LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Lemgo

Die AWO geht ins Jubiläumsjahr

100 Jahre Unterstützung an der Basis

Kein Eintrag, Johanna Tesch im Kreis der weiblichen Abgeordneten der Mehrheitssozialisten (MSDP) in der Weimarer Nationalversammlung am 1. Juni 1919, Fotografie, Gruppenportrait, Dokumentarfotografie, Frankfurt am Main, um 1930, Papier; Silbergelatineabzug, Entwicklungspapier

Kein Ein­trag, Jo­hanna Tesch im Kreis der weib­li­chen Ab­ge­ord­ne­ten der Mehr­heits­so­zia­lis­ten (MSDP) in der Wei­ma­rer Na­tio­nal­ver­samm­lung am 1. Juni 1919, Fo­to­gra­fie, Grup­pen­por­trait, Do­ku­men­tar­fo­to­gra­fie, Frank­furt am Main, um 1930, Pa­pier; Sil­ber­ge­la­ti­ne­ab­zug, Ent­wick­lungs­pa­pier

Lemgo (n­r). Die Ar­bei­ter­wohl­fahrt wurde als Haupt­aus­schuss in der SPD am 13. De­zem­ber 1919 auf In­itia­tive von Ma­rie Ju­chacz (1879–1956) ge­grün­det (Anm. der Re­dak­tion: sie war nicht nur Be­grün­de­rin der Ar­bei­ter­wohl­fahrt son­dern hatte eine ebenso eine be­deu­tende Rolle in der Ge­schichte der deut­schen Frau­en­be­we­gung und im Kampf um die Gleich­be­rech­ti­gung der Frauen und sie war die erste Frau, die in ei­nem deut­schen Par­la­ment die Red­ner­bühne be­trat). Un­mit­tel­bar nach Ende des Ers­ten Welt­krie­ges lag das Au­gen­merk der Hilfs­or­ga­ni­sa­tion auf der Lin­de­rung der Not der vom Krieg ge­beu­tel­ten Men­schen. Um hier zu un­ter­stüt­zen, wur­den Näh­stu­ben, Mit­tags­ti­sche, Be­ra­tungs­stel­len und Werkstät­ten zur Selbst­hilfe ein­ge­rich­tet. Nach der Machter­grei­fung Hit­lers wurde die Ar­bei­ter­wohl­fahrt auf­gelöst und ver­bo­ten. Ei­nige Mit­glie­der ar­bei­te­ten je­doch il­le­gal wei­ter und schleus­ten be­drohte Per­so­nen aus der Ar­bei­ter­be­we­gung ins Exil.

Nach dem Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges wurde die AWO 1946 in Han­no­ver als par­tei­po­li­tisch und kon­fes­sio­nell un­ab­hän­gige Hilfs­or­ga­ni­sa­tion neu ge­grün­det. In der So­wje­ti­schen Be­sat­zungs­zone und der späte­ren DDR wurde sie nicht zu­ge­las­sen. Eine Aus­nahme bil­dete hier Ost­ber­lin, wo die AWO bis zum Mau­er­bau im Au­gust 1961 als ge­samt­städ­ti­scher Lan­des­ver­band ar­bei­te­te. Noch zu DDR-Zei­ten konnte die Ar­bei­ter­wohl­fahrt am 18.­Fe­bruar 1990 wie­der­ge­grün­det wer­den. Seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung ist die Ar­bei­ter­wohl­fahrt im ge­sam­ten Bun­des­ge­biet tätig. Der Sitz des Bun­des­ver­ban­des be­fin­det sich in Ber­lin. Die Ar­bei­ter­wohl­fahrt sieht sich selbst den Grund­wer­ten So­li­da­rität, To­le­ranz, Frei­heit, Gleich­heit und Ge­rech­tig­keit ver­pflich­tet und ar­bei­tet im eh­ren­amt­li­chen wie im haupt­amt­li­chen Be­reich nach den Leitsät­zen und dem Leit­bild der AWO. Die AWO glie­dert sich in 30 Be­zirks- und Lan­des­ver­bän­de, 411 Kreis­ver­bände und 3.514 Orts­ver­eine und wird von 333.000 Mit­glie­dern, 66.000 eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ten­den und 212.000 haupt­amt­li­chen Mit­ar­bei­tern ge­tra­gen. Die Dienst­leis­tun­gen um­fas­sen un­ter an­de­rem den Be­trieb von Hei­men und Wohn­ge­mein­schaf­ten, Ta­ges­stät­ten, Aus­kunfts- und Be­ra­tungs­stel­len für Aus­län­der, Ar­beits­lo­se, Fa­mi­li­en, Schwan­ge­re, Se­nio­ren, Be­hin­derte und Ju­gend­li­che, am­bu­lante Dienste und Werkstät­ten al­ler Art. Im Rah­men der AWO-Ar­beit sind wei­ter­hin ü­ber 3.500 Selbst­hil­fe­grup­pen in Se­nio­ren­grup­pen, in der Ju­gend­ar­beit, in ge­sund­heit­li­chen Selbst­hilfe- und Kon­takt­grup­pen, Frei­wil­li­ge­n­agen­tu­ren und Hel­fer­grup­pen für Men­schen in be­son­de­ren Not­la­gen (etwa Ar­beits­lo­sen-Selbst­hil­fe, Frauen-Selbst­hil­fe) ak­tiv. BUZ

vom 26.01.2019 | Ausgabe-Nr. 4B

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten