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Leuchtturmprojekt für ganz Lippe

"Urland" mit Klimaturm wird nicht nur das Freilichtmuseum aufwerten

Oer­ling­hau­sen (k­d). Wenn Karl Bang­hard, Lei­ter des Ar­chäo­lo­gi­schen Frei­licht­mu­se­ums Oer­ling­hau­sen, ü­ber das Pro­jekt "Ur­lan­d" spricht, gerät er ins Schwär­men. Die Un­ter­stüt­zung der Po­li­tik für den ge­plan­ten Kli­ma­turm sei "wie ein Sech­ser im Lot­to". Vor Mit­glie­dern des SPD-Orts­ver­eins Oer­ling­hau­sen er­läu­terte Bang­hard das Vor­ha­ben, das auf seine Idee zurück­geht.

Hin­ter dem Be­griff "Ur­lan­d" ver­birgt sich et­was Ein­zig­ar­ti­ges – eine deutsch­land­weit ein­zig­ar­tige Er­leb­nis- und Mu­se­ums­welt. Als Part­ner wer­den das Na­tur­schutz­großpro­jekt Senne (Stich­wort "Na­tur­lan­d") und das Mu­seum ("­Kul­tur­lan­d") zu­sam­men­ar­bei­ten. Bang­hard wies dar­auf hin, dass beide Be­rei­che gut zu­sam­men pass­ten. Das sicht­bare Sym­bol für diese Ko­ope­ra­tion wird ein Kli­ma­turm mit ei­nem Durch­mes­ser von zwölf Me­tern sein. Er bil­det den neuen Ein­gangs­be­reich des Mu­se­ums und wird in­halt­lich die Wech­sel­wir­kung von Kli­ma­ge­schich­te, Land­schaft und mensch­li­cher Ent­wick­lung ver­mit­teln. "Wir wer­den das erste Mu­seum sein, in dem Um­welt und Ar­chäo­lo­gie eng ver­zahnt sin­d", er­läu­terte Bang­hard den So­zi­al­de­mo­kra­ten. "­Ge­schichte kann nicht iso­liert erzählt wer­den." Nach­dem die Be­su­cher den run­den Turm be­tre­ten ha­ben, kön­nen sie in der ers­ten Etage die Warm­zeit er­le­ben. Der Raum wird eine Tem­pe­ra­tur von 22 Grad ha­ben und in kur­zen Fil­men auf die Tier- und Pflan­zen­welt je­ner Zeit ein­ge­hen. Im Stock­werk darü­ber herrscht eine Tem­pe­ra­tur zwi­schen 0 und mi­nus 2 Grad. Der kurze Ü­ber­gang sei ge­wollt, er­läu­terte der Mu­se­ums­lei­ter. "Das Ende der letz­ten Eis­zeit wird um das Jahr 9620 herum da­tiert. Es war tatsäch­lich ein kras­ser Ü­ber­gang von der Kalt- zur Warm­zeit. Ein Mensch konnte ihn tatsäch­lich so er­lebt ha­ben." Von der Kup­pel im obers­ten Stock­werk wer­den Aus­bli­cke auf den Töns­berg und die Oer­ling­hau­ser In­nen­stadt eröff­nen. Wenn die Be­su­cher dann ins Freie hin­austre­ten, fin­den sie die heu­ti­gen Kli­ma­ver­hält­nisse vor. "Es tritt ein Aha-Ef­fekt ein", sagte Bang­hard. "Von der vir­tu­el­len Be­spaßung geht es in den ru­hi­gen, kon­tem­pla­ti­ven Be­reich un­se­res Mu­se­ums." Die SPD-Mit­glie­der be­grüßten, dass auch auf den Kli­ma­wan­del der heu­ti­gen Zeit ein­ge­gan­gen und darü­ber in­for­miert wird, wie man heute rich­tig mit Ener­gie um­geht. Der Kli­ma­turm soll in den Hang hin­ein ge­baut wer­den. Er soll die bis­he­ri­gen Trep­pen ü­ber­flüs­sig ma­chen und wird auch mit Rollstühlen be­fahr­bar sein. Al­ler­dings er­wähnte Bang­hard auch, dass et­li­che große Fich­ten ebenso wei­chen müs­sen wie das bis­he­rige Ver­wal­tungs­ge­bäu­de. Auch die Zu­fahrt soll ver­legt wer­den, um noch mehr Park­plätze schaf­fen zu kön­nen. "Ur­lan­d" wird etwa 7,6 Mil­lio­nen Euro kos­ten und soll mit Mit­teln aus dem NRW-Struk­tur­för­der­pro­gramm "Re­gio­nale 2022" rea­li­siert wer­den. Die po­li­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­ger ver­spre­chen sich da­von einen Schub für den Tou­ris­mus. "Es ist ein Leucht­turm­pro­jekt für ganz Lippe und eine Rie­sen­chance für un­s", er­klärte Bang­hard. "Das hätte ich vor zwei Jah­ren noch nicht für mög­lich ge­hal­ten."

vom 25.04.2018 | Ausgabe-Nr. 17A

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