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Sondereffekte machen ein sattes Plus aus

Stadtwerke-Gewinn darf 2018 für hohe Investitionen im Unternehmen bleiben

Lemgo (n­r). Wo­von an­dere träu­men, eine satte Steu­errück­zah­lung aus vier Jah­ren und an­dere Son­der­ef­fek­te, ha­ben den Stadt­wer­ken Lemgo einen sat­ten Jah­res­ab­schluss be­schert. Diese Bi­lanz hat Stadt­werke-Chef Arnd Ober­sche­ven un­längst prä­sen­tiert und darf sich für das Un­ter­neh­men freu­en, dass der Jah­res­ü­ber­schuss aus­nahms­weise kom­plett im Un­ter­neh­men blei­ben darf, denn im­mer­hin wird der Ener­gie­dienst­leis­ter die­ses Jahr die Summe von sie­ben Mil­lio­nen Euro für nötige In­ves­ti­tio­nen in die Hand neh­men müs­sen. Die­ser Er­folg aus dem ver­gan­ge­nen Jahr werde sich in 2018 al­ler­dings wohl nicht wie­der­ho­len las­sen, so sein Aus­blick. 
­Der Ge­winn aus 2017 liegt bei knapp ü­ber zwei Mil­lio­nen Eu­ro. Nor­ma­ler­weise sind das Gel­der, die die Stadt­werke als Toch­ter der Stadt auch an diese "ab­tre­ten" müs­sen. Nicht so die­ses Jahr. "2018 ste­hen noch ei­nige kost­spie­lige Pro­jekte an, in die wir mehr als sie­ben Mil­lio­nen Euro in­ves­tie­ren wer­den", er­klärt der Stadt­werke-Chef. "Umso schö­ner ist es natür­lich, dass wir den außer­or­dent­li­chen Ge­winn aus dem ver­gan­ge­nen Jahr für diese Pro­jekte nut­zen kön­nen." Zu­dem hebe das die Ei­gen­ka­pi­tal­quote auf knapp ü­ber 28 Pro­zent, wie Arnd Ober­sche­ven er­läu­tert. Das sei wich­tig, um ein gu­tes Stand­bein für das Aus­han­deln von Kre­di­ten zu ha­ben. Die Kon­junk­tur laufe gut. Der strenge Win­ter hatte für einen An­stieg des Erd­gas­ab­sat­zes um etwa 6 Pro­zent und um 2,8 Pro­zent bei Fern­wärme ge­sorgt. Al­ler­dings seien da­nach auf­grund der an­hal­ten­den war­men Wit­te­rung die Zah­len wie­der ein­ge­bro­chen. Kom­pen­sie­ren kön­nen die Stadt­werke Kun­den­rück­gänge in Lem­go. Die Nach­frage – auch von Groß­kun­den – von außer­halb würde stei­gen. Hier habe das Un­ter­neh­men 2,8 Pro­zent mehr Strom, als im Vor­jahr ab­ge­ge­ben. "­Den­noch wer­den wir kämp­fen müs­sen, um auch in die­sem Ge­schäfts­jahr schwarze Zah­len schrei­ben zu kön­nen", pro­gno­s­ti­ziert der Stadt­werke-Chef mit Blick auf die hohe In­ves­ti­ti­ons­s­umme von sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro, die der Ener­gie­dienst­leis­ter die­ses Jahr in die Hand neh­men muss.

Ei­nes der In­ves­ti­ti­ons­pro­jekte ist der Bau ei­ner Ab­was­ser-Wär­me­pumpe für das Klär­werk. "Vier Mil­lio­nen Euro sind für das Pi­lot­pro­jekt, bei dem die Lem­goer Ener­gie­dienst­leis­ter bun­des­weit ganz vorne mit­spie­len, ver­an­schlagt. Das Pro­jekt sei so in­no­va­tiv, dass der Bund aber 80 Pro­zent der Kos­ten tra­ge, so Stadt­werke-Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Dr. Rei­ner Aus­ter­mann. Hier soll lang­fris­tig eine kli­ma­neu­trale Wär­me­ver­sor­gung durch die Ge­win­nung von Wärme aus dem Ab­was­ser der städ­ti­schen Zen­tral­klär­an­lage er­reicht wer­den. Die ge­won­nene Wärme wird in das Fern­wär­me­netz der Stadt­werke ein­ge­speist. Am Ende bleibt küh­le­res Was­ser zurück, das in die Bega ge­lei­tet wird – und das sei so­gar ö­ko­lo­gisch ge­se­hen gut.
Fast fünf der sie­ben Mil­lio­nen Euro wer­den in den Netz­aus­bau ge­steckt. Ein großer Pos­ten ist hier die Bau­stelle in der Mit­tel­straße. Aber auch an­dere Bau­maß­nah­men zeh­ren. "Wir kom­men kaum mit den Ar­bei­ten hin­ter­her", bestätigt der Stadt­werke-Chef. Po­si­tiv sieht er, dass nach der Sa­nie­rung des Klein­kin­der­be­ckens im EauLe die drin­gend not­wen­dige Sa­nie­rung der Du­schen in An­griff ge­nom­men wer­den kann – nach Be­en­di­gung der Be­weis­führung zu den Baumän­geln. Al­ler­dings wer­den diese Ar­bei­ten erst im Früh­jahr 2019 durch­ge­führt wer­den kön­nen, da auf­grund der aus­ge­las­te­ten Auf­trags­lage so kurz­fris­tig keine Hand­wer­ker zur Ver­fü­gung stün­den. Vor Ge­richt wird al­ler­dings wei­ter um die Baumän­gel ge­strit­ten. Den­noch muss das Un­ter­neh­men je­des Jahr wie­der ein De­fi­zit von zwei Mil­lio­nen Euro bei EauLe und Stadt­bus ein­kal­ku­lie­ren. "­Die Bä­der und die öf­fent­li­chen Mo­bi­litäts­an­ge­bote las­sen sich deutsch­land­weit nicht kos­ten­de­ckend be­trei­ben - auch nicht bei uns in Lem­go", so der Ge­schäfts­füh­rer. Da­bei seien so­wohl die Fahr­gast­zah­len beim Stadt­bus, als auch die Be­su­cher­zah­len im EauLe – trotz des un­bestän­di­gen Som­mers in 2017 – sta­bil ge­blie­ben. Sta­bil rei­che aber nicht aus, so Arnd Ober­sche­ven und sagt bei­nahe beiläu­fig, dass ge­rade fie­ber­haft daran ge­ar­bei­tet wird, mehr Fahr- und Ba­degäste zu ge­win­nen. Was und wie, hat er noch nicht ver­ra­ten. Man darf ge­spannt sein.

vom 18.07.2018 | Ausgabe-Nr. 29A

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