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Es war einmal ... eine Prosecco-Runde

Literaturkurse präsentieren ihre Stücke im Sommertheater

"Ei­gent­lich hät­ten wir gerne schon eher Li­te­ra­tur­kurse zu uns auf die Bühne ge­holt, bis­lang fehl­ten aber die fi­nan­zi­el­len Mit­tel dafür", erzählt der Ge­schäfts­füh­rer des Som­mer­thea­ters, Jo­chen Ehr­hardt. Un­ter der Ü­ber­schrift "­Schule on stage – Wer traut sich auf die große Büh­ne?" hatte die In­itia­tive Det­mol­der Som­mer­thea­ter zu Be­ginn des Jah­res lip­pi­sche Gym­na­sien an­ge­schrie­ben und ein­ge­la­den, sich mit Pro­duk­tio­nen ih­rer Thea­ter-AGs oder Li­te­ra­tur­kurse um einen Auf­tritt auf der Bühne des Thea­ters zu be­wer­ben. Wer­bung, Pro­ben­ta­ge, Coa­ching und tech­ni­sche Be­treu­ung in­klu­si­ve. "Aus der Kom­fort­zone Schule her­aus­zu­ge­hen und die meist ü­ber­schau­bare Au­labühne ge­gen eine rich­tige Thea­ter­bühne ein­zut­au­schen traut sich nicht je­der zu", weiß Iris Witt, die für die Ver­an­stal­tun­gen des Som­mer­thea­ters zu­stän­dig ist. Die ein­ge­reich­ten Un­ter­la­gen soll­ten un­ter an­de­rem auch ein kur­zes Vi­deo ent­hal­ten und auf der Bühne ste­hen oder sich vor der Ka­mera prä­sen­tie­ren sind be­reits zwei sehr un­ter­schied­li­che Din­ge. Nach der Be­wer­bungs­frist am 15. März wur­den zwei Schu­len aus­ge­wählt, die ihre Pro­duk­tio­nen nun auf der großen Bühne prä­sen­tie­ren dür­fen. Den An­fang macht der Li­te­ra­tur­kurs der Q1 des Gym­na­si­ums Leo­pol­di­num Det­mold am 13. Juni um 19.30 Uhr mit dem Stück "Hap­pily (n)e­ver af­ter – Oder was pas­siert, wenn das Mär­chen en­det?". Fünf Tage später, am 18. Juni um 19.30 Uhr, fei­ert "­Die Feu­er­zan­gen­bow­le" in der Ver­sion des Li­te­ra­tur­kur­ses des Städ­ti­schen Gym­na­si­ums Barn­trup Pre­mie­re. Wei­ter auf Seite 2 "Ei­gent­lich woll­ten wir die Pre­mie­ren­aufführung in der Schule statt­fin­den las­sen, al­ler­dings muss­ten wir uns ter­min­lich an­ders auf­stel­len, so­dass wir jetzt eine rich­tig große Pre­miere im Som­mer­thea­ter ha­ben und am 26. Juni noch eine Auf­führung in der Schu­le", erzählt Beate Gol­la, Lei­te­rin des Barn­tru­per Li­te­ra­tur­kur­ses. Für das Leo­pol­di­num wird es die ein­zige Auf­führung blei­ben, da auf­grund von Um­bau­ar­bei­ten die Aula in der Schule ak­tu­ell nicht be­nutzt wer­den kann. "Wir hat­ten das große Glück be­reits zum Pro­ben ab und zu her­kom­men zu dür­fen", so die Kurs­lei­te­rin der Q1 des Leo­pol­din­ums, Chris­tina Wie­schol­lek. Der 32 Schü­ler starke Kurs führt ein Stück mit ins­ge­samt 27 Rol­len auf, da wird der Platz auf der Bühne des Som­mer­thea­ters auch ge­braucht. "Wir las­sen nicht die ganze Bühne be­spie­len", er­klärt Jo­chen Ehr­hardt, "da Lai­en­schau­spie­ler erst­mal dazu nei­gen, sich am hin­te­ren Rand der Bühne zu ver­ste­cken." Al­ler­dings – das ge­ben beide Leh­re­rin­nen zu – ha­ben ei­nige Schü­ler der bei­den Kurse ech­tes Ta­lent und große Spiel­freu­de. "Viele Schü­ler sind so­gar zu je­der Son­der­probe ge­kom­men, so­gar am Wo­chen­en­de, wenn an­dere von Schule ei­gent­lich nichts hören und se­hen wol­len", ist Chris­tina Wie­schol­lek vom En­ga­ge­ment be­geis­tert.

"Hap­pily (n)e­ver af­ter"- Oder was pas­siert, wenn das Mär­chen en­det? Was ma­chen Mär­chen­fi­gu­ren ei­gent­lich nach dem Mär­chen? Le­ben sie wirk­lich glück­lich bis an das Ende ih­rer Ta­ge? Oder sind die Prin­zen nicht eher mit Staats­ge­schäf­ten be­schäf­tigt, während sich die Prin­zes­sin­nen lang­wei­len. Wie we­nig auf­re­gend das Ehe­le­ben manch­mal sein kann, müs­sen auch Schnee­witt­chen und Aschen­put­tel in der selbst­ver­fass­ten Komö­die "Hap­pily (n)e­ver af­ter – Oder was pas­siert, wenn das Mär­chen en­det?" der Q1 des Leo­pol­din­ums er­fah­ren. Der Kurs machte es sich zur Auf­ga­be, ein Mär­chen an­spre­chend für alle Al­ter­sklas­sen zu ge­stal­ten und da­bei die Zu­schauer mit sei­nem Hu­mor zu be­geis­tern. Auf der Grund­lage von Grim­m´­schen Mär­chen, wie eben Schnee­witt­chen und Aschen­put­tel, ha­ben die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ge­mein­sam eine büh­nen­reife Komö­die ge­schrie­ben, wel­che durch die Kom­bi­na­tion aus tra­di­tio­nel­len Mär­chen­ele­men­ten und neu­zeit­li­chem Charme die Zu­schauer mit Si­cher­heit zum Schmun­zeln, viel­leicht so­gar zum La­chen brin­gen wird. Schnee­witt­chen plant eine große Ge­burts­tagsparty an­läss­lich ih­res 25. Ge­burts­ta­ges, der ihre ge­samte Mär­chen­welt auf den Kopf stel­len wird, denn in der Un­ter­welt lebt auch die böse Kö­ni­gin wei­ter, die mit­hilfe von Rum­pel­stilz­chen und den an­de­ren Bö­se­wich­ten einen tücki­schen Ra­che­plan aus­heckt. "­Die Feu­er­zan­gen­bow­le" Wenn man einen Li­te­ra­tur­kurs hat, in dem die weib­li­che Be­tei­li­gung höher ist, als die männ­li­che, dann wird aus "Schö­ler Pfeif­fer" eben "Schö­le­rin Pfeif­fer". Die Ge­schich­te, die ei­gent­lich eher zur Weih­nachts­zeit ein ab­so­lu­ter Klas­si­ker ist, wird von dem Li­te­ra­turs­kurs in neu­em, mo­der­nem und eman­zi­pier­tem Ge­wand prä­sen­tiert. Die Schrift­stel­le­rin und Song­wri­te­rin Jo­hanna Pfeif­fer trifft sich mit ih­ren Freun­din­nen zu ei­ner lau­ni­gen Pro­secco-Run­de, in der an­ge­hei­tert ei­nige An­ek­do­ten aus der Schul­zeit erzählt wer­den. Nur Jo­hanna kann da nicht so ganz mit­re­den, schließ­lich hat sie eine Pri­vat­schule be­sucht. Da Jo­hanna so "­ver­teu­felt jung" aus­sieht, wird sie kur­zer­hand auf das Gym­na­sium Barn­trup ge­schickt. Wer die Ge­schichte kennt weiß, dass es nicht lange dau­ert, bis sich die Er­eig­nisse ü­ber­schla­gen und eine ganz ei­gene Dy­na­mik ent­wi­ckeln. Auf ü­ber­spitzte Weise wird so dem Pu­bli­kum ein Ein­blick in die Welt der Schule und den Um­gang zwi­schen Leh­rern und Schü­lern ge­bo­ten. Denn auch, wenn die sich die Schule seit der Ver­fil­mung mit Heinz Rüh­mann grund­le­gend ge­wan­delt hat, fin­det man als Schü­ler Leh­rer im­mer noch ir­gend­wie doof und auch die Leh­rer sind von den Schü­lern nicht im­mer be­geis­tert. Der Ein­tritt zu bei­den Stü­cken ist frei. Um An­mel­dung un­ter in­fo@­det­mol­der-som­mer­thea­ter.de wird je­doch ge­be­ten. Am Abend selbst wird ein Spen­den­hut auf­ge­stellt, des­sen Er­lös aus­sch­ließ­lich den Schü­le­rin­nen und Schü­lern der Li­te­ra­tur­kurse zu­gute kommt. Die bei­den Kurs­lei­te­rin­nen Chris­tina Wie­schol­lek und Beate Golla (von links) pro­bie­ren die Bühne im Det­mol­der Som­mer­thea­ter schon mal aus. Fo­to: Merz

vom 12.06.2019 | Ausgabe-Nr. 24A

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