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Wer bestimmt eigentlich, wer ich bin?

"Identität" im Fokus Kreis Lippe/Horn-Bad Meinberg. Bereits zum zwölften Mal lädt das Europäische Zentrum für universitäre Studien (EZUS) Menschen der Generation 50plus vom 10. bis 12. September zur Sommerakademie nach Bad Meinberg ein. Unter dem Titel "Identität. Zwischen Individualisierung und Globalisierung" steht die diesjährige Sommerakademie ganz im Zeichen des vielschichtigen Begriffs der "Identität". 
Der Frage nach der Identität kommt gerade in aktuellen Diskursen eine große Bedeutung zu. Dabei taucht sie auf, wenn über Heimat, Herkunft, Kultur und Religion gesprochen wird. Aber was ist "Identität" eigentlich? Heinrich Wilhelm Schäfer, Professor für Religionssoziologie an der Universität Bielefeld, geht in seinem Vortrag auf diese Frage ein. Aus seiner langjährigen Forschung weiß er, dass die Frage der Identität bei vielen gesellschaftlichen Problemen im Hintergrund eine Rolle spielt. "Wir stellen zum Beispiel fest, dass gesellschaftliche Konflikte zunehmend ethnisch aufgeladen sind. Viele Menschen sind verunsichert und empfinden auch ihre eigene Identität als uneinheitlich." Das sei allerdings normal, so Professor Schäfer, denn die Identität eines jeden sei ein Netzwerk aus vielerlei Erfahrungen und Überzeugungen. 
Aus ganz Deutschland reisen die Teilnehmer an, um sich an drei Tagen der persönlichen Weiterbildung, dem gemeinsamen Austausch und der kritischen Reflexion von aktuellen Themen zu widmen. EZUS-Leiterin Nathalie Emas freut besonders, dass es wieder renommierte Wissenschaftler als Redner gewonnen wurden. "Mit den Vorträgen der Sommerakademie spannen wir den Bogen von ganz aktuellen Themen wie Globalisierung und Entfremdung bis hin zur Philosophie der Antike", so Emas. 
Neu bei der diesjährigen Sommerakademie ist die Lesung der Autorin, Journalistin und Storytellerin Mirna Funk. Ihr 2015 erschienener Roman "Winternähe" wurde mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis als bester deutschsprachiger Debütroman ausgezeichnet. Die Frage "Wer bestimmt darüber, wer ich bin?" treibt die Protagonistin des Romans um. Funk ist die Enkelin von Holocaustüberlebenden und setzt sich in ihrem Buch mit deutscher Gedenkkultur und dem Ringen um jüdische Identität auseinander. Ein anschließendes Autorengespräch mit dem Literaturwissenschaftler Dr. Matthias Buschmeier vertieft die Fragen des Romans und ordnet die Lesung in den aktuellen Diskurs ein. 
Für die Teilnahme fallen Kosten von 165 Euro pro Person an, Verpflegung ist inklusive. Ausführliche Informationen zur Sommerakademie und Anmeldemöglichkeiten erhalten Interessierte unter "www.ezus.org" oder unter (05261) 2889296.

Referent bei der Sommerakademie: Prof. Dr. Dr. Heinrich Wilhelm Schäfer. Foto: Kreis Lippe

Re­fe­rent bei der Som­mer­aka­de­mie: Prof. Dr. Dr. Hein­rich Wil­helm Schä­fer. Fo­to: Kreis Lippe

vom 29.08.2018 | Ausgabe-Nr. 35A

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