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Man sollte sich nicht auf die DIN Norm verlassen

Kreishaus testet Entflammbarkeit von Dämmstoffen

 

Kreis Lippe (k­m). Po­ly­sty­rol gilt laut DIN Norm als "schwer ent­flamm­bar", Mi­ne­ral­fa­ser wird als "­nicht brenn­bar" ein­ge­stuft, Holz­fa­ser und Zel­lu­lose ha­ben die Kenn­zeich­nung "nor­mal ent­flamm­bar". Aber ist das wirk­lich so? Im Rah­men der Ver­an­stal­tung "­Bauen mit Holz" im Kreis­haus in Det­mold wur­den die vier Ma­te­ria­lien der Probe aufs Ex­em­pel un­ter­zo­gen. Dazu hatte Prof. Dr. Hans Löf­flad von der Hoch­schule für nach­hal­tige Ent­wick­lung in Ebers­walde auf dem Park­platz des Kreis­hau­ses einen Ver­such auf­ge­baut. Die nach­ge­baute Dach­kon­struk­tion wur­de, wie bei ei­nem Haus­brand von un­ten ent­flammt. Be­reits nach zehn Mi­nu­ten wurde deut­lich: Die DIN Nor­men hal­ten nicht was sie ver­spre­chen. Die als "schwer ent­flamm­bar" gel­tende Po­ly­sty­rol Dämm­platte brannte als ers­tes durch. Nach wei­te­ren zehn Mi­nu­ten war auch die Mi­ne­ral­fa­ser durch, die Zel­lu­lose hatte sich schon stark er­hitzt, nur die Ober­flächen­tem­pe­ra­tur der Holz­fa­ser lag bei etwa neun Grad Cel­si­us. "Ich wusste natür­lich, dass der Ver­such ge­nau so aus­ge­hen wür­de", schmun­zelte Hans Löf­flad hin­ter­her und fügte hin­zu, dass die Bau­bran­che ge­nau das ei­gent­lich auch wüss­te. Al­ler­dings ist Po­ly­sty­rol der kos­tengüns­tigste Bau­stoff und da­durch in gut 90 Pro­zent al­ler Ein- und Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser ver­baut. Der Preis für Holz­fa­ser als Wär­me­dämm­stoff liegt etwa 30 Pro­zent ü­ber dem Preis für Po­ly­sty­rol­plat­ten.

"­Holz – als nach­hal­ti­ger res­sour­cen- und kli­ma­scho­nen­der Bau­stoff – ge­nießt in OWL im­mer noch ein Mau­er­blüm­chen­da­sein. Wir möch­ten dazu bei­tra­gen, dass der Holz­bau in der Re­gion einen größe­ren Stel­len­wert er­häl­t" er­klärt Fach­be­reichs­lei­te­rin Um­welt und Ener­gie, Dr. Ute Rö­der. Auch Mar­kus Herbst, Kli­ma­pakt­ma­na­ger beim Kreis Lip­pe, be­tont die Ef­fi­zi­enz und Wirt­schaft­lich­keit von Holz als Bau­stoff. So wird auch die Fassade des Kreis­hau­ses mit nach­hal­ti­gen Roh­stof­fen sa­niert. Ein Pro­jekt, das vom Land mit 13 Mil­lio­nen Euro un­ter­stützt wird. "Auch in Düs­sel­dorf mer­ken wir natür­lich, dass der Kreis Lippe in Sa­chen Kli­ma­schutz und Nach­hal­tig­keit sehr en­ga­giert und ak­tiv ist. Die nach­hal­tige Sa­nie­rung ist da­bei al­ler­dings auch Be­din­gung für die Un­ter­stüt­zung", so Pe­tra Scheps­meier von der Ener­gie­Agen­tur.N­RW.

vom 16.02.2019 | Ausgabe-Nr. 7B

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