LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Lügde

Alte Gräber kommen zu neuen Ehren

Für neun Geistliche, die dereinst in Lügde wirkten und für die im Schatten der Kilianskirche ein eigenes Grabfeld angelegt worden ist, haben Jürgen Gansler, Josef Hoppenstock und Dieter Stumpe (von links) vom Heimat- und Museumsverein eine Info-Tafel errichtet, auf der neben den Lebensdaten der Pfarrer auch Näheres zum - bis heute bekannten Pfarrer Nußbaum - zu lesen ist.

Für neun Geist­li­che, die der­einst in Lügde wirk­ten und für die im Schat­ten der Ki­lians­kir­che ein ei­ge­nes Grab­feld an­ge­legt wor­den ist, ha­ben Jür­gen Gans­ler, Jo­sef Hop­pen­stock und Die­ter Stumpe (von links) vom Hei­mat- und Mu­se­ums­ver­ein eine Info-Ta­fel er­rich­tet, auf der ne­ben den Le­bens­da­ten der Pfar­rer auch Nähe­res zum - bis heute be­kann­ten Pfar­rer Nuß­baum - zu le­sen ist.

Zu se­hen ist auf der Ta­fel die sche­ma­ti­sche An­ord­nung von neun Grab­stel­len, dar­un­ter die Na­men und die Le­bens­da­ten der Geist­li­chen, die seit dem 17. Jahr­hun­dert in Lügde wirk­ten, wie die Pfar­rer An­ton Su­den (1802-1870), Jo­han­nes Klep­ping (1637-1707), Fer­di­nand Lünz (1826-1893), Otto Gün­ne­wich (1902-1942), Chri­stoph Bü­scher (1845-1922) und Franz Vo­gel (1868-1940), der Schul­vi­kar Franz Schnei­der (1841-1871) so­wie der hier ge­taufte Phil­ip­pus Blome (1670-1693). Zur Grab­stelle Num­mer 5 hat Hei­mat­for­scher Die­ter Stumpe einen zu­sätz­li­chen Er­klär­text ent­wor­fen; dort la­gern die Ge­beine von Pfar­rer Jo­han­nes Nuß­baum (1597-1668). Nuß­baum hatte in der Nach­folge von Weih­bi­schof Jo­han­nes Pel­king (1573-1642) des­sen Be­stre­ben er­folg­reich fort­ge­setzt, die Be­woh­ner Lüg­des aus der Re­for­ma­ti­ons­be­we­gung für den Ka­tho­li­zis­mus zurück­zu­ge­win­nen. "Er war nicht nur ein eif­ri­ger Seel­sor­ger und Wohl­täter", so Stum­pe. "Er setzte sich auch für den Er­halt der Stadt­kir­che St. Ma­rien und ganz be­son­ders von St. Ki­lian ein." Während des Dreißig­jäh­ri­gen Krie­ges (1618-1648) war die Kir­che mehr­fach ge­plün­dert wor­den. Un­ter Nuß­baums Re­gie wurde sie je­weils wie­der in­stand ge­setzt, ist heute zu­sam­men mit dem Os­ter­rad das Wahr­zei­chen der Kern­stadt Lügde und ein kul­tur­his­to­ri­sches Bau­denk­mal. Im Turm der Ki­lians­kir­che hatte sich Pfar­rer Nuß­baum einen An­dachts­raum ein­ge­rich­tet, in dem er mit Schul­kin­dern jene Lie­der einüb­te, die noch heute beim tra­di­tio­nel­len Pfing­s­tum­sin­gen in Lügde von den Schü­lern der Grund­schule St. Ma­rien ge­sun­gen wer­den. Der Er­lös wird je­weils ei­nem so­zia­len Zweck zu­ge­führt.

vom 13.04.2019 | Ausgabe-Nr. 15B

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten