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Grüne nehmen Bahnhöfe in Lemgo unter die Lupe

Check: Alle drei Lemgoer Haltepunkte weisen Mängel auf

v.l. Ralf Kersting, Ute Koczy, Tanja Kersting, Dr. Burkhard Pohl.

Foto: Ellerbrake

v.l. Ralf Kers­ting, Ute Koc­zy, Tanja Kers­ting, Dr. Burk­hard Pohl. ­Fo­to: El­ler­brake

Lemgo (ne). Miss­stände auf­de­cken und Ver­bes­se­rungs­vor­schläge sam­meln, das möch­ten die Grü­nen mit ih­ren Bahn­hof­schecks in Ost­west­fa­len-Lippe er­rei­chen. Sechs Mit­glie­der der Par­tei ha­ben sich die drei Lem­goer Bahn­höfe vor­ge­nom­men und auf Herz und Nie­ren ü­ber­prüft.

Die drei Bahn­hö­fe, das sind Lemgo-Lütt­feld, Hörst­mar und der zen­trale Bahn­hof. "Wir ach­ten vor al­lem dar­auf, ob die Bahn­höfe für Fremde – also Gäste der Stadt – at­trak­tiv sind und ob sich diese dort gut zu­recht­fin­den kön­nen", sagte Dr. Burk­hard Pohl von der Ver­kehrs-AG der Grü­nen. Mit ei­ner Check­liste be­waff­net un­ter­suchte die Gruppe nicht nur die Bahn­höfe selbst, son­dern auch die ent­spre­chen­den Zu­wege und Be­schil­de­run­gen ganz ge­nau. Hin­ter­grund der Ak­tion ist, dass der Nah­ver­kehr für die Bür­ger im­mer wich­ti­ger wird und, um die Um­welt zu scho­nen, auch noch wei­ter wer­den soll. Bis Ende März sol­len alle Bahn­höfe in OWL in­spi­ziert wor­den sein und neh­men dann au­to­ma­tisch bei dem Wett­be­werb um den at­trak­tivs­ten Bahn­hof in ganz OWL teil. Dass selbst neu­wer­ti­gere Bahn­sta­tio­nen nicht wirk­lich zu Ende ge­dacht sind, zeigt sich vor al­lem an der Sta­tion Lemgo-Lütt­feld. "Wir sind natür­lich froh, diese Sta­tion zu ha­ben, al­leine schon we­gen der vie­len Stu­den­ten, die die Hoch­schule be­su­chen. Da geht das Pro­blem aber schon los, denn die diese ist für Orts­fremde vom Bahn­hof aus kaum auf­find­bar. Die Wege zu der Hoch­schule so­wie zu der Phoe­nix Con­tact-Arena sind nur ganz spo­ra­disch aus­ge­schil­dert und wenn, dann nur für Au­to­fah­rer. Wer an der Bahn­sta­tion aus­steigt, steht erst­mal vor dem Nichts. Ein ver­nünf­ti­ges Leit­sys­tem würde si­cher­lich Sinn ma­chen", er­klärte Pohl. Der zen­trale Bahn­hof kam bei den Tes­tern lei­der auch nicht so gut weg. Für war­tende Fahr­gäste kann es näm­lich im Win­ter und bei schlech­tem Wet­ter schon ein­mal ziem­lich un­gemüt­lich wer­den. "Das vor­han­dene Dach schützt so gut wie gar nicht vor Re­gen und in der War­te­halle im Bahn­hofs­ge­bäude kön­nen sich die Fahr­gäste auch nur während der Öff­nungs­zei­ten un­ter der Wo­che un­ter­stel­len", er­klärte Pohl. Be­son­ders skur­ril: Die elek­tro­ni­schen An­zei­ge­ta­feln im Zen­trum und an der Sta­tion Lütt­feld zei­gen le­dig­lich die Fahrt­zei­ten der An­schluss­busse an und nicht die Zei­ten der Bah­nen. Das Park­haus für Fahrrä­der im Zen­trum sollte nach Mei­nung des Teams viel bes­ser be­wor­ben wer­den. Kaum je­mand wüsste da­von, dass es ne­ben dem Fahr­rad­park­platz auch das Park­haus gibt. An al­len drei Bahn­hö­fen sei außer­dem das Blin­den­leit­sys­tem ent­we­der nicht oder nur teil­weise vor­han­den. Auch ein bar­rie­re­freier Zu­gang sei kaum mög­lich. Zu­sam­men­fas­send sei also bei al­len noch Luft nach oben. Die Er­geb­nisse ge­ben die Grü­nen an die Bahn und die Stadt wei­ter.

vom 30.03.2019 | Ausgabe-Nr. 13B

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