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Bald Vorreiter in NRW

900.000 Euro teures Klärwerk hat jetzt Richtfest gefeiert

 

Au­gust­dorf (lam). Die Ge­mein­de­werke Au­gust­dorf wer­den den im Klär­werk an­fal­len­den Schlamm künf­tig ei­ner so­la­ren Trock­nung un­ter­zie­hen – als ers­tes Werk in ganz Nord­rhein-West­fa­len. Ab An­fang De­zem­ber ü­ber­nimmt die Sen­ne­ge­meinde da­mit eine lan­des­weite Vor­rei­ter­rol­le. Jetzt wurde auf dem Hof des Klär­werks das Richt­fest ge­fei­ert.

"Wir ha­ben da­mit eine zu­kunfts­fähige Lö­sung für die Ent­sor­gung des Klär­schlamms ge­fun­den", lobte Bür­ger­meis­ter Dr. An­dreas Wulf das Pro­jekt. Früher sei der Klär­schlamm als Nähr­stoff be­trach­tet wor­den, seit ge­rau­mer Zeit richte sich der Blick al­ler­dings auf die darin ent­hal­te­nen Schad­stof­fe. Da­her setze man nun auf die Ver­bren­nung als um­welt­freund­li­che Al­ter­na­tive zur land­wirt­schaft­li­chen Aus­brin­gung. In der neuen An­la­ge, die ei­nem Ge­wächs­haus ähnelt, wird der Klär­schlamm durch Son­nen­ein­strah­lung er­wärmt, große Teile des ent­hal­te­nen Was­sers ver­duns­ten, während eine als "­elek­tri­sches Schwein" be­zeich­nete Wen­de­ma­schine in der Halle un­er­müd­lich da­mit be­schäf­tigt ist, den Schlamm auf­zu­wühlen. Ar­min Zim­mer­mann, tech­ni­scher Be­triebs­lei­ter der Ge­mein­de­wer­ke, er­läu­tert: "­Durch die Trock­nung re­du­zie­ren wir die rund 900 Ton­nen, die jähr­lich an Klär­schlamm an­fal­len, auf etwa 300 Ton­nen." Das ver­rin­gere natür­lich die Trans­port­kos­ten. "­Zu­dem ver­fügt der Klär­schlamm nach der Trock­nung ü­ber einen ge­stei­ger­ten Brenn­wert, was neue Mög­lich­kei­ten der Ver­mark­tung eröff­net", er­gänzte Björn Bun­t­rock von der Firma Thermo-Sys­tem, dem Lie­fe­ran­ten der An­la­ge. "Alle un­sere Ma­schi­nen tra­gen ü­b­ri­gens Na­men", so Bun­t­rock mit ei­nem Schmun­zeln. "­Die hier zum Ein­satz kom­mende Wen­de­ma­schine wurde ,Sun­ny‘ ge­tauf­t." Die An­lage ar­beite voll­au­to­ma­ti­siert, er­fasse alle für den Be­trieb er­for­der­li­chen Pa­ra­me­ter selbst­stän­dig. Das Wen­de­ag­gre­gat ver­füge ü­ber Ul­tra­schall­sen­so­ren, er­kennt da­mit Hin­der­nisse und wei­che ih­nen aus. Sie wähle ih­ren Weg nach dem Zu­falls­prin­zip, habe nach der zehn­ten Ü­ber­fahrt 99,9 Pro­zent der Fläche er­fasst. "­Ver­gleich­bar ist die Funk­ti­ons­weise mit der ei­nes Rä­sen­mäher-Ro­bo­ter­s", so Bun­trock. "Wir wer­den den mit 900.000 Euro kal­ku­lier­ten fi­nan­zi­el­len Rah­men ein­hal­ten", teilte Zim­mer­mann mit. Der erste Spa­ten­stich sei vor ei­nem Jahr er­folgt, die Fer­tig­stel­lung habe sich je­doch um ei­nige Wo­chen ver­zö­gert, da man auf­grund der Wit­te­rung nicht wie ge­plant be­to­nie­ren konn­te. Die Di­men­sio­nie­rung der An­lage biete aus­rei­chend Re­ser­ve­ka­pa­zitäten, so dass die Ge­meinde auch in die­ser Hin­sicht für die Zu­kunft bes­tens gerüs­tet sei. Alle Rats­frak­tio­nen hat­ten für den Bau der so­la­ren Klär­schlamm­trock­nungs­an­lage vo­tiert, der Be­schluss er­folgte ein­stim­mig. Für das kom­mende Früh­jahr plan­ten die Ge­mein­de­werke einen Tag der of­fe­nen Tür, kün­digte Ar­min Zim­mer­mann an. Dann seien alle In­ter­es­sier­ten dazu ein­ge­la­den, sich die neue Trock­nungs­an­lage an­zu­se­hen. "Das sind wir den Au­gust­dor­fer Bür­gern ein­fach schul­dig", so der Be­triebs­lei­ter. "­Sie sol­len se­hen, dass wir in die Zu­kunft in­ves­tiert ha­ben und al­les tun, um lang­fris­tig Kos­ten zu spa­ren." Die Ge­meinde habe kei­ner­lei Zu­schüsse er­hal­ten und den Bau aus ei­ge­ner Kraft stem­men müs­sen.

vom 30.09.2017 | Ausgabe-Nr. 39B

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