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741 Wohnungen wurden neu gebaut

Jahresbilanz: Bauherren investieren in Lippe 216,1 Millionen Euro

741 Wohnungen sind 2017 im Kreis Lippe entstanden. Zu wenig, findet das Bündnis Wohnen aus IG BAU und Bauwirtschaft. Symbolfoto: Pixabay

741 Woh­nun­gen sind 2017 im Kreis Lippe ent­stan­den. Zu we­nig, fin­det das Bünd­nis Woh­nen aus IG BAU und Bau­wirt­schaft. Sym­bol­fo­to: Pi­xa­bay

Kreis Lip­pe. Vom Sin­gle-Apart­ment bis zum Bun­ga­low: Im Kreis Lippe sind im ver­gan­ge­nen Jahr 741 Neu­bau­woh­nun­gen ent­stan­den – 255 da­von in Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­sern. Dar­auf hat das Ver­bän­de­bünd­nis Woh­nen hin­ge­wie­sen, in dem sich die IG Bauen-Agrar-Um­welt (IG BAU), der Bun­des­ver­band Deut­scher Bau­stoff-Fach­han­del (BDB) und die Deut­sche Ge­sell­schaft für Mau­er­werks- und Woh­nungs­bau (DGfM) zu­sam­men­ge­schlos­sen ha­ben. Das Bünd­nis be­ruft sich bei den Zah­len auf die ak­tu­elle Bau-Bi­lanz der fer­tig­ge­stell­ten Wohn­ge­bäude vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt.

Ins­ge­samt ha­ben die Bau­her­ren im Kreis Lippe dem­nach im ver­gan­ge­nen Jahr 216,1 Mil­lio­nen Euro in den Neu­bau von Woh­nun­gen in­ves­tiert. "Das klingt viel. Tatsäch­lich müsste es aber mehr sein, wenn der Kreis Lippe sei­nen Bei­trag zur Wohn­raum-Of­fen­sive der Bun­des­re­gie­rung leis­ten will. Denn der Neu­bau von be­zahl­ba­ren Woh­nun­gen ist die ein­zige ef­fek­tive Ant­wort auf stei­gende Mie­ten und hohe Im­mo­bi­li­en­prei­se, von de­nen auch Nord­rhein-West­fa­len be­trof­fen ist", sagt Sven Bön­ne­mann (IG BAU) vom Ver­bän­de­bünd­nis Woh­nen. Ins­ge­samt seien bun­des­weit im ver­gan­ge­nen Jahr 285.000 Woh­nun­gen neu ge­baut wor­den. Da­bei habe die Große Ko­ali­tion von CDU/CSU und SPD eine ganz an­dere Mess­latte ge­legt: 1,5 Mil­lio­nen Neu­bau­woh­nun­gen bun­des­weit bis 2021 – also 375.000 pro Jahr. "Das be­deu­tet, dass der Woh­nungs­neu­bau in die­sem Jahr um satte 32 Pro­zent zu­le­gen müss­te. Da­nach sieht es al­ler­dings bis­lang we­der in Nord­rhein-West­fa­len noch bun­des­weit aus­", so der stell­ver­tre­tende Re­gio­nal­lei­ter der IG BAU in West­fa­len, Sven Bön­ne­mann. Das Ver­bän­de­bünd­nis Woh­nen for­dert da­her jetzt den Bund, das Land Nord­rhein-West­fa­len und auch die Kom­mu­nen auf, mehr für den Woh­nungs­bau zu tun. Vor al­lem für den be­zahl­ba­ren Wohn­raum. Also für Men­schen ohne "­ex­tra dickes Miet-Por­te­mon­nai­e": "­Ge­rade für den so­zia­len Woh­nungs­bau muss deut­lich mehr ge­tan wer­den. Ebenso für den Neu­bau von Woh­nun­gen, bei de­nen sich die Men­schen die Miete auch leis­ten kön­nen", so Bön­ne­mann. Auch das Wohn­ei­gen­tum im Kreis Lippe müsse ef­fek­tiv ge­för­dert wer­den. "Es müs­sen sich wie­der mehr Men­schen die ei­ge­nen vier Wände leis­ten kön­nen – vom Mau­rer bis zur In­dus­trie­kauf­frau. Hand­wer­ker, die Woh­nun­gen bau­en, soll­ten auch in der Lage sein, sich eine ei­gene Woh­nung an­zu­schaf­fen", so das Bünd­nis Woh­nen. Wohn­ei­gen­tum sei eine wich­tige Al­ters­vor­sor­ge. "­Die ei­ge­nen vier Wände sind da und ha­ben Be­stand – un­ab­hän­gig da­von, wie die Ren­ten­höhe im Al­ter schwankt. Sie bie­ten die Si­cher­heit ei­nes dau­er­haf­ten ‚­Da­ches ü­ber dem Kopf­‘– ohne Angst vor Mie­ter­höhun­gen oder vor ei­ner Kün­di­gung", sagt Bön­ne­mann. An die hei­mi­schen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten ap­pel­liert das Wohn-Bünd­nis, dem Woh­nungs­bau jetzt die "­po­li­ti­sche Po­wer" zu ge­ben, die der Bau braucht. "Es kommt dar­auf an, dass die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten aus dem Kreis Lippe und ganz Nord­rhein-West­fa­len in Ber­lin Farbe be­ken­nen. Sie müs­sen sich für ein deut­lich di­cke­res Bau­pa­ket im nächs­ten Bun­des­haus­halt stark­ma­chen, von dem dann auch die Men­schen im Kreis Lippe mehr pro­fi­tie­ren", sagt Sven Bön­ne­mann von der IG BAU. Die Kanz­le­rin habe an­gekün­digt, 6 Mil­li­ar­den Euro für den Woh­nungs­bau bis 2021 be­reit­zu­stel­len – also 1,5 Mil­li­ar­den Euro pro Jahr. Tatsäch­lich benötigt wür­den aber min­des­tens 4 Mil­li­ar­den Euro jähr­lich. "­Denn im Woh­nungs­man­gel und in stei­gen­den Mie­ten steckt so­zia­ler Spreng­stoff. Ge­rade beim Neu­bau von So­zi­al­woh­nun­gen droht ein De­sas­ter, wenn der Bund hier nicht or­dent­lich Geld in die Hand nimmt und in­ves­tiert. Tag für Tag fal­len So­zial­miet­woh­nun­gen aus der Bin­dung. Der Be­stand an Woh­nun­gen für Men­schen, die einen Wohn­be­rech­ti­gungs­schein ha­ben, schmilzt kon­ti­nu­ier­lich ab", warnt Sven Bön­ne­mann. Eine "­Good­will-Woh­nungs­bau­po­li­ti­k" der Län­der, bei der die Zahl der So­zi­al­woh­nun­gen von der Kas­sen­lage ab­hän­ge, sei fa­tal. Auch die ge­plante För­de­rung für den al­ters­ge­rech­ten Um­bau lasse "jede Hoff­nung auf einen Sa­nie­rungs­schub für mehr Se­nio­ren­woh­nun­gen ge­gen Null lau­fen". Aber ge­rade al­ters­ge­rechte Woh­nun­gen brau­che auch der Kreis Lip­pe. Der Bund müsse dem Woh­nungs­neu­bau jetzt "Turbo-Im­pul­se" ge­ben: Dazu gehören, so das Ver­bän­de­bünd­nis Woh­nen, zu­sätz­li­ches För­der­geld und mehr steu­er­li­che An­rei­ze. Wirk­sam sei ins­be­son­dere eine bes­sere steu­er­li­che Ab­schrei­bung – kon­kret die Er­höhung der AfA von 2 auf dau­er­haft 3 Pro­zent. Denn der Bau brau­che vor al­lem ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, um Fach­kräfte und tech­ni­sche Ka­pa­zitäten auf­bauen zu kön­nen. Ebenso müss­ten alle en­ga­gier­ten und im Kern gu­ten Punk­te, die Union und SPD zum Woh­nungs­bau im GroKo-Ko­ali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bart ha­ben, schnell an­ge­packt wer­den.­Fo­to: Pi­xa­bay

vom 14.07.2018 | Ausgabe-Nr. 28B

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