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Großes für die ganz Kleinen bewirken

Bastian Schünke erfüllt sich einen Traum und sammelt gleichzeitig für den guten Zweck

Kreis Lippe (la). Die meis­ten Rad­fah­rer sind froh, wenn sie es ein­mal mit dem Fahr­rad bis zum Her­manns­denk­mal hoch ge­schafft ha­ben. Bas­tian Schünke reicht das al­ler­dings nicht. Sech­zig­mal möchte er mit dem Zwei­rad die Gro­ten­burg er­klim­men. Wo­bei das so auch nicht ganz rich­tig ist. Ei­gent­lich würde der Per­so­nal­coach vom Vi­tal­zen­trum Kühl­muss & Grabbe lie­ber den Mount Ever­est er­klim­men. Da das mit dem Fahr­rad aber nicht mög­lich ist, hat Bas­tian Schünke sich hin­ge­setzt und die Höhen­me­ter des Mount Ever­est in die Höhen­me­ter der Gro­ten­burg um­ge­rech­net – also wie oft er den lip­pi­schen Berg er­klim­men muss, um die Höhen­me­ter des Mount Ever­est zu er­rei­chen. Zum Ver­gleich: Der Mount Ever­est misst 8848 Me­ter, die Gro­ten­burg 386 Me­ter. Wer jetzt nach­rech­net, dem fällt auf, dass sech­zig­mal 386 Me­ter deut­lich mehr er­gibt, als 8848. Al­ler­dings star­tet Bas­tian Schünke auch nicht bei Nor­mal­null, son­dern be­reits bei 236 Me­tern, er muss also "nur" etwa 150 Höhen­me­ter be­wäl­ti­gen. Das al­ler­dings eben sech­zig­mal. Da­mit kommt er dann so­gar höher als auf den Mount Ever­est, näm­lich auf 8860 Me­ter. "­Mein Chef ist erst ein­mal hin­ten rü­ber ge­schla­gen, als ich ihm von mei­ner Idee erzählt ha­be", lacht Bas­tian Schün­ke. Der Chef, das ist Jörg Rolf, Ge­schäfts­füh­rer beim Vi­tal­zen­trum Kühl­muss & Grab­be. Dass er die Idee sei­nes Mit­ar­bei­ters für et­was ver­rückt ge­hal­ten hat, ist nicht ganz un­ver­ständ­lich, die meis­ten Rad­fah­rer be­gnü­gen sich doch eher mit der be­sag­ten einen Tour zum Her­manns­denk­mal. Schließ­lich hat sich Jörg Rolf aber doch ent­schlos­sen, bei der Ak­tion mitz­u­ma­chen. Denn ne­ben dem Traum, den sich Bas­tian Schünke er­füllt, stellt er seine Ak­tion ganz in den Dienst der gu­ten Sa­che. Jede Auf­fahrt soll mit 500 Euro ge­spon­sert wer­den. Das ein­ge­fah­rene Geld wird der Ge­sund­heits­s­tif­tung Lippe zu­gu­te­kom­men, die das Geld dann für die Fa­mi­li­enkli­nik ein­set­zen wird. Auf der Sta­tion für Früh­ge­bo­re­ne, die noch im Brut­kas­ten lie­gen müs­sen, wird ein me­di­zi­ni­sches Gerät zum Trans­port der Früh­chen drin­gend benötigt. Da­mit kön­nen die Kin­der deut­lich stress­freier bei­spiels­weise ver­legt wer­den oder für einen not­wen­di­gen Ein­griff in den OP ge­bracht wer­den. Da­mit die bei­den Sport­ler die sech­zig­mal rauf und run­ter auch durch­hal­ten wird be­reits fleißig trai­niert, wo­bei Bas­tian Schünke den ent­schei­den­den Vor­teil hat, be­reits in pro­fes­sio­nel­le­rem Rah­men Rad­sport be­trie­ben zu ha­ben. Jörg Rolf ist zwar en­ga­gier­ter Hob­by­s­port­ler und be­geis­ter­ter Moun­tain­bike-Fah­rer, 8860 Höhen­me­ter sind für ihn al­ler­dings eine echte Her­aus­for­de­rung. Nach dem Be­such der Früh­ge­bo­re­nen­sta­tion ist al­ler­dings bei bei­den die Mo­ti­va­tion groß, die 60 Auf­fahr­ten zu be­wäl­ti­gen. Etwa eine Vier­tel­stunde benöti­gen sie dafür. Wer jetzt nach­rech­net, kommt auf etwa 15 Stun­den. "Uns geht es nicht dar­um, die Stre­cke so schnell wie mög­lich zu be­wäl­ti­gen, son­dern den Puls mög­lichst un­ten zu hal­ten", macht Jörg Rolf deut­lich. Bei dem Drum­herum rund um die Ak­tion ist er die trei­bende Kraft. "Ohne mei­nen Chef wäre aus mei­ner an­fangs ver­rück­ten Idee nie so eine große Sa­che ge­wor­den", erzählt Bas­tian Schün­ke, "dann hätte ich die Auf­fahr­ten ein­fach nur für mich ge­macht." Für das Pro­jekt Mount Ever­est trai­nie­ren die bei­den seit De­zem­ber. Ver­rückte Ideen hatte Bas­tian Schünke schon so ei­ni­ge. Vor ein paar Jah­ren ist er mit dem Fahr­rad von Flens­burg bis nach Gar­misch-Par­ten­kir­chen ein­mal längs durch Deutsch­land ge­fah­ren, auf der Bie­le­fel­der Rad­renn­bahn hat er ver­sucht einen dort be­ste­hen­den Bahn­radre­kord zu knacken. Auf den Ge­dan­ken sech­zig­mal die Gro­ten­burg per Fahr­rad zu er­klim­men, hat ihn ge­wis­ser­maßen seine Frau ge­bracht. Durch sie hat er die Liebe zu den Ber­gen und da­mit auch zu Berg- und Klet­ter­steig­tou­ren ent­deckt. "Für Berg­stei­ger ist der Mount Ever­est auf je­den Fall eine Haus­num­mer, und ir­gend­wann war die Idee da, zu­min­dest den lip­pi­schen Mount Ever­est mit dem Fahr­rad hoch­zu­fah­ren. Am 4. Mai wird für die Ak­tion die Straße zum Her­manns­denk­mal für den Au­to­ver­kehr ge­sperrt. Schließ­lich fah­ren nicht nur Bas­tian Schünke und Jörg Rolf die Strecke, auch in­ter­es­sierte und trai­nierte Spon­so­ren dür­fen mit­fah­ren. Al­ler­dings im­mer nur 60 pro Auf­fahrt. Für Ver­pfle­gung und Rah­men­ge­sche­hen ist eben­falls ge­sorgt. Auf dem Grill­platz am Muff­lon­kamp in Hid­de­sen wer­den ver­schie­dene Stände auf­ge­baut, die Ge­sund­heits­al­li­anz Lippe e.V. wird da­bei sein, ebenso wie das Team Al­pe­cin, dass ein paar Pro­fi­renn­rä­der aus­stel­len wird. Dass das Duo für seine Ak­tion die Ge­neh­mi­gung be­kom­men hat, die Straße sper­ren zu las­sen, liegt für Jörg Rolf an drei Fak­to­ren: der Po­pu­la­rität des Fahr­rad­fah­rens, der At­trak­ti­vität der Ge­samt­ver­an­stal­tung und dass die Spende an einen so wich­ti­gen Be­reich des Fa­mi­li­enkli­ni­kums geht. Wer die Ak­tion noch un­ter­stüt­zen möch­te, auch noch am Ak­ti­ons­tag selbst ma­chen oder sich aber di­rekt un­ter  in­fo@­kuehl­muss-grab­be.­de ­mel­den. Die Rich­tung ist vor­ge­ge­ben. Von Hid­de­sen geht es hoch zum Her­manns­denk­mal. Fo­to: Merz

vom 03.04.2019 | Ausgabe-Nr. 14A

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