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Mit heutigen Strukturen gut aufgestellt

Palliativärztlicher Konsiliardienst feiert sein 10jähriges

 

K reis Lip­pe/­Det­mold. Vor zehn Jah­ren hat sich in Lippe eine Gruppe Pal­lia­tiv­me­di­zi­ner zu­sam­men­ge­schlos­sen und den Pal­lia­ti­värzt­li­chen Kon­si­li­ar­dienst ins Le­ben ge­ru­fen. Sie setz­ten da­mit eine ge­setz­li­che Vor­gabe zum Wohle der Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten so­wie ih­rer An­gehö­ri­gen um und schu­fen nach und nach ver­läss­li­che, pro­fes­sio­nelle Struk­tu­ren und Netz­wer­ke, die sich heute flächen­de­ckend für ganz Lippe eta­bliert ha­ben.

So erzählt Karl Arne Faust, Lei­ter des Pal­lia­ti­värzt­li­chen Kon­si­li­ar­diens­tes (PKD) Lippe zu den An­fän­gen: "Es gibt sie manch­mal im Le­ben, eine Ver­ket­tung glück­li­cher Ent­wick­lun­gen, Zu­fälle und Fü­gun­gen, die schließ­lich zu der Ent­ste­hung von et­was ganz Be­son­de­rem führen. Die Bun­des­re­gie­rung hatte im Jahr 2007 ge­rade be­schlos­sen, dass zukünf­tig die pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung am Le­bens­ende zur Pflicht­leis­tung im Rah­men des Leis­tungs­ka­ta­lo­ges für alle Pa­ti­en­ten der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung wird. Diese weit­rei­chende Ent­schei­dung darf heute mit Fug und Recht als his­to­risch ein­ge­stuft wer­den, war es doch das erste Mal in der Ge­schich­te, dass ein ge­setz­li­cher An­spruch für alle Pa­ti­en­ten auf eine na­ment­lich be­nannte me­di­zi­ni­sche Dis­zi­plin Ein­gang in ein So­zi­al­ge­setz­buch fin­den soll­te. Die Ver­ab­schie­dung die­ses Ge­set­zes er­folgte mit dem Ziel, die flächige am­bu­lante pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ent­schei­dend zu ver­bes­sern." Die pal­lia­tive Ver­sor­gungs­land­schaft in Lippe war zu die­ser Zeit ge­prägt von re­gio­na­len, am­bi­tio­nier­ten meist eh­ren­amt­li­chen In­itia­ti­ven des Am­bu­lan­ten Hos­piz- und Pal­lia­tiv­be­ra­tungs­diens­tes so­wie dem sta­tionären Hos­piz in Det­mold. Die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen schu­fen dann einen ver­trag­li­chen Rah­men, in dem in­te­grierte am­bu­lante pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung statt­fin­den konn­te. Gleich­zei­tig ka­men erste qua­li­fi­zierte Pal­lia­tiv­me­di­zi­ner nach Lip­pe, so dass zunächst ein klei­nes Kern­ge­biet rund um Det­mold ver­sorgt wer­den konn­te. Im Laufe der Jahre wur­den wei­tere Pal­lia­ti­värzte mo­ti­viert und aus­ge­bil­det. So konnte das Ver­sor­gungs­ge­biet nach und nach aus­ge­wei­tet wer­den. Der Auf­trag lau­tet seit­dem: Ver­bes­se­rung der am­bu­lan­ten Ver­sor­gung der Pa­ti­en­ten am Le­bens­ende ver­bun­den mit ei­ner Ent­las­tung der ver­sor­gen­den Haus- und Fachärz­te. Ein ent­schei­den­der zu­sätz­li­cher Fak­tor die­ser Ent­las­tung sind die Ko­or­di­na­ti­ons­kräf­te, die ei­ner­seits eng am be­han­deln­den Haus­arzt aber auch am Pa­ti­en­ten ein "­Ver­sor­gungs­netz rund um die in­di­vi­du­el­len Wün­sche und Be­dürf­nisse spin­nen". Da­bei konnte der PKD Lippe schon zu Be­ginn auf die eta­blier­ten Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­onss­truk­tu­ren des Ärz­te­net­zes Lippe zurück­grei­fen. Mitt­ler­weile gehört er zu den großen Pal­lia­tiv­ver­sor­gern in­ner­halb der Re­gion West­fa­len-Lippe und fin­det Be­ach­tung auch ü­ber die lip­pi­schen Kreis­gren­zen hin­weg. Die Ko­ope­ra­tio­nen mit dem Am­bu­lan­ten Hos­piz- und Pal­lia­tiv­be­ra­tungs­dienst, dem In­ten­siv- und Pal­lia­tiv­pfle­ge­dienst, dem sta­tionären Hos­piz so­wie dem Kli­ni­kum Lippe mit sei­ner Pal­lia­tivsta­tion sind fes­ter Be­stand­teil die­ses Ver­sor­gungs­netz­wer­kes, das sich als "Pal­lia­tiv­netz Lip­pe" zu­sam­men­ge­schlos­sen hat. Ab­sch­ließend wird noch ein­mal Karl-Arne Faust mit fol­gen­den Wor­ten zi­tiert: "­Mit großer Zu­frie­den­heit und Stolz bli­cken wir zurück auf zehn in­ten­si­ve, dy­na­mi­sche und for­dernde Jahre in der ge­mein­sa­men Ar­beit als Pal­lia­tiv­me­di­zi­ner in Lip­pe. Der PKD Lippe ist mit sei­nen Struk­tu­ren für die zukünf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen der pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung in Lippe gut auf­ge­stellt und darf sehr zu­ver­sicht­lich in die Zu­kunft bli­cken." Der PKD Lippe fei­ert die­ses Ju­biläum mit ei­ner öf­fent­li­chen Ver­an­stal­tung am Mitt­wo­ch, 18. Ok­to­ber 2017 um 17 Uhr im Som­mer­thea­ter Det­mold un­ter der Ü­ber­schrift "Muss ich denn al­les aus­hal­ten? - Me­di­zin ohne Maß am Le­bens­en­de". Zu Gast sind Dr. med. Tho­mas Sit­te, Pal­lia­tiv­me­di­zi­ner und Au­tor zahl­rei­cher Bücher zum Thema Pal­lia­tiv­me­di­zin. Er­gänzt wird sein Vor­trag durch Rechts­an­walt Fre­de­ric See­bohm, der zum Stel­len­wert der Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung re­fe­riert. Ab­ge­run­det wird das Pro­gramm durch Chris­tian Heeck un­ter dem Mot­to: "Hu­mor in der Ster­be­be­glei­tung? Aber ja, wenn nicht hier wann dann?"

vom 14.10.2017 | Ausgabe-Nr. 41B

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