men in ih­ren Aus­drucks­mög­lich­kei­ten be­grenzt. Et­li­che Filme wur­den dazu ge­sich­tet, Aus­schnitte zu­sam­men­ge­tra­gen und di­gi­tal ver­füg­bar ge­macht. Spiel und So­undtrack las­sen die Bühne zur Ki­no­le­in­wand wer­den. Diens­tag, 16. Ju­li, 20 Uhr "­Die un­er­träg­li­che Leich­tig­keit des Neins" - "­Qui­chot­te", das ist Stand-up Co­medy mit Gi­tar­re. Nein oder nicht nein? Das ist hier die Fra­ge. Nach sei­nem mehr­fach mit Klein­kunst­prei­sen aus­ge­zeich­ne­ten ers­ten So­lo­pro­gramm "­Op­ti­mum fürs Vol­k" be­schäf­tigt Qui­chotte in sei­ner neuen Show die Schwie­rig­keit, sich in ei­ner im­mer kom­ple­xer wer­den­den Welt klar zu po­si­tio­nie­ren. Ge­wohnt selbstiro­nisch und dem Schalk im Nacken im­mer das letzte Wort ge­während ver­bin­det er feinste Stand-up Co­medy mit hu­mo­ris­ti­schen Kurz­ge­schich­ten, berühren­den Ge­dich­ten, na­gel­neuen Songs und ei­nem aus­gie­bi­gen, stets ek­sta­tisch ge­fei­er­ten Freestyle-Rap. Frei­tag, 19. Ju­li, 20 Uhr Die Cou­chies brau­chen keine große Bühne für kon­zer­tante "­Sofa Ses­si­ons­". Die drei Aus­nahme-Swin­ger Hank Wil­lis, Colt Knarre und Couchy Couch brau­chen nur ein So­fa. Eng sit­zen sie mit Gei­ge, Gi­tarre und Kon­tra­bass und las­sen das Pu­bli­kum an ih­rer Nähe teil­ha­ben. In der Mitte Couchy Couch mit ih­rer un­ver­gleich­li­chen Stim­me. Fast ver­ges­sene Schla­ger aus der ers­ten Hälfte des letz­ten Jahr­hun­derts und ei­gene Songs schießen frech bis ver­liebt aus den Sprung­fe­dern. Mit viel Lust am De­tail und frech-fri­vo­ler mu­si­ka­li­scher An­ar­chie spie­len sich Han­nes Schind­ler, Ro­bert Brend­ler und Char­lene Jean durch ihr Pro­gramm, bis das Pu­bli­kum vor Be­geis­te­rung tobt. Diens­tag, 23. Ju­li, 20 Uhr Gardi Hut­ter ver­spricht mit "­Die tap­fere Han­na", poe­ti­sche Clow­ne­rie: Han­na, zer­zaust und ver­spon­nen, hat als Wä­sche­rin kein leich­tes Le­ben. Wi­der­spens­tige Wä­sche­klam­mern, heim­tücki­sche Wä­sche­seile und vor al­lem ein dre­cki­ger und fau­ler Wä­sche­h­au­fen kön­nen nur mit al­ler List be­zwun­gen wer­den. Han­na‘s ein­zi­ger Licht­blick ist ihr Buch ü­ber die Hel­den­ta­ten von Jeanne d‘Arc, das sie in den Ar­beit­s­pau­sen mit Hin­gabe liest. Ohne Zö­gern würde sie ihr ein­sa­mes und müh­sa­mes Le­ben ge­gen Aben­teu­er, Ruhm und Ehre tau­schen. Traum und Wirk­lich­keit ver­mi­schen sich, ver­lie­ren ihre Gren­zen. Der Wasch­zu­ber wird zum Kriegs­schiff, der Wä­sche­h­au­fen zum Kampfross. Man­gels aus­län­di­schen Er­obe­rern er­klärt sie kur­zer­hand ih­rem bit­ters­ten Feind den Krieg: dem "Rie­sen­hau­fen­dre­cki­ger­wä­sche". Frei­tag, 26. Ju­li, 20 Uhr Mit "­The Cast" geht der Som­mer­treff kon­zer­tant zuen­de: "O­per macht Spaß" heißt ihr Pro­gramm. Was pas­siert, wenn sechs Freunde Ri­chard Wag­ners Auf­for­de­rung: "Kin­der, schafft Neu­es!" ernst neh­men? Die jun­gen Vo­ka­lar­tis­ten aus Neu­see­land, Ka­na­da, USA und Deutsch­land prä­sen­tie­ren die klas­si­sche Mu­sik heute wie­der so, wie sie ein­mal war: auf­re­gend, mit­reißend, ein we­nig iro­nisch, er­fri­schend und sinn­lich. Die Opern­band "­The Cast" in­sze­niert die al­ten Werke mit Char­me, fri­schen Ide­en, glo­cken­klar ge­schul­ten Opern­stim­men und ent­fernt den stei­fen, for­mel­len Rah­men; Ge­sang und klas­si­sche Mu­sik auf Spit­zen­ni­veau ver­bun­den mit der At­mo­s­phäre ei­nes Pop­kon­zerts. "­The Cast" brin­gen ihre Be­geis­te­rung für Mu­sik auf die Bühne und neh­men das Pu­bli­kum mit in die Welt der Oper. Der Som­mer­treff für Kin­der und Jung­ge­blie­bene Mitt­wo­ch, 10. Ju­li, 17 Uhr: Das Ta­ma­lan Thea­ter zeigt "­Der ge­stie­felte Ka­ter", ein Thea­ter­stück für Kin­der ab 4 Jah­ren. Die Ge­schichte ist wohl be­kannt... Ei­gent­lich un­ge­recht, dass der jüngste Sohn nichts be­kommt, als der Be­sitz des Va­ters ver­teilt wird. Aber es ist ja nichts mehr da. Doch halt - das alte Kat­zen­vieh - ja, das kann er ha­ben. Dass er mit die­sem Tier das große Los ge­zo­gen hat, ahnt er noch nicht. Doch plötz­lich hat er edelste Klei­der an, fährt in des Kö­nigs Kut­sche durch die Ge­gend und lehrt dem Zau­be­rer das Fürch­ten. Ein span­nen­des Thea­ter­stück mit viel Mu­sik, Witz und Span­nung für die ganze Fa­mi­lie. Mitt­wo­ch, 17. Ju­li, 17 Uhr Das "­Thea­ter Spiel­ma­rie" geht mit "Kä­fer und Spin­ne" auf Be­geg­nungs­tour. Ein Thea­ter­stück ab 4 Jah­ren: Mit­ten auf der schö­nen Wiese wohnt die Spin­ne. Sie hat sich dort häus­lich ein­ge­rich­tet. Doch ei­nes frühen Mor­gens wird ihre Ruhe jäh ge­stört. Da hört sie ein Rum­peln, ein Zir­pen, ein Knat­tern und Brum­men und ein Kä­fer kommt an­ge­flo­gen und baut sein Haus di­rekt ne­ben ih­rem auf. "Ich glaub ich spin­ne", denkt die Spinne –"Hier ist es schön, hier bleibe ich", denkt sich der Kä­fer. Ohne Worte und mit viel Phan­ta­sie und Neu­gier erzählen die Spie­ler eine Ge­schichte von Hei­mat­glück und Nach­bar­schaft. Von zwei sehr un­ter­schied­li­chen Cha­rak­teren, die ler­nen müs­sen mit­ein­an­der zu le­ben und womög­lich so­gar Freund­schaft zu schließen. Mitt­wo­ch, 24. Ju­li, 17 Uhr Das "­Galli Thea­ter" zeigt "­Der Frosch­kö­nig". Ein Thea­ter­stück ab 3 Jah­ren: Die jüngste und schönste Toch­ter des Kö­nigs er­hält von ih­rem Va­ter als Ge­schenk eine gol­dene Ku­gel. Als sie da­mit im Schloss­gar­ten spielt, fällt ihr die Ku­gel in den Brun­nen. Die Prin­zes­sin weint bit­ter­lich, da taucht ein Frosch auf und bie­tet an, die Ku­gel zurück­zu­ho­len. Dafür muss sie ihm ver­spre­chen, seine Spiel­ka­me­ra­din zu wer­den. Die Prin­zes­sin gibt das Ver­spre­chen, denkt aber nicht dar­an, es zu hal­ten… Mit Mu­sik, Hu­mor und gran­dio­sem Thea­ter­spiel bringt das Galli Thea­ter aus Wies­ba­den ein zau­ber­haf­tes Mär­chen­thea­ter für die ganze Fa­mi­lie auf die Büh­ne. BUZ "Long­john" ma­chen Freestyle-Thea­ter. Fo­to: Mi­seré Gardi Hut­ter ist Jeanne d Arc. Fo­to: AR­Ppo Das Duo Luna-tic. Fo­to: Ro­d­ri­guez

vom 26.06.2019 | Ausgabe-Nr. 26A

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