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Teufelstanz und Staubwedel-Duell

Neujahrskonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie

 

Bad Sal­zu­flen (krü). Rund 1.100 Gäste ze­le­brier­ten Le­bens­freude pur beim Neu­jahrs­kon­zert der Nord­west­deut­schen Phil­har­mo­nie (N­W­D). Das Motto "Freut Euch des Le­bens" sorgte für eine fast aus­ver­kauf­ten Kon­zert­halle und schmis­sige Klänge zum neuen Jahr. Jo­han­nes Klumpp, Chef­di­ri­gen­ten des Folk­wang-Kam­mer­or­che­s­ters Es­sen, und Ba­ri­ton Se­bas­tian Seitz er­mög­lich­ten fri­sche mu­si­ka­li­sche Mo­men­te.

Zünf­tige Mar­sch­rhyth­men ge­mischt mit ly­ri­schen Kla­ri­net­ten-Soli ver­zau­ber­ten im Zu­sam­men­spiel in der Ou­ver­türe "Leichte Ka­val­le­rie" des Kom­po­nis­ten Franz von Sup­pé. Be­schwingt meis­terte So­list Se­bas­tian Seitz die Arie "Als flot­ter Geist" der Ope­rette " Der Zi­geu­ner­ba­ron" von Jo­hann Strauß. Die teil­weise ver­schnör­kelte Mo­de­ra­tion von Jo­han­nes Klumpp hätte stär­ker die Pro­gramm­folge ak­zen­tu­ie­ren müs­sen, zu­mal es kein Pro­gramm­heft gab. Die Kon­zer­tarie "­Mit Mä­deln sich ver­tra­gen", die Beetho­ven nach ei­nem Ge­dicht von Goe­the 1790 kom­po­nier­te, setzte ein amüsan­tes Staub­we­del-Du­ell zwi­schen Sän­ger und Di­ri­gent in Sze­ne. Die Ou­ver­türe der "Lus­ti­gen Wei­ber von Wind­sor" von Otto Ni­co­lai ge­lang dem Or­che­s­ter prä­gnant und ern­tete Bra­vo­ru­fe. Als Vo­gel­fän­ger Pa­pa­geno der Zau­ber­flöte machte Se­bas­tian Seitz eine gute Fi­gur und bril­lierte in ju­gend­li­cher Fri­sche. Im zwei­ten Teil kam die große Stunde des Tan­zes. Scharfe Or­che­s­terak­zen­te, ge­lun­gene dy­na­mi­sche Stei­ge­run­gen und ein ka­ri­kier­tes Tänz­chen bann­ten beim Teu­fel­stanz "Danse dia­bo­li­que" von Jo­seph Hell­mes­ber­ger. In al­ler Leich­tig­keit in­to­nierte Seitz die Arie "La Dan­za" von Ros­si­ni, meis­terte ra­sante Läufe des schnell ge­sun­ge­nen Tex­tes im Rhyth­mus ei­ner nea­po­li­ta­ni­schen Ta­ran­tella und be­ein­druckte mit Bel­canto in ver­spiel­ten Ges­ten. Auf die gol­dene Ope­ret­tenära (1860-1900) folgte die sil­berne Ära (1900-1920), aus der "­Die lus­tige Wit­we" von Franz Le­har stammt. Die Wie­ner Er­folgs­o­pe­rette hatte ur­sprüng­lich keine Ou­ver­türe. Ex­tra für die Neu­jahrs­gala in Bad Sal­zu­flen habe Le­har den "­Ball­si­re­nen-Wal­zer" nach­kom­po­niert, ka­lau­erte Klumpp. Wal­zer­me­lo­dien zum Mit­sin­gen be­seel­ten die Hö­rer. Der Ti­tel­wal­zer "Freut Euch des Le­bens" von Jo­hann Strauß durfte da nicht feh­len. Ge­würzt mit Wie­ner Charme und un­ga­ri­schem Pa­prika ge­lang dem Or­che­s­ter eine hin­reißende In­ter­pre­ta­tion. Strauß kom­po­nierte den Wal­zer 1870 zur Ein­wei­hung des Wie­ner Mu­sik­ver­eins, ei­nes der akus­tisch bes­ten Säle welt­weit ne­ben der Kon­zert­halle Bad Sal­zu­flen, wie Klumpp au­gen­zwin­kernd fest­stell­te. Die durch spa­ni­sches Ko­lo­rit be­ein­flusste Polka "­Ca­chucha-Ga­lopp" von Jo­hann Strauss (Va­ter) ver­vollstän­digte den feu­ri­gen Rei­gen. Das be­geis­terte Pu­bli­kum gab viel Ap­plaus und er­hielt die Schnell­polka "Un­ter Don­ner und Blitz" von Strauss (Sohn) als Zu­gabe und Se­bas­tian Seitz fegte mit dem Cou­plet des Haus­meis­ters von Of­fen­bach den Di­ri­gen­ten von der Büh­ne. Der Ra­detz­ky­marsch un­ter päd­ago­gi­scher An­lei­tung zum Mit­klat­schen be­en­dete den un­ter­halt­sa­men Abend.

vom 06.01.2018 | Ausgabe-Nr. 1B

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