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Sorge um den Nachwuchs

Feuerwehren nehmen auch schon Kinder ab sechs auf

 

Kreis Lip­pe/Leo­polds­höhe (k­d). Mit ei­ner lan­des­wei­ten Wer­be­kam­pa­gne ha­ben die Feu­er­weh­ren im ver­gan­ge­nen Jahr neue Mit­glie­der ge­win­nen wol­len. In Lippe konnte lei­der kein Zu­wachs er­zielt wer­den. Diese Bi­lanz zog Kreis­brand­meis­ter Karl-Heinz Bra­ke­meier in Leo­polds­höhe beim 44. Kreis­ver­bands­tref­fen der lip­pi­schen Feu­er­weh­ren.

Ih­ren Nach­wuchs ge­win­nen die Ein­satz­ab­tei­lun­gen ü­ber­wie­gend aus der Ju­gend­feu­er­wehr. Wer das 18. Le­bens­jahr er­reicht hat, kann in die ak­tive Wehr wech­seln. Im ver­gan­ge­nen Jahr wech­sel­ten 20 junge Frauen und 41 junge Män­ner in den ak­ti­ven Dienst. Al­ler­dings steht die Ju­gend­wehr in Kon­kur­renz zu Sport­ver­ei­nen, Mu­sik­schu­len und an­de­ren An­bie­tern der Frei­zeit­ge­stal­tung. Vor die­sem Hin­ter­grund ha­ben die Weh­ren das Ein­tritts­al­ter ge­senkt und spre­chen jetzt auch Kin­der ab sechs Jah­ren an. Ne­ben der Kin­der­feu­er­wehr in Kal­le­tal wur­den 2017 sol­che Grup­pen auch in Ex­ter­tal, Lügde und Lage ge­bil­det. Des­halb ist die Ge­samt­zahl der Feu­er­wehr­leute in Lippe um 100 auf 4.850 ge­stie­gen, be­rich­tete Bra­ke­mei­er. Die Zu­nahme führte er je­doch al­lein auf die Exis­tenz die­ser neu ge­bil­de­ten Kin­der­feu­er­weh­ren zurück. Gleich­wohl ist die Mit­glie­der­zahl der Ju­gend­weh­ren von 927 auf 905 ge­sun­ken, be­rich­tete Kreis­ju­gend­war­tin Heike Lalk. Die wei­te­ren Aus­sich­ten be­ur­teilte der Kreis­brand­meis­ter nicht sehr po­si­tiv. Es sei ein wei­te­rer Rück­gang zu er­war­ten. Die Zahl der Einsätze (3.111) blieb na­hezu kon­stant. Während sich die Brand­einsätze deut­lich ver­rin­ger­ten, stie­gen die tech­ni­schen Hil­fe­leis­tun­gen deut­lich an. Bei den tech­ni­schen Einsät­zen konn­ten mehr Per­so­nen (263) ge­ret­tet wer­den, lei­der verstar­ben auch mehr Men­schen (43) als in den Vor­jah­ren. Nicht nur während ei­nes Ernst­falls kommt es im­mer häu­fi­ger zu Ge­walt ge­gen Ein­satz­kräf­te, be­rich­tete Bra­ke­mei­er. Auch bei der Leis­tungs­be­wer­tung der Feu­er­weh­ren vor zwei Wo­chen in Leo­polds­höhe wur­den Schieds­rich­ter ver­bal at­ta­ckiert. "Dafür habe ich ü­ber­haupt kein Ver­ständ­nis­", er­klärte Bra­ke­mei­er. "Wir wer­den Wege fin­den, dies zu ahn­den." Das Land Nord­rhein-West­fa­len und der Kreis Lippe habe er­heb­lich in Fahr­zeuge und Ma­te­rial in­ves­tiert, stellte Bra­ke­meier fest. Sein Stell­ver­tre­ter Man­fred Beh­rens kri­ti­sierte al­ler­dings, dass den Weh­ren in Lippe auf Lan­des­ebene zu we­nige Lehr­gänge zu­ge­teilt wur­den. In sei­nem Grußwort ging Land­rat Dr. Axel Leh­mann auf die Klage ein. Es sei er­freu­lich, wenn der Wunsch nach Fort­bil­dung so groß sei, sagte Dr. Leh­mann. Er habe be­reits einen Brief an In­nen­mi­nis­ter Her­bert Reul ge­schrie­ben und um Auf­sto­ckung der Ka­pa­zitäten ge­be­ten. Die Kin­der­feu­er­weh­ren be­zeich­nete der Land­rat als er­folg­ver­spre­chen­den, rich­ti­gen Weg. "­Denn eh­ren­amt­li­ches En­ga­ge­ment ist eine Stüt­ze, auf die wir nicht ver­zich­ten kön­nen." Leo­polds­höhes Bür­ger­meis­ter Ger­hard Schem­mel stellte eben­falls fest, dass der Brand­schutz ü­ber­wie­gend eh­ren­amt­lich ge­leis­tet wer­de. "Wenn es um Bür­ger­sinn geht, kommt man an der Feu­er­wehr nicht vor­bei", for­mu­lierte er. Seit 25 Jah­ren be­ste­hen freund­schaft­li­che Be­zie­hun­gen zur Feu­er­wehr im li­taui­schen Kau­n­as. Als Ver­tre­ter des In­nen­mi­nis­te­ri­ums dankte Ke­stu­tis Lu­ko­sius für die ide­elle und ma­te­ri­elle Un­ter­stüt­zung. Bis­lang wur­den schon 50 Fahr­zeuge und Geräten ü­ber­ge­ben. Mi­nis­te­ri­al­rat Hel­mut Probst, In­spek­teur für Feuer- und Be­völ­ke­rungs­schutz in NRW, dankte den lip­pi­schen Weh­ren für ih­ren Ein­satz beim El­be­hoch­was­ser. Stell­ver­tre­tend zeich­nete er Kreis­brand­meis­ter Bra­ke­meier mit ei­nem Ver­dienst-Eh­ren­zei­chen aus. Der Lip­pi­sche Feu­er­wehr­ver­band wie­derum wür­digte das lang­jäh­rige Wir­ken von Cord Finke (Blom­ber­g), Ste­fan Bein­ker (Horn-Bad Mein­berg) und Kai Uwe Deilke (Schie­der-Schwa­len­berg) in Führungs­po­si­tio­nen. Bra­ke­meier ü­ber­reichte ih­nen das Feu­er­wehr-Eh­ren­zei­chen in Sil­ber.

vom 09.06.2018 | Ausgabe-Nr. 23B

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