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Lage hat seit 175 Jahren Stadtrechte

Jubiläumsfeier mit Bürgerfest und Rathauseinweihung Anfang Mai

 

Lage (WAG). Vor 175 Jah­ren hat Fürst Leo­pold II. Lage die Stadt­rechte ver­lie­hen. Die­ses Ju­biläum soll am 5. Mai mit ei­nem großen Bür­ger­fest rund um das neue Rat­haus La­gen­ser Fo­rum am Dra­wen­hof ge­fei­ert wer­den. Das wird an die­sem Tag of­fi­zi­ell ein­ge­weiht. Tags drauf ist ein ver­kaufsof­fe­ner Sonn­tag ge­plant. 
Am 22. Ja­nuar 1843 wurde den Bür­gern des eins­ti­gen Fle­ckens Lage durch einen Aus­hang be­kannt ge­ge­ben, dass sie fortan in ei­ner Stadt le­ben. Viele Ver­än­de­run­gen brachte das al­ler­dings nicht mit sich. Den Lage be­saß be­reits seit ei­nem Ver­gleich von 1791 stadt­ähn­li­che Rech­te. "­Den meis­ten Fle­cken und Dör­fern Lip­pes war es seit Mitte des 15. Jahr­hun­derts ver­wehrt, städ­ti­sches Ge­werbe aus­zuü­ben. Lage da­ge­gen hatte schon im 16. Jahr­hun­dert das Recht, einen Schuh­ma­cher, einen Schnei­der und einen Schmied an­zu­sie­deln und im Krug aus­län­di­sches Bier aus­zu­schen­ken", er­klärt Ar­chi­va­rin Chris­tina Pohl. 
­Kom­pe­tenz­schwie­rig­kei­ten im Be­reich der Recht­spre­chung hat­ten 1765 zu ei­nem Pro­zess mit dem Amt Det­mold ge­führt, der mit dem Ver­gleich 1791 en­dete und Lage die Ju­ris­dik­tion in ers­ter In­stanz so­wie wei­tere Pri­vi­le­gien brach­te, die das Ge­mein­we­sen den ü­b­ri­gen lip­pi­schen Städ­ten na­hezu gleich­stell­te. Be­reits 1817 hatte der La­gen­ser Ma­gis­trat im Rah­men der Volks­be­we­gung für eine lip­pi­sche Ver­fas­sung eine Ein­gabe be­züg­lich der Er­he­bung zur Stadt an den Lan­des­herrn ge­rich­tet. Auf­grund des Schei­terns die­ser Be­we­gung wurde der An­trag nicht wei­ter ver­folgt, ver­mu­tet Stadt­ar­chi­va­rin Chris­tina Pohl. 
In der lan­des­stän­di­schen Ver­fas­sungs­ur­kunde des Fürs­ten­tums Lippe von 1836, in der die Auf­tei­lung des Land­ta­ges in drei Stände fest­ge­legt wur­de, ord­nete man Lage den Städ­ten zu. Ge­mein­sam mit den Bür­gern Barn­trups wähl­ten die Bür­ger La­ges einen von sie­ben Ab­ge­ord­ne­ten die­ses Stan­des. 
­Die Be­wil­li­gung des er­neu­ten An­trags vom 6. Ja­nuar 1843, den Bür­ger­meis­ter Schus­ter und der Syn­di­kus (Rechts­an­walt) Von Cölln im Auf­trag von Ma­gis­trat und De­pu­tier­ten an den Lan­des­herrn rich­te­ten, war dann le­dig­lich noch ein for­ma­ler Akt. Schon elf Tage später, am 17. Ja­nuar 1843, un­ter­zeich­nete der Fürst die Ur­kun­de, die es Lage nun auch er­laub­te, sich Stadt nen­nen zu dür­fen. Die Bür­ger er­fuh­ren am 22. Ja­nuar durch einen Aus­hang da­von. 
Vor den Ver­lei­hung der Stadt­rechte hatte Lage etwa 1.000 Ein­woh­ner, ver­mu­tet Chris­tina Pohl, da­nach stieg die Be­völ­ke­rungs­zahl ra­sant an. Lage gehört nicht zu den herr­schaft­li­chen Stadt­grün­dun­gen, son­dern ver­dankt die­sen Ti­tel sei­ner wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung und der dar­aus re­sul­tie­ren­den "re­gen Be­trieb­sam­keit, wel­che sich seit­dem dort ent­wi­ckelt hat", heißt es in der Ur­kunde von 1843. Die hat im Laufe der Zeit viel mit­ma­chen müs­sen: So hat je­mand das wert­volle Do­ku­ment des Fürs­ten Paul Alex­an­der Leo­pold (Leo­pold II.) büro­kra­tisch-akri­bisch ge­locht und dann ab­ge­hef­tet. Da­mit nicht ge­nug: Der "Ü­bel­täter" hat zu­dem mit blauer Tinte einen Ver­merk auf die Seite ge­krit­zelt. Das ver­gilbte Pa­pier mit dem Sie­gel des Hau­ses zur Lippe steht dem­nächst im Mit­tel­punkt ei­ner Aus­stel­lung. Heut­zu­tage liegt die hand­ge­schrie­bene Ur­kunde streng ge­si­chert in ei­nem Tre­sor im Rat­haus. 
­Die Ver­wal­tung nimmt das Stadt­rechte-Ju­biläum zum An­lass, um ge­mein­sam mit den Bür­gern zu fei­ern – im fa­mi­liären Rah­men. Am Sams­tag, 5. Mai, fin­det mor­gens zunächst ein Emp­fang für ge­la­dene Gäste statt, an­sch­ließend star­tet ein Fest mit großem Büh­nen­pro­gramm. Außer­dem kann man das neue Rat­haus La­gen­ser Fo­rum am Dra­wen­hof ein­ge­hend auf ei­gene Faus er­kun­den, am Sonn­tag gibt es auch Führun­gen durch das Ge­bäu­de. Außer­dem sind die Ge­schäfte am Sonn­tag geöff­net. 

vom 10.02.2018 | Ausgabe-Nr. 6B

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