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Flaschendeckel
gegen Kinderlähmung

Leopoldshöhe beteiligt sich an Aktion

 

Leo­polds­höhe (k­d). Was ha­ben die Kunst­stoff­de­ckel von Ge­trän­ke­fla­schen mit dem Kampf ge­gen Kin­der­läh­mung (Po­lio) zu tun? Sehr viel, denn die De­ckel kön­nen an Re­cy­cling­un­ter­neh­men ver­kauft wer­den. Mit den Ein­nah­men wer­den welt­weit Imp­fun­gen fi­nan­ziert. Auch in Leo­polds­höhe wird jetzt an vie­len Stel­len ge­sam­melt.

Den An­fang mach­ten acht Fa­mi­li­en­zen­tren. Hier ste­hen be­reits die durch­sich­ti­gen, großen Behäl­ter für die bun­ten De­ckel. El­tern und Kin­der ha­ben be­reits fleißig ge­sam­melt, sagte Clau­dia Schnei­der vom Fa­mi­li­en­zen­trum "Re­gen­bo­gen". An­sch­ließend wird der In­halt zum Bau­hof ge­bracht. "­Mehr als 100 Ki­lo­gramm ha­ben wir schon ein­ge­la­ger­t", be­rich­tete An­dreas Glatt­hor, Lei­ter des Bau­ho­fes. Un­ter dem Motto "Je­der De­ckel zähl­t", hat sich in Westlippe der Ro­tary Club Det­mold-Oer­ling­hau­sen für die Sam­me­lak­tion stark ge­macht. Die Ge­meinde Leo­polds­höhe un­ter­stützt das Pro­jekt gern, wie Bür­ger­meis­ter Ger­hard Schem­mel sag­te. Mit Hilfe von Fly­ern soll nun die ge­samte Be­völ­ke­rung an­ge­spro­chen wer­den. Auch im Rat­haus wird ein Sam­mel­behäl­ter auf­ge­stellt. Sie se­hen aus wie ü­ber­große Milch­kan­nen und wur­den von ei­ner Leo­polds­höher Firma her­ge­stellt. Um mög­lichst zu ver­hin­dern, dass Müll ein­ge­wor­fen wir, sind sie trans­pa­rent ge­stal­tet. Für den Ro­tary Club lei­tet Dr. Win­fried Brun­ner aus Verl die Ak­tion. "­Die Sterb­lich­keit bei Po­lio ist sehr hoch­", sagte er. "In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ist es ge­lun­gen, die Zahl der In­fek­tio­nen er­heb­lich zu re­du­zie­ren. Jetzt kommt es auf die letz­ten paar Pro­zent an, sie sind am schwie­rigs­ten." Gab es in frühe­ren Jah­ren welt­weit noch 350.000 Neu­in­fek­tio­nen, so san­ken sie in­zwi­schen auf we­ni­ger als 30.000. Die jüngs­ten Fälle tra­ten in Af­gha­ni­stan, Pa­kis­tan und im Kongo auf. "­Die Krank­heit ist nicht be­han­del­bar, darum ist Vor­beu­gung so wich­tig", ver­deut­lichte Dr. Brun­ner. Mit dem Er­lös von 500 De­ckeln sei be­reits eine Imp­fung in je­nen Län­dern zu be­zah­len, die noch einen Nach­hol­be­darf ha­ben. Sämt­li­che Spen­den wür­den zu 100 Pro­zent für den zu­gach­ten Zweck ver­wen­det, ver­si­cherte der Arzt. "Auch von Po­cken spricht heute kei­ner mehr, ich wün­sche mir, dass dies auch bei Po­lio schon bald der Fall sein wird", sagte Dr. Brun­ner.

vom 09.06.2018 | Ausgabe-Nr. 23B

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