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Am Ostersamstag vor 60 Jahren startete der Iberg-Club

Mit 18 Mitgliedern fingt es an: Um die Mitgliedschaft in dem Geselligkeitsverein musste man sich bewerben

Zum Jubiläum gratuliert der Vorsitzende Erwin Grams (links) den Gründungsmitgliedern des Iberg-Clubs. Von links: Hans Gonschior, Gerd Eikelmann, Fritz Trachte, Erich Brinkmann und Rudi Gonschior (vorn, sitzend). Foto: Dinter

Zum Ju­biläum gra­tu­liert der Vor­sit­zende Er­win Grams (links) den Grün­dungs­mit­glie­dern des Iberg-Clubs. Von links: Hans Gon­schior, Gerd Ei­kel­mann, Fritz Trach­te, Erich Brink­mann und Rudi Gon­schior (vorn, sit­zen­d). Fo­to: Din­ter  weitere Bilder »

In den 1950er Jah­ren war Währen­trup noch in zwei Hälf­ten ge­teilt. Das wurde be­son­ders am Os­ter­sams­tag deut­lich, wenn die männ­li­che Ju­gend aus "Ober­halb" und "Un­ter­halb" zum Fuß­ball­spie­len auf­ein­an­der­traf. An­sch­ließend tra­fen sich die Ki­cker dann wie­der ein­träch­tig in der Gast­stätte von Ewald Stuck­mann zum fröh­li­chen Aus­klang. Ende Fe­bruar 1959 hatte die Zwei­tei­lung ein En­de, 18 junge Män­ner ent­schlos­sen sich, ge­mein­same Sa­che zu ma­chen und dem Gan­zen einen fes­ten Rah­men zu ge­ben. Der Ge­sel­lig­keits­ver­ein Iberg-Club wurde ge­grün­det. "Es gab nur männ­li­che Mit­glie­der", er­in­nert sich Er­win Grams. Seit 2002 am­tiert er als Vor­sit­zen­der und Kas­sie­rer des Clubs. Die Be­wer­ber muss­ten das 18. Le­bens­jahr ü­ber­schrit­ten ha­ben und seit min­des­tens zwei Jah­ren im Ort woh­nen. Eine Zwei­drit­tel­mehr­heit ent­schied dann ü­ber die Auf­nah­me. Schon bald ent­wi­ckelte der Club zahl­rei­che Ak­ti­vitäten, natür­lich ge­mein­sam mit der Fa­mi­lie. "­Mit un­se­ren Ehe­frauen und Kin­dern ha­ben wir sehr viele Wan­de­run­gen un­ter­nom­men", be­rich­tet Grams. "Es gab Aus­flüge und Mehr­ta­ges­fahr­ten, zum Bei­spiel in den Harz und nach Thürin­gen." Selbst­ver­ständ­lich be­tei­lig­ten sich die Währen­tru­per auch am Hel­pu­per Dorf­fest. Mit ih­rem Fest­wa­gen konn­ten sie 1962 den zwei­ten Platz be­le­gen. Tanz­ver­an­stal­tun­gen wie der Win­ter­ball und das Kap­pen­fest zu Kar­ne­val wa­ren ebenso be­liebt wie die Ke­gel- und die Skat­tur­nie­re. Mit großem Elan nah­men die Mit­glie­der des Iberg-Clubs an den Wett­be­wer­ben "Un­ser Dorf soll schö­ner wer­den" teil. In Ei­gen­re­gie ent­stan­den Wan­der­we­ge, eine Grill­hüt­te, ein Bus­war­tehäu­schen, die Mit­glie­der sorg­ten auch für die Geräte auf dem Kin­der­spiel­platz. Die Mühen wur­den so­gar mit Sil­ber- und Gold-Aus­zeich­nun­gen be­lohnt: 1979 wurde Währen­trup zum schöns­ten Dorf Lip­pes er­klärt. Zu den Höhe­punk­ten gehör­ten die Iberg-Feste ab 1960. Alle zwei Jahre wur­den auf der Wiese des heu­ti­gen Spiel­plat­zes ein großes Zelt und Kir­messtände er­rich­tet. Während des Wo­chen­en­des tra­ten Mu­sik­grup­pen wie die "Teu­to­bur­ger Jä­ger" und "­Die fi­de­len La­vant­ta­ler" aus Ös­ter­reich auf. Zu ei­ner Disco-Party wur­den tau­send ju­gend­li­che Gäste ge­zählt. Die Feste en­de­ten tra­di­tio­nell am Mon­tag­mor­gen mit dem Holz­schuh­tanz. 1977 wurde die Teich­an­lage fer­tig­ge­stellt. Von 1979 an rich­tete der Iberg-Club dann je­des Jahr das Teich­fest aus. Mit ei­nem Fuß­ball­tur­nier, dem Fa­cke­lum­zug und Mu­sikd­ar­bie­tun­gen war es ein Treff­punkt für Jung und Alt. Mehr­mals wa­ren der Lau­ten­kreis "Hei­mat­klang" aus Cap­pel und die "­Berg­stadt­mu­si­kan­ten" zu Gast. Am Sonn­tag­mor­gen traf man sich zum Got­tes­dienst un­ter freiem Him­mel. Diese Tra­di­tion en­dete im Jahr 2009, als der Was­ser­park ent­stand und das Fest­gelände nicht mehr zur Ver­fü­gung stand. In Spit­zen­zei­ten zählte der Ver­ein 65 Mit­glie­der. Der Vor­sit­zende Grams ver­hehlt nicht, dass dem Club heute der Nach­wuchs fehlt. "So ein Fest kann nur ge­mein­schaft­lich durch­ge­führt wer­den", sagt er. "Wenn die Jün­ge­ren kein In­ter­esse mehr ha­ben, fällt es den Äl­te­ren schwer, al­lein für die Vor­be­rei­tun­gen zu sor­gen." So ka­men zur Ju­biläums­feier im Ho­tel Mügge auch aus­sch­ließ­lich lang­jäh­rige Mit­glie­der zu­sam­men. Als Grün­der wur­den Erich Brink­mann, Gerd Ei­kel­mann, Hans Gon­schior, Rudi Gon­schior und Fritz Trachte be­son­ders ge­ehrt. Grün­dungs­mit­glied Erich Trachte konnte we­gen sei­nes Ur­laubs nicht an­we­send sein.

vom 27.04.2019 | Ausgabe-Nr. 17B

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