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Kinder duellieren sich mit dem Pompfer

Werreanger ist Schauplatz des ersten Lagenser Jugger-Turniers

Aus dem TuS Ehrentrup treten die „Pinatas"  gegen die „Juggorais" an. Foto: Hetland

Aus dem TuS Eh­ren­trup tre­ten die „Pi­na­tas" ge­gen die „Jug­go­rais" an. Fo­to: Het­land

Lage (ah). Für sei­nen Film "­Die Jug­ger – Kampf der Bes­ten" hat der Re­gis­seur Da­vid Web Peop­les 1989 die Sport­art "Jug­ger" er­fun­den. Sie ähnelt den Gla­dia­to­ren­wett­kämp­fen, bein­hal­tet aber auch Ele­mente aus Ame­ri­can Foot­ball und Fech­ten. In Lage ha­ben Kin­der und Ju­gend­li­che jetzt erst­mals ein Tur­nier in der neuen Trend­sport aus­ge­tra­gen. "Jug­ger" kom­bi­niert Ein­zel­sport­ar­ten zu ei­nem tem­po­rei­chen Mann­schaftss­port, der die Vor­züge bei­der Kon­zepte op­ti­mal ver­eint, fin­det Trai­ner Pas­cal Arend vom TuS Eh­ren­trup. "An­ders als zum Bei­spiel beim Fuß­ball ist das ganze Spiel ü­ber je­der in Ak­tion", er­klärt er. Das ma­che auch den be­son­de­ren Reiz für die Kin­der und Ju­gend­li­chen aus. Jug­ger biete die ein­zig­ar­tige Mög­lich­keit, sich so­wohl im Ein­zel­du­ell als auch im Team­ver­band in­ner­halb der­sel­ben Sport­art zu mes­sen. Dass es sich um einen recht mo­der­nen Sport han­delt, sehe man auch dar­an, dass es keine klas­si­sche Ge­schlech­ter­tren­nung gibt. Ein wei­te­rer Plus­punkt für die Kin­der, so Arend. Der Ju­gend­ar­bei­ter stieß per Zu­fall auf den un­ge­wöhn­li­chen Sport, erzählt er. Im Rah­men sei­ner Ar­beit in der Sucht­prä­ven­tion habe er das Spiel dann mit ei­ner Gruppe des La­gen­ser Ju­gend­zen­trums "HOT" ge­tes­tet: "­Die Kids wa­ren be­geis­tert, bei dem Spiel kann man sich rich­tig aus­po­wern." Ziel ist es, den "Jug­g" ge­nann­ten Spiel­ball in das "­Mal"– eine Art klei­nes Schaum­stoff-Nest an den Stirn­sei­ten des Fel­des – zu be­för­dern. Die Läu­fer (Qwiks) der Teams dür­fen mit­ein­an­der Rin­gen, alle an­de­ren Spie­ler sind "­Pomp­fer" und du­el­lie­ren sich mit den ge­pols­ter­ten Sport­geräten, die teil­weise aus­se­hen wie ü­ber­di­men­sio­nale Wat­testäb­chen. Dass das ei­nem Spiel­film ent­lehnte Grund­prin­zip eine Art Gla­dia­to­ren­kampf war, be­merkt man in der sport­li­chen Um­set­zung eher am Ran­de: sämt­li­che "Waf­fen" (Pomp­fe) sind so dick mit Schaum­stoff ge­pols­tert, dass kein nen­nens­wer­tes Ver­let­zungs­ri­siko be­steht. "­Mitt­ler­weile sind die Pomp­fen alle ge­norm­t", er­klärt Ma­xi­mi­lian Vo­gel aus Pa­der­born, der beim Tur­nier als Schieds­rich­ter fun­gier­te. Was vor etwa 20 Jah­ren noch als "­Kla­mauk" be­gann, sei seit der Ein­führung ei­nes Re­gel­werks vor ein paar Jah­ren im­mer sport­li­cher ge­wor­den; nie­mand spiele zum Bei­spiel heute noch ohne ein rich­ti­ges Tri­kot, be­rich­tet er. Seit 1998 fin­den auch Meis­ter­schaf­ten statt. "Trotz­dem ist die Jug­ger-Szene nach wie vor ü­ber­schau­bar, man kennt sich", fügt er mit ei­nem freund­schaft­li­chen Wink auf die Hobby-Kol­le­gen aus Bie­le­feld und Bonn hin­zu. Ins­ge­samt gebe es etwa 40 ak­tive Mann­schaf­ten, schätzt der er­fah­rene Spie­ler, je­doch al­les Er­wach­se­nen-Teams. "Ju­gend­mann­schaf­ten sind noch recht sel­ten, da­her ist die­ses Tur­nier et­was Be­son­de­res." Or­ga­ni­siert seien die Jug­ger-Fans ü­bers In­ter­net. Auf der "JTA"-Platt­form tauscht man sich ü­ber die neus­ten Ver­an­stal­tun­gen und Tref­fen aus.

vom 14.04.2018 | Ausgabe-Nr. 15B

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