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Baum des Jahres ist eine echte Rarität

Wälder des Landesverbandes Lippe beheimaten die selten gewordene Flatterulme

Revierförster Günter Harmel zeigt auf die charakteristische Brettwurzel, an der auch der Laie die Flatterulme erkennen kann.   Foto: Landesverband Lippe

Re­vier­förs­ter Gün­ter Har­mel zeigt auf die cha­rak­te­ris­ti­sche Brett­wur­zel, an der auch der Laie die Flat­te­rulme er­ken­nen kann. Fo­to: Lan­des­ver­band Lippe

Vom Forst­haus Belle sind es nur we­nige Schritte ü­ber eine Wiese und in den Wald. An ei­nem Was­ser­gra­ben sieht man schon aus der Ferne die Brett­wur­zeln der sechs Flat­te­rul­men. Die Bäume be­zeich­net man auch als Gley­bo­den­an­zei­ger, das heißt, dass sie be­vor­zugt auf stau­was­ser­be­ein­fluss­tem Un­ter­grund wach­sen. Wer sich den Baum des Jah­res aus der Nähe an­schauen will, ist mit Gum­mis­tie­feln gut be­ra­ten. Dem Baum selbst macht der feuchte Bo­den nichts aus – die pad­del­för­mi­gen Wur­zeln ver­lei­hen ihm eine große Sta­bi­lität. Gün­ter Har­mel hat die Bäume mit ei­nem auf­ge­sprüh­ten Z als "­Zu­kunfts­bäu­me" mar­kiert, die nicht ge­ern­tet und bei Forst­ar­bei­ten be­son­ders ge­schont wer­den. Ob die Flat­te­rulme ein Zu­kunfts­baum im Wort­sinne sein wird, ist al­ler­dings frag­lich. Ei­ner­seits ha­ben Fluss­be­gra­di­gun­gen den feuch­ten Au­en­bo­den, den der Baum liebt, sel­ten ge­macht. An­de­rer­seits ist das hol­z­wirt­schaft­li­che In­ter­esse am Rüs­ter, wie das zähe Holz der Ulme ge­nannt wird, eher ge­ring und macht den An­bau des Laub­baums unat­trak­tiv. "In­so­fern ist es gut, dass der Lan­des­ver­band Lippe in sei­nen Wäl­dern nicht bloß wirt­schaft­li­che, son­dern auch ö­ko­lo­gi­sche Fak­to­ren berück­sich­tig­t" so Gün­ter Har­mel, der mit dem Ge­dan­ken spielt, so­gar noch wei­tere Flat­te­rul­men zu set­zen. Der Lei­ter der For­st­ab­tei­lung des Lan­des­ver­ban­des Lippe Hans-Ul­rich Braun er­gänzt: "­Der Lan­des­ver­band Lippe hat natür­lich nicht bis zur Wahl zum Baum des Jah­res ge­war­tet, Flat­te­rul­men ak­tiv zu för­dern." Be­reits 2014 seien in der so­ge­nann­ten Hart­holzaue an der We­ser Flat­te­rul­men als reine Na­tur­schutz­maß­nahme ge­pflanzt wor­den: "­Die in der Ge­meinde Kal­le­tal ge­le­gene Pflan­zung ent­wi­ckelt sich präch­tig und be­rei­chert die Au­en­land­schaft. "­Der Baum des Jah­res wird seit 1987 von der Sil­vius-Wor­daz-Stif­tung be­nannt, um den Wert der Bäume her­aus­zu­stel­len. Da­bei wer­den glei­cher­maßen be­kannte wie auch sel­te­nere Bäume ge­wählt. Die De­vise hat die Stif­tung von ih­rem Na­mens­ge­ber, dem Forst­wirt­schafts­leh­rer Sil­vius Wor­daz, ü­ber­nom­men: "­Man muss Bäume nicht neu er­fin­den, man muss sie nur neu ent­de­cken."

vom 04.05.2019 | Ausgabe-Nr. 18B

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