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Zahl der Krätze-Erkrankten steigt

Gesundheitsamt Lippe meldet mehr als 30 Fälle

Kreis Lip­pe. Eine Er­kran­kung, die in vie­len Köp­fen als längst ver­ges­sen galt, tritt seit ei­ni­gen Jah­ren wie­der gehäuft auf: Die Rede ist von der Krät­ze. Dem lip­pi­schen Ge­sund­heits­amt sind seit An­fang des Jah­res mehr als 30 Fälle aus Ge­mein­schaft­sein­rich­tun­gen ge­mel­det wor­den, die tatsäch­li­che An­zahl der Er­krank­ten ist ver­mut­lich höher, er­klärt der Kreis Lippe in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung. Um ei­ner wei­te­ren Ver­brei­tung ent­ge­gen­zu­wir­ken, gibt das Ge­sund­heits­amt nun wich­tige In­fos und Tipps, was im Falle ei­ner An­ste­ckung zu be­ach­ten ist und wie man die Ge­fahr ei­ner An­ste­ckung prä­ven­tiv ver­rin­gern kann. Krät­ze, me­di­zi­nisch als Ska­bies be­zeich­net, ist eine durch die Ska­bies­milbe ver­ur­sachte an­ste­ckende Haut­krank­heit des Men­schen. Nach ei­ner Be­sied­lung der Haut durch die nur 0,3 bis 0,5 Mi­li­me­ter großen Mil­ben gra­ben sich die Weib­chen in die oberste Haut­schicht der be­trof­fe­nen Per­so­nen ein, um dort ihre Eier ab­zu­le­gen. Dies führt in der Re­gel zu sehr star­kem Juck­reiz so­wie durch die Aus­schei­dun­gen der Mil­ben auch zu mas­si­ven Hautir­ri­ta­tio­nen. Be­son­ders stark ist die­ses während der Nachtruhe durch die Bett­wärme wahr­zu­neh­men. Galt noch vor ei­ni­gen Jah­ren die Aus­sa­ge, Krätze würde mit un­hy­gie­ni­schen Le­ben­sumstän­den ein­her­ge­hen, so kann diese Aus­sage heut­zu­tage nicht mehr pau­schal ge­trof­fen wer­den. Das Ge­sund­heits­amt be­ob­ach­tet, dass sich die Er­kran­kung in­zwi­schen durch alle Ge­sell­schafts­schich­ten ver­brei­tet. Der primäre Ü­ber­tra­gungs­weg der Mil­ben er­folgt von Mensch zu Men­sch, ü­ber­wie­gend durch en­gen, län­ger an­dau­ern­dem Haut­kon­takt (fünf bis zehn Mi­nu­ten). Al­ler­dings kann eine Ü­ber­tra­gung der Mil­ben auch bei kür­ze­rem Kon­takt nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Denn Ska­bies­mil­ben kön­nen außer­halb des Wir­tes auf Tex­ti­lien wie Klei­dung oder Bett­wä­sche etwa zwei bis drei Tage ü­ber­le­ben. "Eine Be­son­der­heit der Ska­bies ist in ih­rem Ver­lauf zu se­hen", schreibt das Ge­sund­heits­amt. Nach der Be­sied­lung durch die Mil­ben kön­nen mit­un­ter meh­rere Wo­chen bis zum Auf­tre­ten ers­ter Sym­ptome ver­ge­hen. Da­her ist eine Ü­ber­tra­gung während die­ser Zeit nicht aus­zu­sch­ließen. Eine zen­trale Rolle bei der Be­hand­lung spielt der be­han­delnde Arzt. Er sollte da­hin­ge­hend auf­klären, dass sich Kon­takt­per­so­nen zeit­nah un­ter­su­chen las­sen und ge­ge­be­nen­falls par­al­lel be­han­deln. Darü­ber hin­aus sollte der Pa­ti­ent un­be­dingt dar­auf auf­merk­sam ge­macht wer­den, Ge­mein­schaft­sein­rich­tun­gen wie Schule oder Kita ü­ber die Er­kran­kung zu in­for­mie­ren. Das In­fek­ti­ons­schutz­ge­setz (IfSG) ver­bie­tet Per­so­nen, die an Ska­bies er­krankt oder des­sen ver­däch­tigt sind, Ge­mein­schaft­sein­rich­tun­gen zu be­su­chen oder Tätig­kei­ten aus­ü­ben, bei de­nen sie Kon­takt zu den dort Be­treu­ten ha­ben. Das gilt, bis nach ärzt­li­chem Ur­teil eine Wei­ter­ver­brei­tung der Krank­heit durch sie nicht mehr zu be­fürch­ten ist. Die Durch­führung der Be­hand­lung ist durch ein ärzt­li­ches At­test nach­zu­wei­sen. Lei­ter von Ge­mein­schaft­sein­rich­tun­gen sind gemäß dem IfSG zur Mel­dung an das Ge­sund­heits­amt ver­pflich­tet. Die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Ärz­ten und der Ge­sund­heits­behörde sei von ele­men­ta­rer Be­deu­tung, da Be­trof­fene auch da­hin­ge­hend auf­ge­klärt wer­den soll­ten, in wel­chem Um­fang Um­ge­bungs­maß­nah­men er­for­der­lich sind. Darü­ber hin­aus ist die Ge­sund­heits­behörde in der La­ge, Kon­takt­per­so­nen zu er­mit­teln und ge­ge­be­nen­falls be­ra­tend tätig zu sein. Die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen ü­ber Krätze gibt es zu­sam­men­ge­fasst im In­ter­net un­ter ww­w.­in­fek­ti­ons­schutz.­de/er­re­ger­steck­brie­fe/­kraetze-ska­bies.

vom 16.02.2019 | Ausgabe-Nr. 7B

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