LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Detmold

Turbulente tausend Jahre

Vortrag von Museumsdirektor Dr. Michael Zelle

Det­mold. My­thos oder Rea­lität? Wer wa­ren die Ger­ma­nen und wie leb­ten sie wirk­lich? Ak­tu­elle For­schungs­er­geb­nisse be­le­gen: es gab kom­plexe Stam­mes­ver­bän­de, hoch ent­wi­ckelte Le­bens­for­men, aber auch kul­tu­relle Rück­schrit­te. In sei­nem Vor­trag, am Don­ners­tag, 3. Mai, um 19.30 Uhr, zeich­net Dr. Zelle ein span­nen­des Bild der tur­bu­len­ten tau­send Jahre im "­Land des Her­mann".

Die Ge­schichte Lip­pes in der An­tike wird oft mit kraft­strot­zen­den, krie­ge­ri­schen, in Tier­felle be­klei­de­ten Hü­nen, die schon im­mer hier sie­del­ten ver­bun­den. Ein Bild, dass von Be­rich­ten rö­mi­scher Schrift­stel­ler ge­prägt wurde – al­len voran Ta­ci­tus mit der "­Ger­ma­nia". In sei­ner Schrift be­schreibt der rö­mi­sche His­to­ri­ker und Se­na­tor Ta­ci­tus, die Geo­gra­phie des Lan­des und be­nennt ver­schie­dene ger­ma­ni­sche Stäm­me. Er stellt Sit­ten und Ge­bräu­che vor und lobt ihre ihm zu­folge sitt­li­che Le­bens­weise und das streng ge­re­gelte Fa­mi­li­en­le­ben. Be­wun­dernd äußert es sich ü­ber ihre Tap­fer­keit im Krieg und ih­ren Frei­heits­wil­len. Kein Wun­der, un­ter dem le­gen­dären Che­rus­ker­fürs­ten Ar­mi­nius rin­gen sie drei rö­mi­sche Le­gio­nen nie­der. Al­ler­dings weist Ta­ci­tus auch auf Schwächen hin, wie ihre Träg­heit, ih­ren Hang zu Wür­fel­spiel und ü­ber­mäßi­gem Al­ko­hol­kon­sum. Dich­tung oder Wahr­heit? "­Die Schrif­ten des Ta­ci­tus wur­den erst im 15. Jahr­hun­dert wie­der­ent­deckt. Auf der Su­che nach na­tio­na­ler Iden­ti­tät kehr­ten Che­rus­ker und Ger­ma­nen ü­ber­haupt in das Be­wusst­sein der Deut­schen zurück", er­klärt Dr. Zel­le. Ar­mi­ni­us, mitt­ler­weile zu "Her­mann" ein­ge­deutscht, ent­wi­ckelte sich zum deut­schen Na­tio­nal­hel­den und zum Vor­kämp­fer deut­scher Frei­heit ge­gen Rom und wurde zu ei­ner der wich­tigs­ten Sym­bol­fi­gu­ren der Deut­schen auf ih­rer Su­che nach kul­tu­rel­ler Selbst­be­haup­tung, fügt der Mu­se­ums­di­rek­tor hin­zu. Der Ein­tritt ist frei. Da die Teil­neh­mer­zahl be­grenzt ist sind Re­ser­vie­run­gen te­le­fo­nisch un­ter (05231) 99250 oder per E-Mail un­ter "­shop@lip­pi­sches-lan­des­mu­se­um.­de".

vom 02.05.2018 | Ausgabe-Nr. 18A

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten