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Die letzte Kaltzeit ist Schuld

Sperrung der Gauseköte liegt vor allem in der Bodenbeschaffenheit begründet

 

Die Sper­rung der Gau­seköte ist, zu­ge­ge­be­ner­maßen, ein lei­di­ges The­ma. Nach­dem be­reits im No­vem­ber 2015 der Hang zwi­schen der Gast­stätte Hirsch­sprung und der Kuppe ab­ge­rutscht ist, war die L937, wie die Gau­seköte ei­gent­lich rich­tig heißt, nur kurz ge­sperrt und nach der Frei­gabe bis Ja­nuar die­ses Jahr pro­blem­los be­fahr­bar. Die Ge­fahr, dass der Hang nach­rut­schen könn­te, be­stand da­mals nicht. Auch der sehr tro­ckene Som­mer 2018 war aus Sicht von Straßen. NRW po­si­tiv für den Hang. Da­durch, dass die­ser vor­wie­gend mit flach­wur­zeln­den Na­delbäu­men be­wach­sen ist be­steht eine ge­wisse Sta­bi­lität, da­zwi­schen fin­den sich noch ei­nige Baumstümpfe von tief­wur­zeln­den Laub­bäu­men, de­ren Wur­zeln dem Hang zu­sätz­lich Halt ge­ben. "Wir müs­sen bei dem ab­ge­rutsch­ten Hang be­den­ken, dass wir es hier, im Ver­gleich zu an­de­ren Er­he­bun­gen in der Um­ge­bung, nicht mit Fels zu tun ha­ben, son­dern im Grunde mit ei­ner Dü­ne", er­klärt Mar­cel Neu­haus von der Prüf­stelle für Straßen­bau­stoffe und Bau­grund­un­ter­su­chun­gen des Lan­des­be­trie­bes Straßen­bau.N­RW, die geo­lo­gi­schen Be­son­der­hei­ten. Ver­mut­lich nach der letz­ten Kalt­zeit vor etwa 30.000 Jah­ren hat sich der Sand dort ab­ge­la­gert. Und der ist jetzt ins Rut­schen ge­kom­men. Al­ler­dings ist ein Hangrutsch nicht gleich ein Hangrutsch. Auch das lässt sich am "Hang des An­stoßes" be­ob­ach­ten. Blickt man nach oben, dann lässt sich auch mit un­geüb­tem Blick eine klare Bruch­kante aus­ma­chen, so­ge­nannte Bö­schungs­brüche, wie Mar­cel Neu­haus er­läu­tert. Al­ler­dings las­sen sich am Hang ver­schie­dene klei­nere Rut­schun­gen be­ob­ach­ten. Diese Ober­flächen­rut­schun­gen ha­ben vor al­lem mit ei­nem natür­li­chen Ero­si­ons­pro­zess zu tun, sind an ei­nem der­art stei­len Hang aber eher un­prak­tisch. Da­mit man bei Straßen­bau.NRW weiß, wor­auf ge­nau man sich da ein­lässt und um bei der Ab­si­che­rung des Hangs später keine bö­sen Ü­ber­ra­schun­gen zu er­le­ben, wer­den ak­tu­ell Pro­be­boh­run­gen durch­ge­führt. Dafür ist der be­reits vor­han­dene Land­wirt­schafts­weg ober­halb des Hangs zur Baustraße ge­wor­den. Na­tur­schutz­ge­recht ver­steht sich. Mehr auf Seite 12

vom 20.04.2019 | Ausgabe-Nr. 16B

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