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Irgendwo auf der Welt

Lemgo (rk). Zur Er­in­ne­rung an die kürz­lich ver­stor­bene ehe­ma­lige jü­di­sche Mit­bür­ge­rin und der­zeit ein­zige Lem­goer Eh­ren­bür­ge­rin Karla Ra­veh, wid­men sich die Sän­ge­rin Mo­nika Rey und die Pia­nis­tin Eva Schütt­ler ein wei­te­res Mal den Wer­ken jü­di­scher Kom­po­nis­ten. Das Kon­zert ist am Mon­tag, 14. Mai, 19.30 Uhr, im Ge­mein­de­zen­trum St. Jo­hann. Ein­tritts­kar­ten sind ab so­fort im Vor­ver­kauf zum Preis von 10 Euro im He­xen­bür­ger­meis­ter­haus und im Ge­mein­de­büro er­hält­lich. Tickets gibt es darü­ber hin­aus an der Abend­kasse zum Preis von 12 Eu­ro.

In der Zwi­schen­kriegs­zeit der 20er und 30er Jahre präg­ten die Chan­sons und Lie­der jü­di­scher Kom­po­nis­ten maß­geb­lich die po­puläre Mu­sik je­ner Zeit. Sie schrie­ben keine "jü­di­sche" Mu­sik, sie wa­ren als Deut­sche Teil der da­ma­li­gen deut­schen Mu­sik- und Kunst­szene und ga­ben der zeit­genös­si­schen Vor­stel­lung von Welt­läu­fig­keit und Li­be­ra­lität eine Stim­me. Ihre mit großem Kön­nen und Liebe zum Pu­bli­kum ge­schaf­fe­nen Lie­der, Cou­plets und Chan­sons tref­fen die See­len der Men­schen bis heu­te. Mit dem Auf­kom­men des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus wur­den ihre Schick­sale zu "­Fußno­ten" die­ser dunklen Zeit. Viele sa­hen sehr bald kei­nen an­de­ren Aus­weg mehr als die Emi­gra­tion. Als Flücht­linge ü­ber­all auf der Welt ver­streut und ent­wur­zelt, war nur noch die Mu­sik ihre Hei­mat, des­halb schrie­ben sie auch im Exil wei­tere Lie­der. Mo­nika Rey und Eva Schütt­ler ha­ben ein Pro­gramm zu­sam­men­ge­stellt, das so­wohl die bis heute welt­berühm­ten Hits aus der Zeit der gol­de­nen 20er als auch die we­ni­ger po­pulären Stü­cke aus der Zeit der Emi­gra­tion die­ser Kom­po­nis­ten in Er­in­ne­rung bringt. Mo­nika Rey lässt die Zuhö­rer mit ih­rer außer­ge­wöhn­li­chen Stimme und ih­rer aus- drucks­star­ken In­ter­pre­ta­tion die so un­ter­schied­li­chen Ge­fühls­wel­ten die­ser Lie­der noch ein­mal mit­er­le­ben, während Eva Schütt­ler mit ih­rem va­ri­an­ten­rei­chen Spiel den Klang je­ner Zei­ten mit ei­nem un­ver­kenn­bar ei­ge­nen Stil ver­mit­telt.

vom 02.05.2018 | Ausgabe-Nr. 18A

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