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Die Geschichte des Steinhofs in Lieme

40. Ausgabe "Lippische Kulturlandschaften"über Kaempfers Zuhause

Pastor Fred Niemeyer, Dr. Stefan Wiesekopsieker und Karl-Rochus Kintscher. Foto: LMH

Pas­tor Fred Nie­meyer, Dr. Ste­fan Wie­se­kop­sie­ker und Karl-Ro­chus Kint­scher. Fo­to: LMH

Lemgo (LM­H). Die 40. Aus­gabe der "Lip­pi­schen Kul­tur­land­schaf­ten" nimmt den Lie­mer Stein­hof in den Blick. Da­mit reiht sich der Wohn­ort En­gel­bert Ka­emp­fers in die Riege der be­deu­ten­den Ge­bäude und Orte Lippe ein – ne­ben den Ex­t­ern­stei­nen, der Fal­ken­burg und dem Schloss Bra­ke.

Das Heft be­leuch­tet auf 30 Sei­ten die Ge­schichte des Stein­ho­fes von den frühe­s­ten Zeug­nis­sen aus dem 15. und 16. Jahr­hun­dert bis zu den heu­ti­gen Plä­nen für das Areal. Es gilt mitt­ler­weile als weit­ge­hend si­cher, dass hier ein­mal ein statt­li­ches dreiflü­ge­li­ges Her­ren­haus ge­stan­den hat. Ka­emp­fer lebte in ei­nem deut­lich be­schei­de­neren Fach­werk­haus, das an der Stelle des heu­ti­gen Pfarr­hau­ses stand. Ü­ber die­sen Teil der Bau­ge­schichte be­rich­tet Dr. Hein­rich Stie­we, Volks­kund­ler und Bau­his­to­ri­ker des LWL-Frei­licht­mu­se­ums Det­mold, in sei­nem Ar­ti­kel. Die His­to­ri­ke­rin und ehe­ma­lige Lei­te­rin des Lem­goer Stadt­ar­chivs, Dr. Gi­sela Wil­bertz, schreibt ü­ber das Le­ben des berühm­ten Lem­goers, den All­tag auf dem Stein­hof und den Streit um sein Erbe nach Ka­emp­fers Tod. Um die Samm­lun­gen Ka­emp­fers von sei­nen Rei­sen nach Asien geht es in dem Bei­trag von Jür­gen Scheff­ler, Lem­goer Mu­se­ums­lei­ter. Am Ende stellt der Hobby-Ka­emp­fer-Ex­perte Karl-Ro­chus Kint­scher die Pläne für den Il­se­park vor, der noch in die­sem Jahr ge­baut wer­den soll. "Wir sind hier als Kir­chen­ge­meinde an ei­nem his­to­ri­schen Or­t", er­klärt Pfar­rer Fred Nie­meyer, warum sich die Lie­mer Ge­meinde an dem Pro­jekt be­tei­ligt. Die Ge­schichte des Stein­hofs be­treffe ganz di­rekt auch die Kir­che und die dort be­hei­ma­tete Cre­do­weg-Aus­stel­lung – Spi­ri­tua­lität im All­tag, ge­nau das spüre man an sol­chen his­to­ri­schen Or­ten. Da­her soll Ka­emp­fer auch in ei­nem Raum in dem Ge­bäu­de, wo das Ge­mein­de­büro un­ter­ge­bracht ist, ge­wür­digt wer­den. "Das soll aber keine Kon­kur­renz zum Ka­emp­fer-Raum im He­xen­bür­ger­meis­ter­haus sein", be­tont Kint­scher. Die Hefte "Lip­pi­sche Kul­tur­land­schaft" sind im Ge­mein­de­büro für 4 Euro er­hält­lich. Al­les sei "auf wis­sen­schaft­li­chem Ni­veau", wie Dr. Ste­fan Wie­se­kop­sie­ker, Vor­sit­zen­der des Lip­pi­schen Hei­mat­bun­des, be­tont. We­gen ih­rer kom­pak­ten In­for­ma­tio­nen seien die Hefte auch als hand­li­che Rei­se­füh­rer und Er­in­ne­rung be­gehrt. Auch im He­xen­bür­ger­meis­ter­haus und bei Lemgo Mar­ke­ting sind Ex­em­plare er­hält­lich. Karl-Ro­chus Kint­scher hofft, dass die neue Aus­gabe Men­schen neu­gie­rig ma­che auf Ka­emp­fer und sein Werk: "­Was er uns hin­ter­las­sen hat, ist un­fass­bar". Rund 3.500 Ex­po­nate aus sei­ner Samm­lung wür­den in Lon­don im Brit­schen Mu­seum auf­be­wahrt. "­Man stößt im­mer auf et­was, das man noch nicht kann­te." Und auch das Heft ver­rate ei­ni­ges, das ü­ber En­gel­bert Ka­emp­fer nicht all­ge­mein be­kannt sei.

vom 23.03.2019 | Ausgabe-Nr. 12B

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