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"Fridays for Future" erreicht auch die Schüler in Lemgo

Schüler demonstrierten auf dem Marktplatz für den Klimaschutz

Zahlreiche Schüler haben am Freitagmittag auf dem Marktplatz demonstriert. Auf Plakaten fordern sie, dass etwas gegen den Klimawandel getan wird.      Foto: LMH

Zahl­rei­che Schü­ler ha­ben am Frei­tag­mit­tag auf dem Markt­platz de­mons­triert. Auf Pla­ka­ten for­dern sie, dass et­was ge­gen den Kli­ma­wan­del ge­tan wird. Fo­to: LMH  weitere Bilder »

Lemgo (LM­H). Im Rah­men der Be­we­gung "Fri­days for Fu­tu­re" ha­ben am Frei­tag­mit­tag auch erst­mals in Lemgo Ju­gend­li­che für den Kli­ma­schutz de­mons­triert. Auch in Lippe trieb sie die Wut und Trauer ü­ber die aus ih­rer Sicht ver­hee­rende Kli­ma­po­li­tik re­gie­ren­der Po­li­ti­ker welt­weit auf die Straße. Nach dem Vor­bild der schwe­di­schen Schü­le­rin Greta Thun­berg, die jüngst für den Frie­dens­no­bel­preis no­mi­niert wur­de, pro­tes­tier­ten die jun­gen Lem­goer ge­gen Treib­h­aus­gas-Emis­sio­nen und den Ab­bau von Koh­le, Öl und Gas. Großen Bei­fall ern­tete Alex­an­der Fre­vert von der Links­ju­gend für seine Rede auf Markt­platz. "Wir ha­ben Sta­tis­ti­ken zu­folge nur noch elf Jah­re, um Ein­fluss auf den Kli­ma­wan­del zu neh­men", mahnte Alex­an­der Fre­vert von der Links­ju­gend die An­we­sen­den. "Jahr für Jahr stellt der Kli­ma­gip­fel fest, dass kei­nes sei­ner Vor­jah­res­ziele er­reicht wur­de. Löch­rige Ver­träge aber sor­gen dafür, dass im­mer wie­der Aus­re­den ge­fun­den wer­den. Durch Um­welt­zer­störung wer­den Pro­fite er­reicht." Volks­wa­gen bei­spiels­weise habe für sei­nen Ab­gas-Skan­dal in den USA rund 21 Mil­li­ar­den Dol­lar Strafe zah­len müs­sen. "­Sol­che Sum­men sind eine Klei­nig­keit für Kon­zerne in der Größe", sagte Fre­vert wei­ter. "­Die­ses Geld aber könnte man ge­nauso gut in die Ar­beit an ö­ko­lo­gi­schen Al­ter­na­ti­ven in­ves­tie­ren." Wün­schens­wert sei eine Wirt­schaft, die nach den In­ter­es­sen der All­ge­mein­heit han­delt und die durch die Ge­sell­schaft kon­trol­liert wird.

Wie auch in an­de­ren Städ­ten bun­des- und welt­weit schwänz­ten ei­nige Teil­neh­mer zu­guns­ten der Demo die Schu­le. "Wir wol­len nicht die letzte Ge­ne­ra­tion sein, die et­was un­ter­neh­men kann", sagt Teil­neh­mer Luis (12). "­Der Pla­net ist doch schon ka­putt. Ir­gend­je­mand muss sich mal küm­mern." Auch die Schü­le­rin­nen Ma­rika (15) und So­phie (16) schließen sich die­ser Mei­nung an: "Wir un­ter­stüt­zen je­des ein­zelne Wort, das heute ge­sagt wur­de." Dass sie dafür dem Un­ter­richt fern blei­ben, sei es ih­nen wert, sa­gen bei­de. Auch Char­lotte und Leo­nie (beide 16) be­tei­li­gen sich am Pro­test: "Wir müs­sen ak­tiv wer­den, um un­sere Zu­kunft zu ret­ten." Das Schwän­zen könnte für die Lem­goer Ak­ti­vis­ten aber Kon­se­quen­zen ha­ben. Bär­bel Fi­scher, Di­rek­to­rin des En­gel­bert-Ka­emp­fer-Gym­na­si­ums, und Nor­bert Fi­scher, Lei­ter der Lem­goer Re­al­schu­le, wer­den sich in Sa­chen Demo an die Vor­ga­ben der Lan­des­re­gie­rung hal­ten. "Wir sind an­ge­wie­sen, für die Ein­hal­tung der Schul­pflicht Sorge zu tra­gen", sagt Fi­scher. Das be­deu­tet: Der Streik wird als un­ent­schul­digte Fehl­stunde im Klas­sen­buch ein­ge­tra­gen, für die Jahr­gänge fünf bis acht be­deu­tet das auch einen Ver­merk im Zeug­nis. Die Junge Union (JU) Lemgo nahm in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung zu der Kund­ge­bung auf dem Markt­platz Stel­lung. "Wir be­grüßen es, wenn sich Kin­der und Ju­gend­li­che po­li­tisch in­ter­es­sie­ren und en­ga­gie­ren", be­tont Vor­sit­zen­der Ja­nik Wie­mann. Al­ler­dings sei dies nur außer­halb der Schul­zeit le­gi­tim. Im Klar­text: Wenn Schü­ler für den "Fri­day for Fu­tu­re" schwän­zen, lehnt die JU das ab. Al­ler­dings sei die "­Be­wah­rung der Schöp­fung auch für die Union eine we­sent­li­che Grundsäu­le".

vom 20.03.2019 | Ausgabe-Nr. 12A

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