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In Leopoldshöhe wird der Erfolg sichtbar

Erste Bilanz des Programms "Sozialer Arbeitsmarkt" in Lippe fällt positiv aus

"­Mit der Maß­nahme kann das Job­cen­ter Men­schen die Chance bie­ten, sich all­mäh­lich wie­der in den Ar­beits­markt zu in­te­grie­ren. Die auf Dauer an­ge­leg­ten Ar­beitsplätze si­chern den Be­schäf­tig­ten ein ei­ge­nes, ge­re­gel­tes Ein­kom­men und er­mög­li­chen ih­nen die so­ziale Teil­ha­be. Un­se­rem Vor­ha­ben aus dem Zu­kunfts­kon­zept Lippe 2025, Lang­zeit­ar­beits­lo­sen neue Be­schäf­ti­gungs­per­spek­ti­ven auf­zu­zei­gen, kom­men wir da­durch einen großen Schritt näher", er­klärt Land­rat Dr. Axel Leh­mann in sei­ner Funk­tion als Ver­wal­tungs­rats­vor­sit­zen­der des Job­cen­ters.

Die erste Bi­lanz des kreis­wei­ten Pro­jekts ist po­si­tiv. In der Be­ra­tung des Job­cen­ters wur­den be­reits ü­ber 500 Leute in­for­miert, dass nach den neuen ge­setz­li­chen Mög­lich­kei­ten eine För­de­rung mög­lich ist. Etwa 250 Per­so­nen par­ti­zi­pie­ren ak­tiv an der Vor­be­rei­tung für eine Ver­mitt­lung. Viele die­ser Lang­zeit­ar­beits­lo­sen ha­ben Ver­mitt­lungs­hemm­nis­se, da­her wird eine in­ten­sive Be­treu­ung vor­ge­schal­tet, um auch die­sen Men­schen eine be­ruf­li­che Per­spek­tive zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt zu er­mög­li­chen. So konn­ten bis­her 59 Per­so­nen in Stel­len ver­mit­telt wer­den, wei­tere 12 Ver­mitt­lun­gen sind im Juni ge­plant. Die ins­ge­samt 71 Stel­len wur­den bei kom­mu­na­len Ar­beit­ge­bern, Be­schäf­ti­gungs­trä­gern, Wirt­schafts­be­trie­ben, Ver­ei­nen oder in Kir­chen ge­schaf­fen. Be­son­ders in Leo­polds­höhe ist der So­ziale Ar­beits­markt in­zwi­schen gut an­ge­lau­fen. "In der Ge­meinde wird die er­folg­rei­che In­te­gra­tion in den Ar­beits­markt sicht­bar. Ehe­ma­lige Lang­zeit­ar­beits­lose ar­bei­ten im öf­fent­li­chen Raum, be­kom­men hier­für An­er­ken­nung", führt Land­rat Dr. Axel Leh­mann aus. Die Ein­glie­de­rung von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen hat in der Ge­meinde Tra­di­tion: Seit ü­ber 20 Jah­ren be­tei­ligt sich Leo­polds­höhe an Pro­gram­men der Ar­beit­s­agen­tur und des Job­cen­ters. Mit dem ak­tu­el­len Teil­ha­be­chan­cen­ge­setz er­ge­ben sich nun neue Mög­lich­kei­ten: 28 Män­ner aus Russ­land, dem Irak und vor al­lem aus Leo­polds­höhe selbst konn­ten beim Bau­hof in Ar­beit ge­bracht wer­den. Sie rei­ni­gen fre­quen­tierte Plätze in der Ge­mein­de, küm­mern sich um die Außen­an­la­gen von Schu­len und Kin­der­gär­ten oder pfle­gen Spiel- und Sport­stät­ten. Bei ih­rer Ar­beit er­hal­ten sie eine be­schäf­ti­gungs­be­glei­tende Be­treu­ung durch An­dreas Glatt­hor, dem Lei­ter des Bau­ho­fes. "Ohne die Un­ter­stüt­zung der Mit­ar­bei­ter könn­ten wir in Leo­polds­höhe den ho­hen Stan­dard hin­sicht­lich der Sau­ber­keit nicht hal­ten. Durch das Pro­jekt ha­ben wir nun eine Win-Win-Si­tua­tion ge­schaf­fen. Die Le­bens­qua­lität in Leo­polds­höhe steigt und mo­ti­vierte Ar­beits­lose ha­ben wie­der eine sinn­volle Be­schäf­ti­gung, die auch wert­ge­schätzt wird," sagt Bür­ger­meis­ter Ger­hard Schem­mel. Auf­grund ih­res Al­ters oder ge­sund­heit­li­cher Pro­bleme hat­ten die Lang­zeit­ar­beits­lo­sen Pro­ble­me, auf dem ers­ten Ar­beits­markt einen re­gulären Job zu fin­den. "­Die Ein­stel­lung würde für den Ar­beit­ge­ber ein ge­wis­ses Ri­siko be­deu­ten. Statt ma­xi­ma­ler Pro­duk­ti­vität steht auf dem Bau­hof aber Ver­läss­lich­keit, Sorg­falt und vor al­lem die Freude am ge­mein­sa­men Ar­bei­ten im Vor­der­grund. Da­her konn­ten wir durch den So­zia­len Ar­beits­markt hier die Mit­ar­bei­ter in ein fünf­jäh­ri­ges Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis ü­ber­führen," so Elke Alt­hof, Fach­be­reichs­lei­te­rin Markt und In­te­gra­tion beim Job­cen­ter Lip­pe. Die Ar­beits­mark­tin­te­gra­tion ist auch auf den per­sön­li­chen Ein­satz von Bür­ger­meis­ter Ger­hard Schem­mel und sei­ner Per­so­nal­lei­te­rin und Stell­ver­tre­te­rin Heike Sun­kovsky zurück­zu­führen "Wir ken­nen viele der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen per­sön­lich und ver­su­chen, ih­nen mit al­len Mit­teln zu hel­fen", ver­si­chert Sun­kovs­ky. Dies konnte der Bau­hof in ein Mo­dell­pro­jekt aus­wei­ten: Die Mit­ar­bei­ter des Bau­ho­fes un­ter­stüt­zen Sport­ver­eine in Leo­polds­höhe bei der Pflege ih­rer Außen­be­rei­che. Das seit 2019 ein­ge­führte Teil­ha­be­chan­cen­ge­setz för­dert so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tige Be­schäf­ti­gun­gen auf dem all­ge­mei­nen und so­zia­len Ar­beits­markt. Das Ge­setz un­ter­schei­det sich von bis­he­ri­gen Pro­gram­men durch die Höhe und Dauer der För­de­rung. Zu­dem kön­nen alle Ar­beit­ge­ber bei der Ver­mitt­lung der Ar­beits­lo­sen ein­be­zo­gen wer­den. Ar­beit­ge­ber er­hal­ten für ma­xi­mal fünf Jahre einen Lohn­kos­ten­zu­schuss. Im Ge­gen­satz zu an­de­ren Städ­ten und Krei­sen zeich­net den Kreis Lippe die Ein­bin­dung des Teil­ha­be­chan­cen­ge­set­zes in ein Ge­samt­kon­zept zur Wei­ter­ent­wick­lung und zum Aus­bau ei­nes So­zia­len Ar­beits­mark­tes in der Re­gion aus. Die Maß­nahme in Leo­polds­höhe wird fi­nan­ziert durch das Job­cen­ter un­ter an­de­rem aus Bun­des­mit­teln so­wie durch die Ge­mein­de. Das Job­cen­ter wird den "­So­zia­len Ar­beits­mark­t" wei­ter in den Städ­ten und Ge­mein­den vor­stel­len, ver­bun­den mit ei­ner Be­ra­tung und ge­mein­sa­mem Aus­tausch zu mög­li­chen Pro­jekt- be­zie­hungs­weise Be­schäf­ti­gungs­ideen vor Ort.

vom 12.06.2019 | Ausgabe-Nr. 24A

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