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Zweite Nacht der Bibliotheken auch in Lemgo ein voller Erfolg

Kriminalistischer Spürsinn war gefragt

Lemgo (cr). Alle 120 Kar­ten wa­ren wie­der ein­mal weg­ge­gan­gen – die Lem­goer Stadt­büche­rei so­mit aus­ver­kauft. Am Frei­tag­abend dräng­ten sich im Erd­ge­schoss der Stadt­büche­rei wie­der die Zuhö­rer.

Und den­noch war es mucks­mäu­schen­still: Ge­spannt lausch­ten die Gäste der zwei­ten Nacht der Bi­blio­the­ken ei­ner Kri­mi­le­sung. Im An­schluss daran zo­gen sie selbst durch die Büche­rei, um wie ein wasch­ech­ter De­tek­tiv Rät­sel zu lö­sen. Denn das Motto der Nacht der Bi­blio­the­ken, an der sich 200 Büche­reien in ganz Nord­rhein-West­fa­len be­tei­lig­ten, lau­tete »­Bi­blio­the­ken sind mordss­pan­nen­d«.

Dass Bi­blio­the­ken span­nend sind, lässt sich kaum ab­strei­ten. Mordss­pan­nend wurde die Lem­goer Büche­rei am Frei­tag­abend durch die stim­mungs­volle Be­leuch­tung, fes­selnde Le­sun­gen, Mu­sik und, wie sollte es an­ders sein, Bücher.

Auf die 120 Gäste in der Stadt­büche­rei war­tete ein aus­ge­klü­gel­tes Pro­gramm. Der Lem­goer Au­tor Ge­rald Ha­ge­mann las zwei­mal eine halbe Stunde aus sei­nem be­reits ver­grif­fe­nen Buch »Lon­don – Von Scot­land Yard bis Jack the Rip­per« vor und fes­selte mit sei­ner au­then­ti­schen Les­art und ei­nem eng­li­schen, auf Lein­wand ge­wor­fe­nen Zei­tungs­aus­schnitt aus dem ver­gan­ge­nen Jahr­hun­dert die Zu­schau­er.

Doch nicht nur fik­tio­na­len Ge­schich­ten konn­ten die Be­su­cher lau­schen: Un­ter dem Motto »Tat­ort Lip­pe« wa­ren die Kri­mi­nal­haupt­kom­missare Achim Tietz, Mi­chael Töle und Gün­ther Dreier in die Stadt­büche­rei ge­kom­men. In ei­ner Tal­krunde erzähl­ten sie von so man­chen span­nen­den Vor­fäl­len im Kreis.

Um wahre Ge­schich­ten han­delte es sich eben­falls, als Lem­gos Nacht­wäch­ter Wer­ner Ku­loge längst ver­ges­sene Kri­mi­nal­fälle aus der Stadt­ge­schichte wie­der ans Licht holte und die be­geis­ter­ten Zuhö­rer zum Stau­nen brach­te.

Ei­ge­ner kri­mi­na­lis­ti­scher Spür­sinn war schließ­lich beim Rät­sel ge­for­dert. Die Stadt­büche­rei stellte zehn kniff­lige Fra­gen, wie zum Bei­spiel »Wel­cher Ge­gen­stand lie­fert Sher­lock Hol­mes in ‚­Der blaue Kar­fun­kel‘ er­staun­lich viele In­for­ma­tio­nen ü­ber sei­nen Be­sit­zer?«, die be­ant­wor­tet wer­den woll­ten. Das war gar nicht so leicht. Hier ka­men die Hör- und Le­se­sta­tio­nen auf den Ebe­nen Vier, Fünf und Sechs der Stad­büche­rei ins Spiel. Dort wa­ren in den Ecken Laut­spre­cher ver­steckt – Bücher wur­den vor­ge­le­sen. An ei­ni­gen Stel­len la­gen im­mer wie­der auf­ge­schla­gene Bücher wie zum Bei­spiel die »Il­lus­trierte Ge­schichte der Kri­mi­nal­li­te­ra­tur«. So konn­ten die Be­su­cher nicht nur al­les mög­li­che ü­ber Kri­mi­nal­fälle le­sen, son­dern ne­ben­bei auch das Rät­sel lö­sen, des­sen Haupt­ge­winn der neue Harry Pot­ter Band war.

Ein be­sondres Lob ging an die Lem­goer Fach­leu­te, die sich der be­son­de­ren Be­leuch­tung der Büche­rei an­ge­nom­men hat­ten. Nur an ei­ni­gen we­ni­gen Stel­len wa­ren bun­tes Licht, kleine Strah­ler oder Schwarz­licht an­ge­bracht, an­sons­ten herrschte Dun­kel­heit für »­Mordss­pan­nung«. »Das Licht­kon­zept ist von Staff. Das ha­ben sie su­per ge­macht. So ent­steht eine ganz ei­gentüm­li­che At­mo­s­phäre«, freute sich Pe­tra Beck, stell­ver­tre­tende Lei­te­rin der Stadt­büche­rei. Und da­mit die Gäste auch in den dunklen Ecken in der Büche­rei noch stö­bern konn­ten, er­hiel­ten sie am Ein­gang eine Lupe mit ein­ge­bau­tem Licht.

Nicht der ganze Abend drehte sich ums Le­sen. Für mu­si­ka­li­sche Ab­wechs­lung sorg­ten das Jazz-Trio der Mu­sik­schule Lemgo und Ka­tha­rina Liet­zow, die pas­send zum Motto Lie­der wie zum Bei­spiel den »­Kri­mi­nal­tan­go« sang.

Ge­gen 23.30 Uhr en­dete die zwei­te, äußerst er­folg­rei­che Nacht der Bi­blio­the­ken in Lemgo mit dem Nacht­wäch­ter­lied, das die Gäste nach Hause ge­lei­te­te.

vom 31.10.2007 | Ausgabe-Nr. 44A

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