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Ehrenamtler bilden die Basis einer starken Wehr

Bilanz aus 2018: mehr Einsätze und Probleme mit Gaffern

Lemgo (n­r). 479 Einsätze hat die Lem­goer Wehr 2018 ver­zeich­net (433 in 2017) – wenn man Sturm­tief Frie­de­rike als einen ein­zi­gen Ein­satz hinzu zählt. Tatsäch­lich hat al­lein die Ex­trem­wet­ter­lage 163 Ex­tra-Einsätze ge­for­dert. Eine hohe Zahl. Nicht ein­ge­rech­net die vie­len Stun­den für Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen. Nüch­terne Zah­len präg­ten die Ge­ne­ral­ver­samm­lung der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Lemgo – und klare Worte zum Auf­re­ger-Thema "­Gaf­fer". Zum Jah­res­ende zählte die Lem­goer Feu­er­wehr 340 Mit­glie­der – noch. Denn wo­mit die eh­ren­amt­lich ar­bei­ten­den Ein­satz­kräfte im­mer mehr kon­fron­tiert wür­den, könne das En­ga­ge­ment schnell kip­pen las­sen, wie es Feu­er­wehr­chef Klaus We­ge­ner und Po­li­zei­be­am­ter Dirk Wal­len­stein in den Raum stell­ten. "­Die Zah­len neh­men zu", so Klaus We­ge­ner. "Es sind nicht nur "­Gaf­fer", son­dern auch drän­gelnde Au­to­fah­rer, Pö­be­leien und Un­ver­ständ­nis. Nur darü­ber re­den reicht nicht mehr aus. Jetzt ist Han­deln ge­frag­t." Auch Dirk Wal­len­stein fand klare Wor­te: "Wenn sprach­li­che Ent­glei­sun­gen und Ge­walt ge­gen Ein­satz­kräfte der Po­li­zei in­ak­zep­ta­bel sind, dann sind sie es doch erst recht bei Ein­satz­kräf­ten, die eh­ren­amt­lich ar­bei­ten." Und dass die Wehr un­er­setz­bar ist, zeig­ten die nüch­ter­nen Zah­len: 61 mal musste die Wehr­leute zur Brand­bekämp­fung aus­rü­cken, ü­ber­nah­men 56 Brand­si­cher­heits­wa­chen, leis­te­ten 235 Mal (2017:223) tech­ni­sche Hil­fe; un­ter an­de­rem 66 Mal bei Men­schen in Not­la­gen. 43 Einsätze gab es bei Was­ser- und Sturm­schä­den und bei 81 Öl­spur­einsät­zen und Die Un­ter­stüt­zung an­de­rer Kom­mu­nen durch 19 Einsätze (2017:6), wie bei Groß­feu­ern in Be­ga, Spork und Wüs­ten. Einen An­stieg ver­zeich­nete die Wehr auch bei den Fehl­alar­mie­run­gen, die in 2018 bei 102 la­gen (2017:81). Die Jah­res­bi­lanz der Tau­cher­gruppe weist für 2018 eben­falls höhere Zah­len auf. So muss­ten die Tau­cher in Lemgo vier­mal aus­rü­cken und ü­berört­li­che Un­ter­stüt­zung gleich in fünf Fäl­len leis­ten. Großes Lob gab es nicht nur für den Ein­satz in Not­la­gen, son­dern auch für die Brand­schutzer­zie­hung, bei der bis­her 9.286 Kin­der teil­ge­nom­men ha­ben und für die Aus­rich­tung des Kreis­zelt­la­gers mit 690 Teil­neh­mern und 120 ak­ti­ven Wehr­leu­ten. Auf der Ver­samm­lung wurde erst­mals die "Ju­gend­flam­me" der Stufe 1 und 2 ver­lie­hen. 11 junge Mit­glie­der der Feu­er­wehr-Ju­gend ha­ben hier­für Prü­fun­gen ab­ge­legt. Wie be­reits auf der Ge­ne­ral­ver­samm­lung für 2017 an­gekün­digt, hat die Lem­goer Wehr 2018 in die Aus­rüs­tung in­ves­tie­ren müs­sen: Hin­sicht­lich der ho­hen Zahl der Einsätze bei Un­wet­tern sind zu­sätz­li­che Wet­ter­schutz­ja­cken an­ge­schafft wor­den. Wei­tere Gel­der sind in zwei Un­ter­was­ser-Kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­la­gen ge­flos­sen. Hier er­set­zen ka­bel­ba­sierte Sys­teme funk­ba­sier­te, die ein Zu­ge­winn an Si­cher­heit in schwie­ri­gem Ge­wäs­ser sind. Mit Span­nung se­hen die Mit­glie­der der Lem­goer Wehr auf das kom­mende Jahr. Dann näm­lich wird die Wehr der Al­ten Han­se­stadt 150 Jahre alt – und das soll ent­spre­chend groß ge­fei­ert wer­den und geht be­reits jetzt in die ers­ten Pla­nun­gen.

vom 06.02.2019 | Ausgabe-Nr. 6A

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