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Global tätiges Unternehmen weiht Standort in Hohenloh ein

Omega Minerals gibt Detmold die Kugeln

Det­mold (ab). Be­kannt sind sie nur in Fach­krei­sen und doch hat je­der täg­lich mit ih­nen zu tun: so­ge­nannte Mi­kro­hohl­ku­geln. Am Frei­tag hat die Omega Mi­ne­rals Pro­duc­tion & Tech­no­logy GmbH ihr neues Werk zur Her­stel­lung sol­cher Mi­kro-Schaum­glas­ku­geln in Det­mold ein­ge­weiht.

Wie der Name schon sagt, sind die Ku­geln (»­Bub­bles« ge­nannt) win­zig klein, ihr Durch­mes­ser liegt zwi­schen drei Tau­sends­tel und vier Mil­li­me­tern. Die Pro­dukte wer­den un­ter an­de­rem in der Luft- und Raum­fahrt, im Au­to­mo­bil­bau und in der Bau­in­dus­trie ein­ge­setzt.

Zur Ein­wei­hung des Werks im Orts­teil Ho­hen­loh ka­men ü­ber 120 Gäste aus al­ler Welt, die der fei­er­li­chen In­be­trieb­nahme der Fer­ti­gungs­an­lage bei­wohn­ten. Bür­ger­meis­ter Rai­ner Hel­ler und der Prä­si­dent der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer Lippe zu Det­mold, Dr. Han­nes Frank, hießen in ih­ren Grußwor­ten die Omega Mi­ne­rals GmbH in Det­mold will­kom­men. Hel­ler wies dar­auf hin, dass das neue Un­ter­neh­men gut in das mit­telstän­disch ge­prägte Um­feld Lip­pes pas­se. Vor al­lem, weil es in Det­mold viele wei­tere ex­port­starke Un­ter­neh­men ge­be. Frank be­tonte den ho­hen Stel­len­wert der Che­mie- und Kunst­st­off­in­dus­trie, die mit ih­ren 650 Be­schäf­tig­ten nach der Elek­tro­tech­nik (1.700 Be­schäf­tig­te) die zweit­wich­tigste Bran­che sei. »Schön, dass es nun auch end­lich in Det­mold »­bub­bel­t««, freute sich Rai­ner Hel­ler.

­Mit ei­ner neuen Tech­no­lo­gie wer­den die so ge­nann­ten »­Bub­bles« (»Bla­sen«) auf syn­the­ti­sche Weise durch ein Auf­schäu­men von Glas her­ge­stellt. Zu fein­ge­mah­le­nem Glas­mehl wer­den da­bei ein Binde- und ein Bläh­mit­tel hin­zu­ge­fügt (die Roh­stoffe stam­men al­le­samt aus Deutsch­lan­d). Das Ge­misch wird im 800 Grad heißen Ofen ge­brannt und in Ku­gel­form ge­bracht. Die Idee dazu brachte Kon­zern­chef Tho­mas Ost­hoff 1979 mit nach Deutsch­land. Da­mals lernte er bei ei­nem Prak­ti­kum in Eng­land ein neues Ver­fah­ren zur Pro­duk­tion von Spe­zi­al­kunst­stof­fen ken­nen, mit dem der bis da­hin üb­li­che As­best ge­gen ke­ra­mi­sche Mi­kro-Hohl­ku­geln er­setzt wur­de. Bis­lang wur­den die Kü­gel­chen näm­lich aus Flug­asche, den Rückstän­den bei der kom­mer­zi­el­len Ver­bren­nung von Kohle in Kraft­wer­ken, ge­won­nen. Weil diese halb­natür­li­chen Roh­stoffe im­mer knap­per und da­mit auch teu­rer wer­den, hatte Omega Mi­ne­rals sich auf die Su­che nach al­ter­na­ti­ven Her­stel­lungs­ver­fah­ren be­ge­ben.

Im Drei-Schicht-Be­trieb sol­len in Zu­kunft acht bis zehn Mit­ar­bei­ter in der Pro­duk­tion be­schäf­tigt sein. »Wir kön­nen hier im 1.000-Ton­nen-Maß­stab pro­du­zie­ren«, er­klärt Ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Luc­kow. Das Werk in Det­mold ist der erste Pro­duk­ti­ons­stand­ort in Deutsch­land. Pro­duk­ti­ons­be­ginn war ei­gent­lich schon Ende Ju­li; da­mals hatte man die An­lage be­reits für drei Wo­chen mit Leih­ar­bei­tern in Be­trieb ge­nom­men.

Die Mi­kro­hohl­ku­geln er­lau­ben in der Luft- und Raum­fahrt leichte und den­noch sta­bile Kon­struk­tio­nen, hel­fen im Au­to­mo­bil­bau bei ge­rin­gem Ge­wicht eine hohe Dämm­wir­kung ge­gen Geräu­sche zu er­rei­chen und ma­chen Bau­stoffe bei ho­her Fes­tig­keit leich­ter.

Die Omega Mi­ne­rals Gruppe mit Haupt­sitz in Nor­ders­tedt (bei Ham­burg) be­treibt Werke in der Ukraine und In­dien und hat Ver­tre­tun­gen in 42 Län­dern und er­wirt­schaf­tet al­lein in Deutsch­land einen Um­satz von 10 Mil­lio­nen Euro pro Jahr. Sie gehört da­mit nach ei­ge­nen An­ga­ben zu den welt­weit führen­den An­bie­tern von Leicht­ge­wichts­füll­stof­fen. Die Pro­duk­ti­ons­stätte in Det­mold wurde mit Un­ter­stüt­zung der Berg­aka­de­mie Frei­berg in zwei­jäh­ri­ger Ent­wick­lungs­ar­beit zu ei­ner der tech­no­lo­gisch führen­den Fer­ti­gungs­stät­ten aus­ge­baut. Das Werk dient als Pi­lot­an­lage für wei­tere Werke in Deutsch­land und Sü­do­stasi­en. Die Pro­dukte wer­den ü­ber die Omega Mi­ne­rals-Gruppe welt­weit ver­trie­ben.

vom 31.10.2007 | Ausgabe-Nr. 44A

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