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Illustrationen, Collagen, Malerei und Fotografie

Fünf Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst in der ehemaligen Synagoge

Das neue Programm erläuterten (von links) Schriftführerin Beate Kleinemenke, der künstlerischer Leiter Prof. Dr. Andreas Beaugrand, die Vorsitzende Isolde Müller-Borchert und Kassenwartin Stefanie Pierel. Foto: Dinter

Das neue Pro­gramm er­läu­ter­ten (von links) Schrift­füh­re­rin Beate Klei­ne­men­ke, der künst­le­ri­scher Lei­ter Prof. Dr. An­dreas Be­au­grand, die Vor­sit­zende Isolde Mül­ler-Bor­chert und Kas­sen­war­tin Ste­fa­nie Pie­rel. Fo­to: Din­ter

Oer­ling­hau­sen (k­d). Der Kunst­ver­ein Oer­ling­hau­sen hat für das Jahr 2019 fünf Aus­stel­lun­gen in der ehe­ma­li­gen Syn­agoge vor­be­rei­tet. Sie stel­len ver­schie­dene Me­dien zeit­genös­si­scher Kunst vor: Il­lus­tra­tion, Fo­to­gra­fie, Skulp­tur, In­stal­la­tion und Ma­le­rei. Vom 13. Ja­nuar bis 24. Fe­bruar wer­den Kin­der­bu­chil­lus­tra­tio­nen von Bern­hard Ober­dieck vor­ge­stellt. Ihm war be­reits vor 40 Jah­ren die al­ler­erste Aus­stel­lung des Kunst­ver­eins ge­wid­met. Ober­dieck ar­bei­tete mit vie­len Ver­la­gen im In- und Aus­land zu­sam­men und auch mit berühm­ten Au­to­ren wie bei­spiels­weise Mi­chael En­de. Uto­pi­sche Land­schaf­ten, die schei­nen, als wären sie nicht von die­ser Welt, prä­sen­tiert die Gra­fik­de­si­gne­rin und Fo­to­gra­fin Ri­carda Trepp­ner vom 3. März bis 14. April. Ihre groß­for­ma­ti­gen Fo­to­gra­fien neh­men die Be­trach­ter mit auf eine Reise zu ver­schie­de­nen Ber­ge­hal­den im Ruhr­ge­biet. Mit dem Ti­tel "Farb-Raum-Col­la­ge" sind vom 5. Mai bis 30. Juni Skulp­tu­ren des Ber­li­ner Ma­lers und Bild­hau­ers Menno Fahl zu se­hen. In ro­man­ti­schen und ex­pres­sio­nis­ti­schen Tra­di­tio­nen glei­cher­maßen ver­wur­zelt, gilt seine In­ten­tion ei­ner Ge­stal­tung, die den or­ga­ni­schen Kör­per mensch­li­cher oder ani­ma­li­scher We­sen ent­grenzt, ü­ber­stei­gert und ins Skur­rile oder Gro­teske hin­ein­treibt. Die Künstler­gruppe "o­ne­dot­se­ven" wird den Aus­stel­lungs­raum vom 1. Sep­tem­ber bis 13. Ok­to­ber für eine vier­tei­lige In­stal­la­tion und Per­for­mance mit dem Ti­tel "Look ahea­d" nut­zen. Zu Be­ginn des 16. Jahr­hun­derts malte Leo­nardo da Vinci in Flo­renz sein berühm­tes Werk "La Jo­con­de", das welt­weit un­ter dem Na­men Mona Lisa be­kannt ist und bis heute die Be­trach­ter fas­zi­niert. Die­ses klas­si­sche Mo­tiv der Kunst­ge­schichte hat der in Ber­lin le­bende Künst­ler Jörn Gro­th­kopp auf eine ganz in­di­vi­du­elle Art neu in­ter­pre­tiert. Durch ihre Un­schärfe er­scheint das Dar­ge­stellte wie durch einen Schleier ge­se­hen. Die Gemälde mit dem Ti­tel "Frau­en" sind vom 3. No­vem­ber bis 15. De­zem­ber aus­ge­stellt. Mit dem Aus­stel­lungs­pro­gramm er­hebt der Kunst­ver­ein zu­gleich einen po­li­ti­schen An­spruch. Da­mit sol­len zu­gleich "­die son­der­ba­ren und zum Teil beängs­ti­gen­den po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen un­se­rer Ge­gen­war­t" kom­men­tiert wer­den, wie der künst­le­ri­sche Lei­ter Prof. Dr. An­dreas Be­au­grand bei der Vor­stel­lung des Jah­res­pro­gramms er­läu­ter­te. 80 Jahre nach dem Be­ginn des zwei­ten Welt­kriegs 1939 stellt Be­au­grand im ein­führen­den Text fest: "­Die Fol­gen von men­schen­ver­ach­ten­der Ideo­lo­gie, Ge­walt, Krieg und Mord dür­fen nicht in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten."

vom 05.01.2019 | Ausgabe-Nr. 1B

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