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Melina Herbst – jüngste Königin Elbrinxens

Spielleute retten das Schützenfest 2018 und stellen zwei Majestäten

El­brin­xen (af­k). Wenn es die Spiel­leute nicht gä­be! Vor zwei Jah­ren ret­te­ten schon Mit­glie­der des Spiel­manns­zugs Ri­schenau das Schüt­zen­fest, als sie sich man­gels feh­len­der Kan­di­da­ten aus den Schüt­zen­ver­ein be­reit fan­den, Kö­nig und den Hof­staat zu stel­len. Auch El­brin­xen ent­ging jetzt beim Kö­nigs­schießen nur dank der be­herz­ten In­itia­tive ei­ner jun­gen Flötis­tin ei­ner denk­ba­ren Ab­sage des Fes­tes 2018. Die 25-jäh­rige Me­lina Herbst zeigte Mut, Ent­schlos­sen­heit und Spaß und wird im kom­men­den Jahr nach Ma­rion Chri­sto­pher­sen die zweite Frau, die in El­brin­xen die Re­gent­schaft ü­ber­nimmt.

Aber nicht nur das sorgte für Span­nung. So großar­tig die Ent­schei­dung der ge­lern­ten Phy­sio­the­ra­peu­tin ist – für die Mit­glie­der des Schüt­zen­ver­eins war das Kö­nigs­schießen eine Bla­ma­ge. Das brachte auch der Lei­ter der Schießs­por­t­ab­tei­lung Tho­mas Chri­sto­pher­sen bei der Be­kannt­gabe der von den zahl­rei­chen Gäs­ten mit Span­nung er­war­te­ten Ent­schei­dung in sei­ner emo­tio­na­len Brandrede zum Aus­druck, als er den Schüt­zen Feig­heit und feh­lende So­li­da­rität dem Ver­ein ge­genü­ber vor­warf. Auch Orts­bür­ger­meis­ter Her­mann Wen­ne­ker, selbst schon Kö­nig, war kons­ter­niert und ver­stand die Welt nicht mehr. Als die Schüt­zen an­tra­ten, war diese schein­bar noch in Ord­nung. Aber der Auf­stieg zum Schieß­stand im Ro­sen­siek schien alle po­ten­zi­el­len Kan­di­da­ten so sehr ge­schwächt zu ha­ben, dass kei­ner mehr die Kraft und den Mut be­saß, in der vor­ge­ge­ben Frist auf die Scheibe zu zie­len. Die Mie­nen der Ver­ant­wort­li­chen ver­dun­kel­ten sich zu­neh­mend, als weit und breit nie­mand In­ter­es­sier­tes auf­tauch­te. Erst als sich der Uhr­zei­ger be­reits in die Ver­län­ge­rung be­weg­te, er­klärte sich Me­lina Herbst vom Spiel­manns­zug zur Kan­di­da­tin. Das wie­derum löste Dis­kus­sio­nen im Schüt­zen­vor­stand aus, denn laut Sta­tu­ten muss je­der Kö­nigs­schuss-Aspi­rant min­des­tens 26 Jahre alt sein, Herbst aber wird erst 26. Ver­eins­vor­sit­zen­der Paul Kös­ter sah das nicht so eng und gab sein Okay. Die junge Frau ließ sich nicht be­ir­ren, zeig­te, dass sie nicht nur ihr Mu­sik­in­stru­ment be­herrscht. Nach durch­wach­se­nen Pro­be­schüs­sen legte sie, als es ernst wur­de, be­acht­li­che 27 von 30 mög­li­chen Ring vor. Jetzt hieß es noch War­ten auf wei­tere Kan­di­da­ten. Aber weit und breit zeigte sich wie­derum kein In­ter­es­sent mehr, um sie her­aus­zu­for­dern. Rie­sen­ju­bel schließ­lich im Kreis des Spiel­manns­zugs, der der Ver­an­stal­tung ei­gent­lich nur den mu­si­ka­li­schen Rah­men ge­ben sollte und plötz­lich mit Ke­vin Dett­mar als Jung­schüt­zenkö­nig 2017 und Me­lina Herbst als Kö­ni­gin 2018 gleich zwei Ma­jestäten stell­te. Auf den Schul­tern tru­gen die Spiel­leute Herbst zum mas­si­ven Holz­thron, auf dem sie als zweite Frau nach Ma­rion Chri­sto­pher­sen Platz neh­men durf­te. Als Paul Kös­ter sie als neue Kron­prin­zes­sin aus­rief, bran­dete die Be­geis­te­rung vor al­lem bei den Spiel­leu­ten im­mer wie­der auf, während in Schüt­zen­krei­sen durch­aus Be­trof­fen­heit fest­zu­stel­len war. Tho­mas Chri­sto­pher­sen machte aus sei­nem Her­zen keine Mör­der­grube und zollte vor al­lem Me­lina Herbst sei­nen tiefs­ten Re­spekt und An­er­ken­nung für ih­ren Mut als er ver­si­cher­te: "Ich werde beim Schüt­zen­fest gerne hin­ter ihr her­ge­hen." Und sie machte sich gleich noch be­lieb­ter als sie tra­di­tio­nell ein Fass Frei­bier spen­dier­te.

vom 03.05.2017 | Ausgabe-Nr. 18A

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