LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Kreis Lippe

Händler warnen vor den Folgen des Online-Einkaufens für Innenstädte

Neujahrsempfang des Handelsverbands OWL in Lemgo

Neujahrsempfang Handelsverband OWL im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake mit (von links) Hauptgeschäftsführer Thomas Kunz, Dr. Carsten Linnemann (CDU), dem Vorsitzenden Prof. Dr. Johannes Beverungen, Detlev Niehaus (Vorstandsmitglied Handelsverband Lemgo) und Lemgos Bürgermeister Dr. Reiner Austermann.

Neu­jahrs­emp­fang Han­dels­ver­band OWL im We­ser­re­naissance-Mu­seum Schloss Brake mit (von links) Haupt­ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Kunz, Dr. Cars­ten Lin­ne­mann (C­DU), dem Vor­sit­zen­den Prof. Dr. Jo­han­nes Be­ver­un­gen, Det­lev Nie­haus (Vor­stands­mit­glied Han­dels­ver­band Lem­go) und Lem­gos Bür­ger­meis­ter Dr. Rei­ner Aus­ter­mann.  weitere Bilder »

Kreis Lip­pe/Lemgo (LM­H). Für den sta­tionäre Han­del wir der Druck durchs In­ter­net im­mer stär­ker. Das klang beim Neu­jahrs­emp­fang des Han­dels­ver­bands OWL im We­ser­re­naissance-Mu­seum Lemgo deut­lich durch. Mit dem Drei­klang "­Ver­ar­mung, Ver­grau­ung, Fi­lia­li­sie­rung der In­nenstäd­te" be­schrieb der Ver­bands­vor­sit­zende Prof. Dr. Jo­han­nes Be­ver­un­gen die durch­aus reale Ge­fahr für die Fußgän­ger­zo­nen. Be­son­ders In­ter­net-Riese Ama­zon steht bei­spiel­haft für die wach­sende Macht des On­line-Han­dels. OWL-Ver­bands­vor­sit­zen­der Be­ver­un­gen sprach von der "A­ma­zo­ni­sie­rung": "Kleine Händ­ler be­ge­ben sich in eine sehr ge­fähr­li­che Ab­hän­gig­keit und ver­lie­ren wich­tige Kun­den­da­ten.""40 Pro­zent des Han­dels fin­den in­zwi­schen im In­ter­net stat­t", er­klärte Det­lev Nie­haus, Chef des gleich­na­mi­gen Spiele-Fach­ge­schäfts in der Lem­goer Mit­tel­straße, für seine Bran­che. Das werde sich in den nächs­ten Jah­ren spür­bar auf die Stand­orte aus­wir­ken, denn "­Bits und By­tes schlen­dern nicht durch die Fußgän­ger­zo­ne". Et­li­che un­ab­hän­gige Händ­ler sähen sich be­reits ge­zwun­gen, Ama­z­ons Mar­ket­place-Platt­form zu nut­zen, um ihre Wa­ren im Netz zu ver­kau­fen.

Zwar nehme die Ge­fahr von Leer­stän­den in den Städ­ten zu, aber die Lä­den vor Ort müss­ten diese Her­aus­for­de­run­gen an­neh­men, so ei­nige Red­ner. Be­ver­un­gen nannte Lemgo als Po­si­tiv-Bei­spiel für ge­lun­gene In­nen­stadt-Stand­ort­po­li­tik, kri­ti­sierte vor vie­len Gäs­ten aus Po­li­tik und Ver­wal­tung aber die "Un­gleich­be­hand­lung": In­ter­na­tio­nale In­ter­net­kon­zerne könn­ten reich­lich Steu­er­schlupflöcher nut­zen und hät­ten nicht mit Ge­werk­schafts­kla­gen we­gen ver­kaufsof­fe­nen Sonn­ta­gen zu tun. Im Ü­b­ri­gen sei wie­der mehr Wett­be­werb not­wen­dig: We­nige Kon­zerne do­mi­nier­ten im­mer stär­ker den Markt im Netz. Auch CDU-Bun­des­tags­frak­ti­ons­vize Dr. Cars­ten Lin­ne­mann (Pa­der­born), Vor­sit­zen­der der Mit­tel­stands- und Wirt­schafts­ver­ei­ni­gung der Union, setzt auf den mit­telstän­di­schen Händ­ler. Er brachte zu­gleich sein Un­be­ha­gen ge­genü­ber dem Kon­zept von Wirt­schafts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­maier zum Aus­druck: "Ich möchte kei­nen Staat, der sich an Kon­zer­nen be­tei­lig­t."

vom 20.02.2019 | Ausgabe-Nr. 8A

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten