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Anwohner befürchten Beeinträchtigungen

Verwaltung informiert über Erweiterung des Industriegebiets Lieme

Bürgermeister Dr. Reiner Austermann (Mitte), Erster Beigeordneter Dirk Tolkemitt (links) und Ortsausschussvorsitzender Udo Golabeck stellten sich den Fragen der Anwohner.      Foto: Nicole Ellerbrake

Bür­ger­meis­ter Dr. Rei­ner Aus­ter­mann (Mit­te), Ers­ter Bei­ge­ord­ne­ter Dirk Tol­ke­mitt (links) und Orts­aus­schuss­vor­sit­zen­der Udo Go­la­beck stell­ten sich den Fra­gen der An­woh­ner. Fo­to: Ni­cole El­ler­brake

Die An­woh­ner dort wer­den näm­lich in Zu­kunft auf die neu ge­bau­ten Fir­men­hal­len bli­cken. In­for­ma­tio­nen be­züg­lich der Pläne seien den An­woh­nern le­dig­lich ü­ber meh­rere Ecken zu­ge­tra­gen wor­den, lau­tet der Vor­wurf der Be­trof­fe­nen. Die Ver­tre­ter der Stadt­ver­wal­tung, al­len voran Bür­ger­meis­ter Dr. Rei­ner Aus­ter­mann, woll­ten die Un­si­cher­hei­ten der An­woh­ner bei der Bür­ger­ver­samm­lung im Ge­mein­de­haus aus der Welt schaf­fen. "Wir ste­hen mit un­se­ren Pla­nun­gen zwar noch ganz am An­fang", sagte Be­rit We­ber, Lei­te­rin der Stadt­pla­nung. Sie hatte eine Prä­sen­ta­tion zu­sam­men­ge­stellt und schil­derte den zahl­reich er­schie­ne­nen Gäs­ten die bis­her vor­han­de­nen Da­ten und Fak­ten. "Wir möch­ten ver­mit­teln, wie der Stand des Pla­nungs­pro­zes­ses ist, was bis­her wie an­ge­dacht ist und wo die Straßen und Wege ent­lang­führen sol­len." Bis­her gebe es kaum mehr als den Rats­be­schluss, dass das Areal als In­dus­trie­ge­biet ge­nutzt wer­den soll. Die Grund­stü­cke im al­ten Teil seien aber schon alle ver­kauft. "Daran se­hen wir, wie hoch die Nach­frage hier in Lemgo ist, und darü­ber sind wir sehr froh. Be­deu­tet dies doch, dass die Stadt die Chance für eine große wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung er­hält. Dies be­deu­tet näm­lich vor al­lem einen großen Zu­wachs an Ar­beitsplät­zen, und nur so bleibt die In­fra­struk­tur in Lieme auf Dauer er­hal­ten", er­klärte Bür­ger­meis­ter Aus­ter­mann. Auf kri­ti­sche Fra­gen hat­ten der Bür­ger­meis­ter und seine Kol­le­gen zwar stets eine Ant­wort, doch zur Zu­frie­den­heit der An­woh­ner fiel diese nicht im­mer aus. Viele är­ger­ten sich darü­ber, dass ei­ni­ges wei­ter­hin in der Schwebe sei. So stießen sich An­woh­ner an der Be­zeich­nung "­In­dus­trie­ge­biet", er­mög­li­che ein sol­ches doch die An­sied­lung von Be­trie­ben, die mehr Lärm und Emis­sio­nen ver­ur­sa­chen, als in ei­nem "­Ge­wer­be­ge­biet" zuläs­sig wären. Dazu äußer­ten gleich meh­rere Bür­ger die Sor­ge, dass das bis­her mit un­ge­fähr sechs­ein­halb Hektar ge­plante Ge­biet we­gen der großen Nach­frage wohl schnell um wei­tere Flächen wach­sen wird. Ge­naue An­ga­ben zur Be­bau­ung konnte We­ber noch nicht ma­chen, da die ein­zu­ho­len­den Gut­ach­ten im jet­zi­gen Sta­dium noch nicht er­stellt wur­den. Diese wür­den zum Bei­spiel Aus­kunft darü­ber ge­ben, wie weit wel­cher Be­trieb von den Wohn­häu­sern ent­fernt sein darf. Gemäß Be­rit We­bers Prä­sen­ta­tion dürfte der Ab­stand aber bei 300 Me­tern lie­gen. Auf Lem­goer Bo­den sei sonst nicht mehr viel Spiel­raum für wei­tere Be­bau­un­gen, meinte Aus­ter­mann. Ein Drei-Schicht-Be­trieb in den Un­ter­neh­men wird laut We­ber nicht mög­lich sein. Den Ver­kehr wolle man so weit wie mög­lich am Wohn­ge­biet vor­bei­lei­ten. "Dreh- und An­gel­punkt soll der Krei­sel an der Trifte wer­den." Wei­ter würde die Ver­kehrs­führung dann ü­ber die West­straße ge­hen. "Uns ist die oh­ne­hin schon an­ge­spannte Ver­kehrs­si­tua­tion am Krei­sel und auf der Ost­west­fa­len­straße be­wusst. Die West­straße soll er­wei­tert wer­den, und für den Krei­sel gibt es noch keine kon­kre­te­ren Pla­nun­gen", sagte der Bei­ge­ord­nete Dirk Tol­ke­mitt. Zu der Be­fürch­tung, dass das In­dus­trie­ge­biet der erste Schritt für eine rie­sige Ent­wick­lung sein könn­te, konn­ten die Ver­tre­ter keine Aus­künfte ge­ben. "Wir wis­sen nicht, was pas­sie­ren wird und wie groß es even­tu­ell mal wer­den könn­te", so Aus­ter­mann. Das Bau­leit­ver­fah­ren be­fin­det sich noch am An­fang, laut Be­rit We­ber werde da­her in die­sem Jahr auf kei­nen Fall mit dem Bau be­gon­nen. Zunächst ste­hen Fach­gut­ach­ten be­züg­lich des Ar­ten-, Um­welt- und Lärm­schut­zes an. Die Ent­wäs­se­rung des Ge­bie­tes muss ge­plant, die Gut­ach­ten ent­spre­chend aus­ge­wer­tet wer­den. Da­nach folgt die früh­zei­tige Of­fen­le­gung der Plä­ne. Die Bür­ger ha­ben dann Ge­le­gen­heit, sich dazu zu äußern und Be­den­ken so­wie Kri­tik ein­zu­brin­gen. Nach de­ren Aus­wer­tung wird ein Sat­zungs­be­schluss er­ar­bei­tet.

vom 06.04.2019 | Ausgabe-Nr. 14B

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