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Umweltverbände stemmen sich gegen Streichung des "Nationalparks Senne"

Kreis Lip­pe/Düs­sel­dorf. Die großen Um­welt- und Na­tur­schutz­ver­bände in NRW – der BUND, der NABU und die LNU – wen­den sich ve­he­ment ge­gen die Strei­chung des "Na­tio­nal­parks Sen­ne" aus dem Lan­des­ent­wick­lungs­plan (LEP). Die von der Lan­des­re­gie­rung ge­plante Her­aus­nahme ei­nes sol­chen Schutz­ge­bie­tes in Ost­west­fa­len-Lippe wi­der­spre­che ekla­tant den Wün­schen vie­ler Bür­ger im Land, heißt es in ei­ner ge­mein­sa­men Mit­tei­lung. Viel­mehr wünsch­ten diese sich seit lan­gem, dass in Nord­rhein-West­fa­len ne­ben dem Na­tio­nal­park Ei­fel ein zwei­ter Na­tio­nal­park ent­steht. Die Vor­sit­zen­den der Ver­bände sind empört darü­ber, dass die Lan­des­re­gie­rung einen ü­ber Jahre er­ar­bei­te­ten Kom­pro­miss mit um­fang­rei­chen Be­tei­li­gungs­ver­fah­ren und Dis­kus­sio­nen zum Na­tio­nal­park Senne nun in al­ler Schnelle wie­der ü­ber den Hau­fen wer­fen will. "2016 wurde im Lan­des­ent­wick­lungs­plan end­lich fest­ge­hal­ten, dass die Un­ter­schutz­stel­lung der Senne als Na­tio­nal­park mög­lich ist", sagt Hol­ger Sticht (BUN­D). "­Doch jetzt soll die­ses zurück­hal­tend for­mu­lierte Ziel kom­plett ge­stri­chen wer­den. Das ist ü­ber­haupt nicht nach­voll­zieh­bar." Die Lan­des­re­gie­rung will die Senne in ei­nem ü­ber­ar­bei­te­ten LEP nur noch als "­zu­sam­men­hän­gen­den Bio­top­kom­plex" se­hen. Das aber rei­che nicht, macht Mark vom Hofe (L­NU) deut­lich: "Es muss klar de­fi­niert blei­ben, dass das Ge­biet nicht für eine Ver­mark­tung und Be­bau­ung geöff­net wird. Das ist nur durch einen Na­tio­nal­park Senne si­cher­ge­stell­t." Des­halb dürfe die Op­tion im Ziel nicht ge­stri­chen wer­den. Das Vor­ge­hen der NRW-Re­gie­rung wi­der­spre­che auch der Nach­hal­tig­keits- und Biodi­ver­sitätss­tra­te­gie des Bun­des. "In ei­ner Zeit, in der die bio­lo­gi­sche Viel­falt ra­sant ab­nimmt, in der mas­sen­haft In­sek­ten- oder Pflan­zen­ar­ten aus­ster­ben, ist die ge­plante Än­de­rung des LEP ein Schlag ins Ge­sicht der nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen", er­gänzt Jo­sef Tum­brinck (NA­BU). Die Lan­des­re­gie­rung igno­riere ihre Ver­ant­wor­tung für den Ar­ten­schutz. Der Land­schafts­raum Senne mit sei­ner be­son­ders ho­hen Dichte und Viel­falt an Ar­ten ist Teil des Bun­des­pro­gramms zur bio­lo­gi­schen Viel­falt. Eine re­prä­sen­ta­tive Um­frage durch Kan­tar-Em­nid hatte 2018 er­ge­ben, dass 85 Pro­zent der Be­völ­ke­rung in NRW und 75 Pro­zent in Ost­west­fa­len-Lippe den Na­tio­nal­park Senne wol­len. Auch der Re­gio­nal­rat in Det­mold, die Kreise Her­ford und Lippe so­wie zahl­rei­che Städ­te, dar­un­ter Bie­le­feld und Her­ford, for­dern die Bei­be­hal­tung des Na­tio­nal­parks im LEP. Un­ter­stüt­zung er­hal­ten sie un­ter an­de­rem von vie­len Um­welt­ver­bän­den, vom DGB NRW, vom Lip­pi­schen und West­fä­li­schen Hei­mat­bund. Zu­dem ha­ben na­hezu 17.000 Bür­ger Ein­wen­dun­gen ge­gen die Her­aus­nahme des Na­tio­nal­parks aus dem LEP er­ho­ben. Diese wur­den als Sam­me­lein­wen­dun­gen an Wirt­schafts­mi­nis­ter An­dreas Pink­wart per­sön­lich ü­ber­ge­ben.

vom 03.04.2019 | Ausgabe-Nr. 14A

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