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"Medienerziehung beginnt zu Hause"

Eltern sollten für den Nachwuchs klare Regeln bei der Mediennutzung vorgeben

Kreis Lippe (k­m). In der Pause mal eben schnell aufs Smart­phone ge­schaut, den Highs­core bei Candy Crush ge­knackt oder die Wo­chen­end­pla­nung per Whats­App ge­re­gelt. Das ma­chen nicht nur Er­wach­sene so, son­dern auch Schü­ler. Dass an vie­len Schu­len das Mo­bil­te­le­fon während der Un­ter­richts­zei­ten aus­ge­schal­tet sein soll­te, in­ter­es­siert da we­nig.

Kin­der und Ju­gend­li­che sind beim Thema Me­di­en­nut­zung oft fit­ter als ihre El­tern. Das liegt nicht zu­letzt an ih­rer gu­ten di­gi­ta­len Aus­stat­tung. Fern­se­her, Spiel­kon­so­le, Com­pu­ter und Smart­phone gehören in vie­len Haus­hal­ten schon so gut wie zur Grund­aus­stat­tung. Bei der mul­ti­me­dia­len Aus­rüs­tung von Kin­dern und Ju­gend­li­chen er­gibt sich zwangs­läu­fig die Frage ab wann ein Kind wel­ches Me­dium nut­zen kann oder ü­ber­haupt nut­zen soll­te. Viele Leh­rer, ge­rade in der Grund­schule oder der Un­ter­stufe der wei­ter­führen­den Schu­len ma­chen die Er­fah­rung, dass viele Kin­der und Ju­gend­li­che durch ihr Smart­phone ü­ber­for­dert sind, ob­wohl sie Ex­per­ten in der Be­die­nung sind. Die Pro­bleme heißen Droh­ket­ten­briefe und Cy­bermob­bing. Die Droh­ket­ten­briefe sind da­bei oft an die Al­ters­grup­pe, von der sie ver­brei­tet wer­den sol­len, an­ge­passt. Jün­ge­ren Kin­dern wird mit mord­lus­ti­gen Ku­schel­tie­ren ge­droht, äl­te­ren Kin­dern und Ju­gend­li­chen mit Ge­walt an ih­rer Fa­mi­lie, falls sie den Ket­ten­brief nicht in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Zeit an eine be­stimmte An­zahl ih­rer Kon­takte weiter­schi­cken. "Das ist natür­lich völ­li­ger Blöd­sinn", er­klärt Me­di­en­päd­ago­gin Sa­bine Schat­ten­froh, "al­ler­dings wir­ken die In­halte für die Ju­gend­li­chen oft glaub­wür­dig und die Nach­rich­ten wer­den aus Angst vor den darin an­ge­droh­ten Kon­se­quen­zen wei­ter­ge­lei­tet." Was viele nicht wis­sen: Wer Droh­ket­ten­briefe er­stellt oder wei­ter­lei­tet, macht sich straf­bar. Nun wird nie­mand ein Kind oder einen Ju­gend­li­chen be­lan­gen, der aus Angst ge­han­delt hat, al­ler­dings müs­sen die Draht­zie­her von sol­chen Nach­rich­ten mit ho­hen Stra­fen rech­nen. Auch Cy­bermob­bing un­ter­schei­det sich recht­lich kaum vom di­rek­ten Mob­bing auf dem Schul­hof. "Das In­ter­net ist kein rechts­freier Raum­", er­klärt die Me­di­en­päd­ago­gin, "auch wenn viele El­tern vor di­gi­ta­len An­grif­fen gerne die Au­gen ver­schließen." Um für sol­che The­men zu sen­si­bi­li­sie­ren bil­den viele Schu­len, wie bei­spiels­weise die Karla-Ra­veh-Ge­samt­schule in Lemgo oder die Heinz-Siel­mann-Schule in Oer­ling­hau­sen, äl­tere Schü­ler zu Me­dien­be­ra­tern aus. So­ge­nannte "­Net-Pi­lo­ten", de­nen sich an­dere Schü­ler oft eher an­ver­trau­en, wenn sie per Wha­tApp be­droht oder ge­mobbt wur­den, als ei­ner Lehr­kraft. ----> Fort­set­zung auf Seite 10

vom 14.11.2018 | Ausgabe-Nr. 46A

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