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Kabarett mit kritischem Blick auf Olympia

Ausnahmeathlet Dieter Baumann begeistert im voll besetzten Bahnhof

Plaudert aus dem Nähkästchen: Mit schwäbischem Akzent, einer gehörigen Portion Selbstironie und entsprechender Mimik und Gestik nimmt der Ausnahmeathlet Dieter Baumann seine Gäste mit, auf eine rasante Reise durch die Welt des Sports.    FOTO: Heidi Stork

Plau­dert aus dem Näh­käst­chen: Mit schwä­bi­schem Ak­zent, ei­ner gehö­ri­gen Por­tion Selbstiro­nie und ent­spre­chen­der Mi­mik und Ges­tik nimmt der Aus­nah­me­ath­let Die­ter Bau­mann seine Gäste mit, auf eine ra­sante Reise durch die Welt des Sports. FO­TO: Heidi Stork

Bad Sal­zu­flen (hst). Olym­pia­sie­ger Die­ter Bau­mann hat im voll be­setz­ten Bahn­hof einen Blick hin­ter die Ku­lis­sen des Olym­pi­schen Dor­fes ge­wor­fen. Mit schwä­bi­schem Ak­zent, ei­ner gehö­ri­gen Por­tion Selbstiro­nie und ent­spre­chen­der Mi­mik und Ges­tik nahm er seine Gäste mit auf eine ra­sante Reise durch die Welt des Sports. Da­bei blickte er auch noch ein­mal auf seine er­folg­rei­che Sport­kar­riere zurück, in der er eine Gold- (1992 in Bar­ce­lo­na) und eine Sil­ber­me­daille (1988 in Seoul) bei den Olym­pi­schen Spie­len ge­wann und Eu­ro­pa­meis­ter, Vize-Eu­ro­pa­meis­ter und viel­fa­cher Deut­scher Meis­ter wur­de. Zahl­rei­che Läu­fer und Olym­pia­be­geis­terte sind am Don­ners­tag­abend der Ein­la­dung des Kul­tur­ver­eins Gleis 1 ge­folgt, um den ehe­ma­li­gen Leicht­ath­le­ten, Olym­pia­sie­ger und Ka­ba­ret­tis­ten Die­ter Bau­mann auf der Bühne des Bahn­hofs Bad Sal­zu­flen zu er­le­ben. Der ge­bür­tige Schwabe gilt heute noch als Aus­nah­me­ath­let und er­folg­reichs­ter Lang­stre­cken­läu­fer Deutsch­lands. Ers­ter Halt war Olym­pia: Au­gen­zwin­kernd, aber mit viel Pa­thos schwenkte der 53-Jäh­rige auf dem Weg zur Bühne die Olym­pi­sche Flagge ü­ber den Köp­fen des Pu­bli­kums, um dort an­sch­ließend das Olym­pi­sche Feuer zu ent­fa­chen. So­fort ge­riet Bau­mann ins Schwär­men, erzählte vom Le­ben im Olym­pi­schen Dorf, zu dem ei­nige we­nige Ath­le­ten abends mit Me­dail­len zurück­kehr­ten. An­dere scho­ben Frust, weil sie ver­lo­ren hat­ten. "­Doch alle hat­ten das glei­che Ziel: Haupt­sa­che Par­ty­", er­in­nerte er sich. In bun­ten Far­ben malte Bau­mann ein olym­pi­sches Bild aus Lust, Frust, Sieg und Nie­der­lage und hielt auch mit scho­nungs­lo­ser Kri­tik an den Funk­tionären des In­ter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tees (IOC) nicht hin­term Ber­g.­Die in­ten­siv erzähl­ten Ge­schich­ten brachte er so au­then­tisch rü­ber, dass das Pu­bli­kum schon nach we­ni­gen Mi­nu­ten glaub­te, ei­nem al­ten Be­kann­ten am Küchen­tisch ge­genü­ber zu sit­zen. Die zahl­rei­chen Läu­fer un­ter den Gäs­ten ka­men eben­falls auf ihre Kos­ten, denn Bau­mann schlüpfte ge­konnt und mit vol­lem Kör­per­ein­satz in die Rolle des Lau­f­ex­per­ten und phi­lo­so­phierte ü­ber Kom­pres­si­ons­so­cken, Arm­linge und Bar­fuß­schu­he. Nach gut zwei Stun­den be­dankte sich das Pu­bli­kum bei dem Aus­nah­me­ath­le­ten dafür mit to­sen­dem Ap­plaus. 



vom 06.10.2018 | Ausgabe-Nr. 40B

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