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Auf der Suche nach der inneren Freiheit

Ulrich Schnabel liest aus seinem neuen Buch "Zuversicht"

Ulrich Schnabel gibt einen Einblick in sein neues Buch. Foto: Bartling

Ul­rich Schna­bel gibt einen Ein­blick in sein neues Buch. Fo­to: Bart­ling

Det­mold (r­b). Rund zwei­hun­dert Be­su­chern gab Au­tor und Wis­sen­schafts­jour­na­list Ul­rich Schna­bel im Det­mol­der Som­mer­thea­ter einen Ein­blick in sein neues Buch "­Zu­ver­sicht-Die Kraft der in­ne­ren Frei­heit und warum sie heute wich­ti­ger ist denn je". Zu­ver­sicht kann man ler­nen, lau­tete da­bei die Bot­schaft des Abends. Schna­bel er­klärte un­ter an­de­rem, dass je­der mit sei­nem ei­ge­nen "­Ne­ga­ti­vitäts­bias" zu kämp­fen hat – auf Ne­ga­ti­ves rea­gie­ren Men­schen sehr viel stär­ker als auf po­si­tive Er­eig­nisse oder Er­leb­nis­se. Ein Phäno­men, das sich die Me­dien­welt mehr denn je zu­nutze macht: "Wir le­ben in ei­ner Zeit des Zwei­felns und des Ver­zwei­felns. Ne­ga­tive Nach­rich­ten ver­kau­fen sich ein­fach bes­ser. Das ist der Grund, warum wir die Welt häu­fig viel düs­te­rer se­hen, als sie tatsäch­lich ist, und des­halb tun wir uns auch mit der Zu­ver­sicht so schwer", so Schna­bel. Zur Ver­an­schau­li­chung be­leuch­tet Schna­bel in sei­nem Buch die Schick­sale von ver­schie­de­nen Per­sön­lich­kei­ten. Etwa von dem be­kann­ten Astro­phy­si­ker Ste­phen Hawking, bei dem in 1963 Amyo­tro­phe La­te­rals­kle­rose (ALS) dia­gno­s­ti­ziert wur­de, eine de­ge­ne­ra­tive Er­kran­kung des Ner­ven­sys­tems. Der Au­tor be­rich­tete auch ü­ber den bri­ti­schen Jour­na­lis­ten Ge­orge Mon­biot, der mit Mitte 40 an Pro­sta­ta­krebs er­krankte und im Laufe der Zeit er­kann­te, dass es ihm dank Freun­den und Fa­mi­lie doch nicht so ü­bel er­ge­he. Oder ü­ber Ali Mahlo­d­ji, der es von ei­nem ira­ni­schen Flücht­ling bis hin zum UN-Ju­gend­bot­schaf­ter so­wie an die Spitze ei­nes mil­lio­nen­fach geklick­ten On­line-Be­rufs­por­tals ge­schafft hat. "­Die Zu­kunft ist mit Un­si­cher­heit be­haf­tet. Wir wis­sen nicht was kommt. Auch Da­ten und Fak­ten sa­gen uns nicht, wie es wei­ter­geht", sagte Schna­bel. Wer rea­lis­tisch und zu­ver­sicht­lich an das Le­ben her­an­ge­hen wol­le, der rechne mit al­lem. Für das Ver­fas­sen des Bu­ches habe sich Schna­bel ent­schlos­sen, da er eine zu­neh­mend trü­bere Stim­mung in Deutsch­land aus­ge­macht hat, "ob­wohl es uns ei­gent­lich sehr gut geht".

vom 19.01.2019 | Ausgabe-Nr. 3B

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