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Ferienjobber haben Rechte

Viele Gatro-Betriebe beschäftigen im Sommer auch Ferienjobber. Aufgaben, Arbeitszeiten und Lohn sollten vertraglich festgehalten werden. Foto: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Viele Ga­tro-Be­triebe be­schäf­ti­gen im Som­mer auch Fe­ri­en­job­ber. Auf­ga­ben, Ar­beits­zei­ten und Lohn soll­ten ver­trag­lich fest­ge­hal­ten wer­den. Fo­to: Ge­werk­schaft Nah­rung-Ge­nuss-Gast­stät­ten

Kreis Lip­pe. Vier Wo­chen lang kell­nern und das Ta­schen­geld auf­bes­sern: Viele Ju­gend­li­che im Kreis Lippe ver­die­nen sich mit ei­nem Fe­ri­en­job et­was da­zu. Die Ge­werk­schaft Nah­rung-Ge­nuss-Gast­stät­ten (NGG) gibt Schü­lern den Tipp, sich da­bei auch ü­ber ihre Rechte zu in­for­mie­ren. "Wer zwi­schen 15 und 17 ist, der darf ma­xi­mal acht Stun­den am Tag und 40 Stun­den in der Wo­che ar­bei­ten. Ju­gend­li­che, die län­ger als sechs Stun­den täg­lich im Re­stau­rant oder an der Bä­ckert­heke job­ben, ha­ben außer­dem An­spruch auf eine Stunde Pau­se", sagt Ar­min Wiese von der NGG Det­mold-Pa­der­born. Rund 530 Ga­stro-Be­triebe gibt es im Kreis Lippe – ein großer Teil von ih­nen su­che noch Sai­son­kräf­te, schätzt Wie­se. Die Ge­werk­schaft rät, einen schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag zu ma­chen. "­Ge­rade in der Ga­stro­no­mie kommt es im­mer wie­der vor, dass Chefs auch mal krea­tiv wer­den, wenn es um den Lohn geht. Da wer­den gern mal Ü­ber­stun­den ‚­ge­schlab­ber­t‘ oder Löhne mit Na­tu­ra­lien ,be­zahl­t‘. Des­halb soll­ten im Ver­trag Auf­ga­ben, Ar­beits­zei­ten und Lohn klar ge­re­gelt sein", sagt Wie­se. Der NGG-Ge­schäfts­füh­rer kri­ti­siert, dass 15- bis 17-Jäh­rige noch im­mer vom ge­setz­li­chen Min­dest­lohn aus­ge­nom­men sei­en. "Auch Schü­ler soll­ten min­des­tens die vor­ge­schrie­be­nen 8,84 Euro pro Stunde be­kom­men. In Re­stau­rants und Gast­stät­ten müss­ten es so­gar 9,25 Euro sein – so hoch ist näm­lich der NRW-Min­dest­lohn für das Gast­ge­wer­be." Eben­falls wich­tig: Ris­kante Ar­bei­ten, etwa mit Ge­fahr­stof­fen, sind für Fe­ri­en­job­ber nach dem Ju­gend­schutz­ge­setz ta­bu. Wenn doch ein­mal et­was pas­siert, dann greift die Un­fall­ver­si­che­rung des Ar­beit­ge­bers. Der Schutz gilt ab dem ers­ten Ar­beits­tag und auch für den Weg zur Ar­beit und zurück nach Hau­se. Zu­dem ist der Fe­ri­en­job klar be­grenzt – für Schü­ler auf vier Wo­chen (20 Ar­beits­ta­ge) im Som­mer. "­Denn am Ende sind die Fe­rien ja auch zur Er­ho­lung da", so Wie­se.

vom 25.07.2018 | Ausgabe-Nr. 30A

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