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Die Gruppen sind für alle offen

Das Soziale Netzwerk bringt die Menschen zusammen

 

Leo­polds­höhe (k­d). Mit­ein­an­der in Ver­bin­dung blei­ben – die­ser Ge­danke liegt dem So­zia­len Netz­werk Leo­polds­höhe zu­grun­de. In dem Zu­sam­menschluss sind 22 In­ter­es­sen­grup­pen ak­tiv, die für alle of­fen sind. Jetzt wurde auf dem Hei­mat­hof das zwan­zig­jäh­rige Be­ste­hen ge­fei­ert.

Im Al­ter ge­hen zwi­schen­mensch­li­che Kon­takte oft ver­lo­ren. Um der Iso­la­tion und Ver­ein­sa­mung zu ent­kom­men, sann Heinz-Det­lev Ga­dow auf Ab­hil­fe. Nach ei­nem Düs­sel­dor­fer Vor­bild wurde am 20. Mai 1997 das Netz­werk ins Le­ben ge­ru­fen. Es sollte den äl­te­ren Leo­polds­höhern als Fo­rum die­nen, sich ge­gen­sei­tig zu un­ter­stüt­zen. Um sich tref­fen zu kön­nen, wurde das Netz­werk-Frühstück er­fun­den. Es dient dem ge­gen­sei­ti­gen Ken­nen­ler­nen und dem Vor­stel­len der Ak­ti­vitäten. Zunächst tra­fen sich die In­ter­es­sen­ten im Klön­kel­ler des Rat­hau­ses. Der Raum reichte schon bald nicht mehr aus. Man wech­selte ins Leo’s, doch aus Platz­grün­den ging es wei­ter zur Feu­er­wa­che, da­nach in den Klön­raum der AWO und schließ­lich in das Fo­rum der Grund­schule in Ase­mis­sen. Das Frühstück an je­dem ers­ten Sams­tag im Mo­nat ist auch heute noch ein be­lieb­ter Treff­punkt für bis zu 90 Leo­polds­höher. "­Mehr ge­hen auch nicht rein, wie ha­ben keine wei­te­ren Tel­ler und Tas­sen mehr", be­rich­tete der Netz­werk-Vor­sit­zende Ull­rich Well­mann. Wer zum Frühstück kommt, wird au­to­ma­tisch Mit­glied. Denn der Ver­ein funk­tio­niert auch ohne Re­gu­la­ri­en. "Uns wurde die Ge­meinnüt­zig­keit be­schei­nigt, aber das nützt nicht viel, denn von den Ein­nah­men bleibt kaum et­was ü­b­rig", scherzte Well­mann. Er be­dankte sich bei der Ge­meinde Leo­polds­höhe für die an­hal­tende Un­ter­stüt­zung und bei den Ver­ant­wort­li­chen der of­fe­nen Grup­pen, "­die in ei­ge­ner Re­gie al­les wun­der­bar or­ga­ni­sie­ren." Viel­fäl­tig sind die Ak­ti­vitäten: Vom Bou­le­spiel ü­ber das Hob­by­ko­chen und Gym­nas­tik bis zum Mal­kreis, von der Hand­werks­gruppe ü­ber das Rad­fah­ren, Wan­dern und Tan­zen bis zur PC- und In­ter­net­grup­pe. Al­lein im Juli ste­hen an den 31 Ta­gen des Mo­nats 20 Ter­mine auf dem Pro­gramm. Heinz-Det­lef Ga­dow, der In­itia­tor des Netz­wer­kes, or­ga­ni­siert die Bil­dungs­rei­sen und das Erzähl­café. Er hat fest­ge­stellt: "Wer eh­ren­amt­lich et­was für an­dere tut, zieht eine wahre Freude dar­aus. Man be­kommt auf je­den Fall et­was zurück." Die frühere Lan­des­mi­nis­te­rin Ute Schä­fer gra­tu­lierte dem Netz­werk und lob­te: "Hier wurde et­was Ein­zig­ar­ti­ges ge­schaf­fen." Ihre ei­gene Mut­ter habe eben­falls An­schluss ge­fun­den und "­sie ist da­durch rich­tig auf­ge­blüht", sagte Schä­fer. Die Ge­meinde Leo­polds­höhe gehe mit gu­tem Bei­spiel vor­an, wenn nicht nur fa­mi­li­en­freund­li­che, son­dern auch ge­ne­ra­tio­nenü­ber­grei­fende An­ge­bote vor­han­den sei­en. Bür­ger­meis­ter Ger­hard Schem­mel räumte ein: "Ich hätte vor 20 Jah­ren nicht ge­glaubt, dass sich der Ge­danke durch­setz­t." Da­mals sei vor­ran­gig die junge Ge­ne­ra­tion im Blick­feld ge­we­sen. Des­halb habe sich das Netz­werk ver­dient ge­macht, weil es für Qua­lität in der zwei­ten Le­bens­hälfte sorgt. "Es zeigt, wie viel Power in der Ge­ne­ra­tion der Best Ager steck­t", sagte Schem­mel. Der Vor­sit­zende Well­mann kün­digte an, dass die sechs "Küchen­bie­nen", die für das mo­nat­li­che Frühstück ver­ant­wort­lich sind, zum Jah­res­ende aus Al­ters­grün­den auf­hören wer­den. Auch er selbst werde sich von sei­nem Amt zurück­zie­hen. "Wenn Phil­ipp Lahm mit 36 in den Ru­he­stand ge­hen kann, dann darf ich das mit 80 Jah­ren auch", meinte er.

vom 28.06.2017 | Ausgabe-Nr. 26A

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