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175 Jahre Stadtrechte für Lage

Ausstellung zeigt Weg vom Kirchspiel zur (Industrie-)Stadt

Auch 1893 wurde gefeiert. In der Bekanntmachung heißt es: „Magistrat und Stadtverordnete haben beschlossen, … das fünfzigjährige Jubiläum der Stadt zu feiern und laden alle Einwohner zur Teilnahme an der Feier hiermit ein." An die Bürger erging die Bitte, ihre Häuser für den Festumzug mit Fahnen zu schmücken.  Foto: Stork

Auch 1893 wurde ge­fei­ert. In der Be­kannt­ma­chung heißt es: „­Ma­gis­trat und Stadt­ver­ord­nete ha­ben be­schlos­sen, … das fünf­zig­jäh­rige Ju­biläum der Stadt zu fei­ern und la­den alle Ein­woh­ner zur Teil­nahme an der Feier hier­mit ein." An die Bür­ger er­ging die Bit­te, ihre Häu­ser für den Festum­zug mit Fah­nen zu schmü­cken. Fo­to: Stork

Lage (hst). Am 22. Ja­nuar 1843 er­fuh­ren die Ein­woh­ner La­ges durch einen Aus­hang, dass Fürst Leo­pold ih­ren Hei­mat­ort zur Stadt er­ho­ben hat­te. Es war das Er­geb­nis ei­ner Ent­wick­lung, in der das Kirch­spiel Lage zunächst zu ei­nem "Freyen Weich­bild" mit be­son­de­ren Pri­vi­le­gien wurde und sich später einen Platz an der Seite der ü­b­ri­gen Städte Lip­pes er­stritt, bis es im Rah­men des Er­las­ses ei­ner neuen Städ­te­ord­nung für Lippe end­lich die Stadt­rechte er­hielt.

Aus An­lass der Ver­lei­hung der Stadt­rechte für Lage vor 175 Jah­ren prä­sen­tiert das Stadt­ar­chiv eine be­son­dere Aus­stel­lung, zu­sam­men­ge­stellt von Ar­chi­va­rin Chris­tina Pohl. An­hand von Fo­to­gra­fien und Ak­ten aus dem Be­stand des Stadt­ar­chivs wir der Weg La­ges vom Kirch­spiel bis zur Stadt­wer­dung und die an­sch­ließende Ent­wick­lung zur In­dus­trie­stadt nach­ge­zeich­net. Die Aus­stel­lung be­leuch­tet Bau und Ge­stal­tung des his­to­ri­schen Rat­hau­ses, wel­che sym­bo­li­sche Be­deu­tung der Bau für das Selbst­ver­ständ­nis der La­gen­ser Bür­ger­schaft hatte und be­rich­tet ü­ber die zahl­rei­chen Pläne für Rat­hau­ser­wei­te­run­gen und Neu­bau­ten seit 1940. Das Dorf Lage wurde erst­mals 1274 in ei­ner Ur­kunde na­ment­lich er­wähnt. Für seine Ent­wick­lung zum Markt­fle­cken und schließ­lich zur Stadt gibt es im We­sent­li­chen drei Grün­de: Die ver­kehrs­güns­tige Lage an der Wer­re­furt und die Kreu­zung wich­ti­ger Han­dels- und Heer­wege wa­ren wich­tige Aspek­te, ebenso das dar­aus re­sul­tie­rende In­ter­esse der Lan­des­herr­schaft die­sen Ort aus­zu­bauen so­wie die fol­gende po­si­tive wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung. Sie ließen das Be­dürf­nis und Selbst­be­wusst­sein der Bür­ger­schaft wach­sen, sich für eine städ­ti­sche Selbst­ver­wal­tung ein­zu­set­zen. So gehört Lage nicht zu den herr­schaft­li­chen Stadt­grün­dun­gen, son­dern ver­dankt die­sen Ti­tel dem selbst­be­wuss­ten Auf­tre­ten sei­ner da­mals rund 1.500 Bür­ger, der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung und, wie es in der Er­nen­nungs­ur­kunde von 1843 so pas­send heißt, der dar­aus re­sul­tie­ren­den "re­gen Be­trieb­sam­keit". Als Lage 1843 zur Stadt er­ho­ben wur­de, ver­fügte die Ver­wal­tung noch nicht ü­ber ein ei­genstän­di­ges Rat­haus. Bür­ger­meis­ter, Ma­gis­trat und Be­diens­tete re­si­dier­ten in ei­ner Etage des "Al­ten Kel­ler­s" am Markt. Für eine den Auf­ga­ben und dem Sta­tus an­ge­mes­sene Un­ter­brin­gung ließ die Stadt zwi­schen 1863 und 1866 das his­to­ri­sche Rat­haus er­rich­ten. Die Aus­stel­lung "175 Jahre Stadt­rechte für La­ge" ist während der Öff­nungs­zei­ten des Bür­ger­büros vom 5. Mai bis zum 14. Juni im Foyer vom La­gen­ser Fo­rum, Am Dra­wen Hof, zu se­hen.

vom 02.05.2018 | Ausgabe-Nr. 18A

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