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Offene Bühne hat erste Fans gewonnen

Premiere mit Musik und Einblick in die Arbeit eines Krimi-Autors

Au­gust­dorf (jus). Die zwölf­jäh­rige Sän­ge­rin Leni am Mi­kro­fon, ihr Va­ter Andi an der Gi­tarre – so sah der Auf­takt der ers­ten "of­fe­nen Büh­ne" in den Au­gust­dor­fer Rats­stu­ben aus. Ein we­nig auf­ge­regt ist die 12-jäh­rige Leni vor ih­rem ers­ten Auf­tritt vor frem­dem Pu­bli­kum schon, aber sie weiß auch: "Es macht mir Spaß und das ist mir die Auf­re­gung Wer­t."

Die Idee zur of­fe­nen Bühne hat Mi­chael Ca­sel aus dem Rhein­land mit in die Sen­ne­ge­meinde mit­ge­bracht. Der Or­ga­ni­sa­tor ü­ber­nimmt an die­sem Abend auch die Mo­de­ra­tion. In Be­zug auf Leni und Andi stellt er fest: "Viel auf­ge­reg­ter als Leni scheint ihr Papa Andi zu sein." Der nickt zu­stim­mend. Aber jetzt gibt es kein Zurück. Wie von Ca­sel an­gekün­digt, ver­zau­bert Schü­le­rin Leni mit ih­rer "en­gels­glei­chen" und war­men Stim­me. Zwei Lie­der von Sa­rah Con­nor trägt das Duo vor, zu­dem zwei Ti­tel der Ame­ri­ka­ne­rin Kina Gran­nis. Und wie ist die Stim­mung nach dem Auf­tritt? "Viel ent­spann­ter", sagt Andi Ney. Leni geht es ähn­lich. Schul­prü­fun­gen seien dann doch schlim­mer. Die ganz große Bühne müsse es so schnell aber auch nicht sein: "Hier herrscht eine an­ge­nehme At­mo­s­phäre, da fühlt man sich wohl. Auch bei den Leu­ten, die man vor­her nicht kann­te", be­schreibt die Au­gust­dor­fe­rin ihre Er­fah­rung. Das Ta­lent ih­rer Toch­ter ha­ben Le­nis El­tern schon vor ei­ni­gen Jah­ren ent­deckt. So seien sie letz­tens ü­ber Vi­deos ge­stol­pert, die eine sin­gende acht­jäh­rige Leni zei­gen. "­Schon da­mals hat man gehört, dass sie eine schöne Stimme hat", er­klärt der stolze Va­ter. Vor rund zwei Jah­ren ha­ben die bei­den dann an­ge­fan­gen, zu­sam­men Mu­sik zu ma­chen. Als dann Mi­chael Ca­sel mit sei­ner Idee um die Ecke kam, eine of­fene Bühne in die Ge­meinde zu brin­gen, war Andi Ney so­fort be­geis­tert, und Leni schnell an Bord. Auch an Bord an die­sem Abend ist Wer­ner Pfeil aus Hö­vel­hof. Er schreibt in sei­ner Frei­zeit re­gio­nale Kri­mi­nal­ro­ma­ne. Auf der of­fe­nen Bühne liest er aus sei­nem ak­tu­el­len Buch "­Stim­men im Kopf­" (er­schie­nen im Eire Ver­lag). Zu­dem ge­währt er in­ter­essante Ein­bli­cke in die Ent­ste­hungs­ge­schichte sei­ner Senne-Kri­mis. Zu gu­ter Letzt ist dann Ca­sel selbst an der Rei­he. Mit sei­ner Gi­tarre führt er quer durch die Rock­mu­sik. Klas­si­ker wie "­Coun­try roads", "With or wi­thout you" von U2 und "Knocking on hea­vens door" brin­gen die West­fa­len zum Klat­schen – und so­gar zum Mit­sin­gen. Am Ende des Abends hat Ca­sels Idee schon Fans ge­won­nen. "Vor al­lem Leni und Andi ha­ben uns gut ge­fal­len", sagt Ge­org Schmie­der. Auch das nächste Mal seien er und seine Frau gerne wie­der da­bei. "Wir auch!" ruft Nach­ba­rin Anke Krö­ger. Die of­fen Bühne soll in Zu­kunft im­mer am zwei­ten Don­ners­tag im Mo­nat in "Wen­zels Rats­stu­ben" statt­fin­den. Mit­ma­chen kön­nen Künst­ler jeg­li­cher Cou­leur, egal ob Mu­si­ker, Zau­be­rer oder Ar­tist.

vom 15.11.2017 | Ausgabe-Nr. 46A

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