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Eine bessere Imagepflege

(von links) Martin Bereuter, Leo Lübke, Josef Fuhrmann und Moderatorin Brigitte Labs-Ehlert sind in der Galerie Haus Bachrach im Dialog. Foto: Nicole Ellerbrake

(von links) Mar­tin Be­reu­ter, Leo Lüb­ke, Jo­sef Fuhr­mann und Mo­de­ra­to­rin Bri­gitte Labs-Eh­lert sind in der Ga­le­rie Haus Bachrach im Dia­log. Fo­to: Ni­cole El­ler­brake

Schie­der-Schwa­len­berg (ne). Seit ei­ni­gen Jah­ren feilt das Hand­werk in Deutsch­land mit ei­ner groß an­ge­leg­ten Kam­pa­gne an sei­nem Image. Denn ei­gent­lich hat diese auch in Lippe sehr große Be­rufs­gruppe für die Ge­sell­schaft einen her­aus­ra­gen­den Stel­len­wert. Sie müsse da­her wie­der stär­ker ins Be­wusst­sein rü­cken, lau­tete auch der Kon­sens beim vier­ten Schwa­len­ber­ger Tisch­ge­spräch, zu dem der Kunst­ver­ein Schie­der-Schwa­len­berg un­ter dem Ti­tel "Wir auf dem Lan­d" in die Ga­le­rie Haus Bachrach ge­la­den hat­te. Mehr als 60 in­ter­es­sierte Gäste hat­ten sich in der Ga­le­rie ver­sam­melt und dis­ku­tier­ten im An­schluss an den Vor­trag mit den drei Hand­wer­kern auf dem Po­dium rege mit. Tisch­ler und Ar­chi­tekt Mar­tin Be­reu­ter war ei­gens aus Ös­ter­reich an­ge­reist, um einen Vor­trag ü­ber die Ko­ope­ra­tion von Hand­wer­kern im "Wer­kraum Bre­gen­zer­wald" zu re­fe­rie­ren, des­sen Vor­stands­mit­glied er ist. Gleich­zei­tig eröff­nete er seine Aus­stel­lung "­Kon­stel­la­tion Hand­werk". Eben­falls zu Gast wa­ren Tisch­ler­meis­ter Jo­sef Fuhr­mann, der seit 30 Jah­ren eine Tisch­le­rei in Höx­ter be­treibt, und Leo Lüb­ke, In­ha­ber des Pols­ter­mö­bel­her­stel­lers "­COR Sitz­mö­bel" aus Rheda-Wie­den­brück. Sie alle ver­fol­gen das Ziel, den aus ih­rer SIcht stark in den Hin­ter­grund gerück­ten Be­rufs­zweig des Hand­werks für die Men­schen wie­der at­trak­ti­ver zu ma­chen. Fuhr­mann kennt die Pro­bleme in der Bran­che, die haupt­säch­lich aus sin­ken­der An­er­ken­nung der Ge­sell­schaft des Be­ru­fes an sich und feh­len­dem Nach­wuchs be­ste­hen. Ein Grund dafür sei vor al­lem, dass Schul­ab­gän­ger von ih­ren El­tern häu­fig zum ei­nem Stu­dium ge­drängt wür­den. "Das Hand­werk hat bis­her noch kei­nen Weg ge­fun­den, einen Stu­dier­ten wie­der zu ei­nem Hand­wer­ker zu ma­chen", er­klärte Fuhr­mann. Diese Mei­nung teilte auch das Pu­bli­kum. Ne­ben Ideen für neue Mö­bel kam von den Gäs­ten mehr­fach der Vor­schlag, die Be­triebe für die Bür­ger wie­der zugäng­li­cher zu ma­chen, denn vor al­lem für junge Men­schen seien sie so gut wie nicht prä­sent. Auch eine Image­auf­wer­tung war ein mehr­fach geäußer­ter Wunsch. Das Hand­werk, das für viele Men­schen in der Ver­gan­gen­heit ein­mal den be­ruf­li­chen Dreh- und An­gel­punkt dar­stell­te, friste mitt­ler­weile auf­grund der viel­fäl­ti­gen aka­de­mi­schen Mög­lich­kei­ten ein Schat­ten­da­sein. Die An­nah­me, dass Hand­wer­ker nicht be­son­ders in­tel­li­gent sein müs­sen, ist laut Fuhr­mann eben­falls längst ü­ber­holt: "Das Ziel sollte sein, den jun­gen Leu­ten sa­gen zu kön­nen: Wenn du zum Hand­wer­ker nicht taugst, kannst du im­mer noch stu­die­ren ge­hen." Missen möchte er sei­nen Job nicht, denn er freut sich je­den Tag auf seine Ar­beit und schätzt vor al­lem den per­sön­li­chen Kon­takt: "Im Hand­werk lie­fert man im­mer für einen Kun­den eine tolle Idee und am Ende ein tol­les Pro­duk­t."

vom 23.03.2019 | Ausgabe-Nr. 12B

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