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Der Bedarf an Erziehungshilfe steigt

Austausch beim Neujahrsempfang über die Entwicklung des Kinderheims Grünau

(von links) DIenststellenleitung Monika Wagner, Michael Mertens (Geschäftsführer der Graf Recke Pädagogik), Bürgermeister Dr. Roland Thomas, Marcus Eiseler (Theologischer Vorstand der GRP) und Petra Skodzig (Finanzvorstand der Graf Recke Stiftung und Geschäftsführerin der GRP) beim Neujahrsempfang in Grünau. Foto: LMH

(von links) DIenst­stel­len­lei­tung Mo­nika Wag­ner, Mi­chael Mer­tens (Ge­schäfts­füh­rer der Graf Re­cke Päd­ago­gi­k), Bür­ger­meis­ter Dr. Ro­land Tho­mas, Mar­cus Ei­se­ler (Theo­lo­gi­scher Vor­stand der GRP) und Pe­tra Skod­zig (Fi­nanz­vor­stand der Graf Re­cke Stif­tung und Ge­schäfts­füh­re­rin der GRP) beim Neu­jahrs­emp­fang in Grünau. Fo­to: LMH

Bad Sal­zu­flen/Ehr­sen-Bre­den (LM­H). Zum Neu­jahrs­emp­fang des Kin­der­heims Grünau un­ter Trä­ger­schaft der Graf Re­cke Päd­ago­gik (GRP) aus Düs­sel­dorf sind am Mitt­woch Mit­ar­bei­ter, Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner und Eh­ren­amt­li­che zu­sam­men­ge­kom­men. Die Ein­rich­tung blickt auf eine 170-jäh­rige Ge­schich­te, die mit der Grün­dung der "Ret­tungs­an­stalt Grünau" im Jahre 1849 be­gann. Heu­te, 170 Jahre später, bli­cken die Ver­ant­wort­li­chen nicht nur zurück, son­dern wa­gen auch einen Blick in die Zu­kunft. Ge­mein­sam mit den An­we­sen­den tauschte sie sich ü­ber die An­ge­bote der Ein­rich­tung und die Ent­wick­lung vor Ort aus. Da­bei wurde deut­lich: Das Thema Stig­ma­ti­sie­rung ist im­mer prä­sent. "Noch im­mer gibt es diese Angst vor der Aus­gren­zung und das Scham­ge­fühl, Heim­kind zu sein oder ge­we­sen zu sein", weiß GRP-Ge­schäfts­füh­rer­Mi­chael Mer­tens. "Auf­klärung steht da­her an ers­ter Stel­le." Die GRP ist seit zwei Jah­ren Trä­ger des Kin­der­heims Grünau und möchte die Ver­net­zung un­ter­ein­an­der künf­tig stär­ker vor­an­trei­ben. Der Stand­ort Bad Sal­zu­flen, an dem ak­tu­ell Kin­der im Al­ter von 6 bis 18 Jah­ren be­treut wer­den, soll künf­tig noch en­ger mit den eher städ­ti­schen Ein­rich­tun­gen der Graf Re­cke Stif­tung in Düs­sel­dorf und Hil­den zu­sam­men­ar­bei­ten. "Dann soll ent­schie­den wer­den, ob für die Kin­der eher der länd­li­che Auf­ent­halt in Bad Sal­zu­flen oder aber der städ­ti­sche von Vor­teil ist", meint Mer­tens. Die Kin­der kom­men aus ganz Deutsch­land in die Ein­rich­tung, vor al­lem je­doch aus ei­nem Um­kreis von rund 200 Ki­lo­me­tern.

Wie Dienst­stel­len­lei­te­rin Mo­nika Wag­ner er­klärt, le­ben die Kin­der teil­weise von ei­nem bis hin zu zehn Jah­ren in der Ein­rich­tung. "Oft sind die El­tern der Kin­der ü­ber­for­dert ge­we­sen, ha­ben sich kaum oder gar nicht um die Klei­nen geküm­mert. In wie­der an­de­ren Fäl­len ha­ben die Min­der­jäh­ri­gen kör­per­li­che oder gar se­xu­elle Ge­walt er­leb­t", be­rich­tet Wag­ner. "Heute wis­sen wir, dass solch gra­vie­rende Er­eig­nisse ge­rade in jun­gen Jah­ren le­ben­sprä­gend sein kön­nen." Be­trof­fene Kin­der bräuch­ten sehr lan­ge, um er­neut Ver­trauen zu Er­wach­se­nen fas­sen zu kön­nen. Dies berge ge­rade auch für die Mit­ar­bei­ter Her­aus­for­de­run­gen. "­Der Fach­kräf­teman­gel ist lei­der auch bei uns deut­lich zu spüren", fügt sie hin­zu. Für 2019 ste­hen im Kin­der­heim Grünau ei­nige Ver­än­de­run­gen an: Im Som­mer soll eine neue Gruppe mit sechs wei­te­ren sta­tionären Plät­zen ent­ste­hen, und auch lang­fris­tig will das Kin­der­heim auf­sto­cken. Der Bau­an­trag für ein wei­te­res Ge­bäude mit Platz für zwei zu­sätz­li­che Grup­pen ist be­reits ge­stellt. Das Vor­ha­ben un­ter­stützt auch Bür­ger­meis­ter Dr. Ro­land Tho­mas. "­Der Be­darf an Er­zie­hungs­hilfe steigt seit Jah­ren", be­tonte er. "­Diese Ein­rich­tung ist da­her eine feste Säule für das Ju­gend­amt und seit Jah­ren ein ver­läss­li­cher Part­ner der Stadt­."

vom 26.01.2019 | Ausgabe-Nr. 4B

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