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Eschen fallen Pilz zum Opfer

Landesverband entfernt im Bexter Wald kranke Bäume

Begutachten eine gebrochene Esche im Bexter Wald (von links): Revierförster Christopher Kroos, Daniel Telaar (Untere Naturschutzbehörde des Kreises Lippe), Susanne Hoffmann, stellvertretnde Leiterin der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe, Hündin Gertje und Dieter Kube, (Landesbetrieb Wald und Holz). Foto: Landesverband Lippe

Be­gut­ach­ten eine ge­bro­chene Esche im Bex­ter Wald (von links): Re­vier­förs­ter Chri­sto­pher Kroos, Da­niel Te­laar (Un­tere Na­tur­schutz­behörde des Krei­ses Lip­pe), Su­sanne Hoff­mann, stell­ver­tretnde Lei­te­rin der For­st­ab­tei­lung des Lan­des­ver­ban­des Lip­pe, Hün­din Gertje und Die­ter Ku­be, (Lan­des­be­trieb Wald und Holz). Fo­to: Lan­des­ver­band Lippe

Bad Sal­zu­flen/Bex­ten. Vor ei­ner nicht ein­fa­chen Auf­gabe steht die For­st­ab­tei­lung des Lan­des­ver­ban­des Lippe ak­tu­ell im Bex­ter Wald in Bad Sal­zu­flen: Sie ist ge­zwun­gen, im nörd­li­chen Be­reich des Walda­re­als zahl­rei­che Eschen zu ent­neh­men. "­Die Ent­schei­dung wurde nicht aus freien Stü­cken ge­trof­fen, son­dern letzt­lich von ei­nem ein­ge­schlepp­ten Pilz ver­ur­sacht", be­tont der Lan­des­ver­band. Der habe den be­fal­le­nen Bäu­men so stark zu­ge­setzt, dass diese ab­ster­ben und ab­bre­chen. Mitte Au­gust hatte der zu­stän­dige Re­vier­förs­ter Chri­sto­pher Kroos den Start­schuss für die Fäl­l­ar­bei­ten ge­ge­ben.

"Wir ha­ben im nörd­li­chen Be­reich des Bex­ter Wal­des einen um­fang­rei­chen Be­stand an Eschen", er­läu­tert Su­sanne Hoff­mann, stell­ver­tre­tende Lei­te­rin der For­st­ab­tei­lung des Lan­des­ver­ban­des Lip­pe. "­Die Eschen sind seit Jah­ren von ei­nem ver­mut­lich aus Ost­asien ein­ge­schlepp­ten Pilz (Hy­me­nos­cy­phus fra­xi­neus) be­fal­len, der eine schwere Baum­krank­heit, das so­ge­nannte Eschentriebster­ben, ver­ur­sacht." Die­sem Pilz seien schon viele Eschen in ganz Deutsch­land zum Op­fer ge­fal­len, auch in den Wäl­dern des Lan­des­ver­ban­des. "Hier im Bex­ter Wald ha­ben wir nun lei­der fest­stel­len müs­sen, dass die kran­ken Eschen auf gan­zer Fläche ab­ster­ben. Viel­leicht ist für den aku­ten Ver­lauf auch die ak­tu­el­le, ex­treme Tro­cken­heit mit ver­ant­wort­lich, die die oh­ne­hin schon an­ge­grif­fe­nen Bäume zu­sätz­lich be­las­tet." Der Pilz schä­dige die Bäume in den Blat­tach­seln der Kro­nen, die in der Folge ab­stür­ben. Die krän­keln­den Bäume faul­ten zu­sätz­lich im Be­reich des Stamm­fußes und be­gän­nen be­reits bei ge­rin­gen Wind­stär­ken zu bre­chen –"knapp ü­ber dem Wald­bo­den und un­vor­her­seh­bar, von ei­nem Mo­ment zum an­de­ren", so Hoff­mann. Etwa 95 Pro­zent der Eschen wer­den ent­nom­men, vor al­lem ent­lang der Wan­der­we­ge, um die Ver­kehrs­si­cher­heit für Spa­zier­gän­ger und Wan­de­rer zu ge­währ­leis­ten. Die Eschen, die noch ro­bust sind, sol­len ste­hen blei­ben: "Wir ha­ben die Hoff­nung, dass sie den Pilz ü­ber­le­ben und als dann viel­leicht re­sis­tente Bäume ü­ber­dau­ern", so Hoff­mann. An die Stelle der Eschen sol­len im Herbst oder Früh­jahr neue Bäume ge­pflanzt wer­den: "­Der Bex­ter Wald ist ein Na­tur­schutz­ge­biet, das durch seine star­ken und al­ten Ei­chen ge­prägt wird. Diese Ei­chen­wäl­der gilt es zu er­hal­ten", be­tont Da­niel Te­laar, Fach­ge­biets­lei­ter Na­tur­schutz bei der Un­te­ren Na­tur­schutz­behörde des Krei­ses Lip­pe. Der Lan­des­ver­band werde des­halb haupt­säch­lich Stielei­chen pflan­zen, er­gän­zend Flat­te­rul­men. "Es ist uns ge­lun­gen, be­reits Stielei­chen­pflan­zen zu re­ser­vie­ren, die aus un­se­rem ei­ge­nen an­er­kann­ten Saat­gut ge­wach­sen sind, das nur einen Ki­lo­me­ter Luft­li­nie ent­fernt ge­ern­tet wur­de. Da­mit ha­ben wir her­vor­ra­gende und vor al­lem ört­lich an­ge­passte Ei­chen für die nächste Wald­ge­ne­ra­tion", freut sich Hoff­mann. "Wir ha­ben hier außer­dem Na­tur­ver­jün­gung von Ahorn, der die künf­tige Wald­ge­sell­schaft gut ab­run­den wird. Zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt könnte noch Hain­bu­che da­zu­kom­men." Die kran­ken Eschen kön­nen noch ver­wer­tet wer­den. "­Die hei­mi­sche In­dus­trie wird das Holz un­ter an­de­rem für Fußbö­den und Sä­ge­holz­sor­ti­mente nut­zen, zu­dem wird Brenn­holz an­fal­len", so Hoff­mann.

vom 29.08.2018 | Ausgabe-Nr. 35A

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