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Die Türen schließen sich jetzt für immer

Elbrinxener nehmen Abschied vom Gasthaus "Lutter"

El­brin­xen (af­k). Nach ü­ber 300 Jah­ren als ga­stro­no­mi­scher Be­trieb, dar­un­ter zu­letzt seit 90 Jah­ren im Be­trieb der Fa­mi­lie, hat das be­kannte Ho­tel-Re­stau­rant "Lut­ter" in El­brin­xen jetzt end­gül­tig seine Türen ge­schlos­sen.

Se­ni­or­chef Horst Lut­ter (81) und sei­nem Sohn Habbo (48) war die­ser Ent­schluss wahr­lich nicht leicht ge­fal­len. Schon seit län­ge­rem such­ten sie auf al­len We­gen einen Nach­fol­ger für den alt­ein­ge­ses­se­nen Be­trieb – bis­lang ver­geb­lich. "Wir woll­ten aber nicht mehr bis zum Sankt-Nim­mer­leins­tag war­ten", wa­ren sich beide ei­nig. So ent­schie­den sich Va­ter und Sohn nach der 2. Zu­kunfts­werk­statt zum In­te­grier­ten Kom­mu­na­len Ent­wick­lungs­kon­zep­tes (I­KEK) in den Räu­men der Gast­stät­te, diese of­fi­zi­ell für im­mer zu schließen. Horst Lut­ter hatte noch als stil­ler Be­ob­ach­ter mit großem In­ter­esse die vie­len Vor­schläge und Wün­sche der Be­völ­ke­rung zu ei­ner le­bens­wer­ten Zu­kunft vor al­lem in den Dör­fern zur Kennt­nis ge­nom­men. "Vie­les ist durch­aus ü­ber­le­gens­wer­t", kom­men­tierte er. Als die Fa­mi­lie nun letzt­mals lang­jäh­rige Weg­be­glei­ter emp­fing, um ge­mein­sam die Reste aus Küche und Kel­ler zu ver­til­gen, war jede Menge Weh­mut zu ver­spüren. Aus­drück­lich hatte man auf Ge­schenke und Re­den ver­zich­tet, aber als die bei­den Wirte sich bei ih­ren Gäs­ten für die lange Treue be­dank­ten, da flos­sen doch ein paar Trä­nen. In ei­ner Ni­sche hat­ten die bei­den ein Al­bum mit Bil­dern und Pres­se­ar­ti­keln der letz­ten Jahr­zehnte aus­ge­legt, und im­mer wie­der er­in­ner­ten sich die Be­su­cher an Er­eig­nisse rund um "Lut­ter". Ü­ber die Jah­re­zehnte war die Gast­haus ein Syn­onym ge­wor­den für die viel be­sun­gene "kleine Knei­pe" im Dorf, wo sich Ver­eine oder auch Ein­woh­ner in Freud und Leid ge­trof­fen hat­ten. Für die El­brinxer ist die Auf­gabe der Lut­ters ein schwer­wie­gen­der Ver­lust, denn mit der "klei­nen Kneipe bei Lut­ter­s" ver­lie­ren sie einen Treff­punkt. "Wir wer­den es erst später spüren, was die­ses Gast­haus für un­ser Dorf wert ge­we­sen ist", wa­ren sich die El­brinxer ei­nig. Auch Bür­ger­meis­ter Heinz Re­ker sprach voll Re­spekt und Dank­bar­keit von ei­ner zu Ende ge­hen­den Ära. Noch hat El­brin­xen mit dem Ho­tel-Re­stau­rant "Lip­pi­scher Hof" einen wei­te­ren ga­stro­no­mi­schen Be­trieb am Ort. Des­halb könne er sich an­dere Nut­zun­gen für sein Ge­bäude durch­aus vor­stel­len, er­klärte Horst Lut­ter. Beim Um­bau vor ei­ni­gen Jah­ren hatte die Fa­mi­lie schon per­spek­ti­visch ge­plant und un­ter an­de­rem einen Fahr­stuhl­schacht ein­bauen las­sen. Nun hän­gen die von Horst Lut­ter noch ei­gen­hän­dig ge­schrie­be­nen Schil­der "­Die­ser Be­trieb ist ge­schlos­sen" an den bei­den Ein­gän­gen, durch die in den Jahr­zehn­ten so viele Gäste gin­gen, um ni­veau­volle Ga­stro­no­mie der al­ten Schule zu ge­nießen. Wie schrieb ein Gast in das Ab­schieds­buch – und er sprach da­mit wohl al­len aus dem Her­zen –: "­Nie­mals geht man so ganz."

vom 14.06.2017 | Ausgabe-Nr. 24A

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