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Bekenntnis zu Gerechtigkeit und Versöhnung

Lippische Landeskirche tagt mit internationalen Partnern

Das Bekenntnis von Belhar im Mittelpunkt: Internationale theologische Tagung in der Detmolder Christuskirche, unter anderem mit Landessuperintendent Dietmar Arends (vorne, rechts). Foto: Lippische Landeskirche

Das Be­kennt­nis von Bel­har im Mit­tel­punkt: In­ter­na­tio­nale theo­lo­gi­sche Ta­gung in der Det­mol­der Chris­tus­kir­che, un­ter an­de­rem mit Lan­des­su­per­in­ten­dent Diet­mar Arends (vor­ne, rechts). Fo­to: Lip­pi­sche Lan­des­kir­che

Kreis Lip­pe/­Det­mold. Zu ei­ner in­ter­na­tio­na­len theo­lo­gi­schen Ta­gung hatte die Lip­pi­sche Lan­des­kir­che nach Det­mold ein­ge­la­den. In der Chris­tus­kir­che ging es um die ak­tu­elle Be­deu­tung des "­Be­kennt­nis­ses von Bel­har", das die süd­afri­ka­ni­sche Part­ner­kir­che der Lip­pi­schen Lan­des­kir­che 1986 im Kampf ge­gen die Apart­heid for­mu­liert hat­te. Ne­ben deut­schen und in­ter­na­tio­na­len Re­fe­ren­ten nah­men auch Ver­tre­ter fast al­ler an­de­ren Part­ner­kir­chen an der Kon­fe­renz teil.

Hin­ter­grund ist, dass die Lip­pi­sche Lan­des­kir­che einen Be­ra­tungs­pro­zess darü­ber be­gon­nen hat, ob sie in ihre Ver­fas­sung einen Be­zug auf die­ses Be­kennt­nis aus Süd­afrika auf­neh­men soll. Kir­che sei im­mer eine be­ken­nende Kir­che, er­läu­terte Prof. Dr. Mi­chael Wein­rich (Pa­der­born) in sei­nem Vor­trag. So sei zum Bei­spiel die Bar­mer Theo­lo­gi­sche Er­klärung von 1934, die sich ge­gen die falsche Theo­lo­gie der Deut­schen Chris­ten im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus rich­te­te, in be­droh­ter Zeit for­mu­liert wor­den. In en­gem Be­zug hier­auf sei 1986 das Be­kennt­nis von Bel­har ent­stan­den. Be­kennt­nisse wie diese könn­ten für die heu­tige Kir­che "wich­tige und manch­mal ent­schei­dende Hel­fer und Weg­wei­ser" sein. Dr. Mar­git Ernst-Ha­bib (U­ni­ver­sität des Saar­lan­des) führte in die theo­lo­gi­schen Grun­dent­schei­dun­gen des süd­afri­ka­ni­schen Be­kennt­nis­ses ein: Un­ter an­de­rem gehe es darin um Ein­heit, Ver­söh­nung und Ge­rech­tig­keit. Wei­tere Bei­träge ka­men aus der "Mut­ter­kir­che" des Be­kennt­nis­ses, der "U­ni­ting Re­for­med Church in Southern Af­ri­ca" und zwei Kir­chen aus Bel­gien und den USA, die das Be­kennt­nis be­reits an­ge­nom­men ha­ben. Auch das un­ter­schied­li­che Ver­ständ­nis von Be­kennt­nis­sen aus re­for­mier­ter und lu­the­ri­scher Sicht wurde durch Kurz­vor­träge be­leuch­tet. "­Die Det­mol­der Ta­gung hat wich­tige Im­pulse für die wei­tere Dis­kus­sion in der Lan­des­kir­che ge­ge­ben", sagte Lan­des­su­per­in­ten­dent Diet­mar Arends. "Da­bei wer­den wir klären müs­sen, wel­che Be­deu­tung für uns das Be­ken­nen hat und was uns das Be­kennt­nis von Bel­har zu heu­ti­gen Fra­gen zu sa­gen hat, zum Bei­spiel an­ge­sichts großer so­zia­ler Brüche oder auch an­ge­sichts ei­nes wie­der­er­star­ken­den Ras­sis­mus."

vom 02.03.2019 | Ausgabe-Nr. 9B

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