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Wenn der Weg das Ziel ist

33 Mal vom Weserbergland bis zur Nordsee geradelt

Bad Sal­zu­flen (go). Gün­ter Schulte aus Bad Sal­zu­flen ist zum 33. Mal den We­ser-Rad­weg vom We­ser­ber­g­land bis zur Nord­see ge­ra­delt. Das hat er auch schwarz auf weiß, denn vor Kur­zem er­hielt er sein 33. "We­ser-Rad­weg-Di­plom" aus­ge­stellt vom We­ser­kon­tor Bre­men, wel­ches das zen­trale Ko­or­di­na­ti­ons­büro für den ge­sam­ten We­ser­rad­weg ist. Aus­gangs­punkt des 500 Ki­lo­me­ter lan­gen Rad­we­ges ist in Han­no­versch Mün­den, wo sich Werra und Fulda "küs­sen" und zur We­ser zu­sam­men­fließen. Auf dem Weg bis nach Cux­ha­ven durch­quert der Rad­ler vier Bun­des­län­der und kommt durch ü­ber 50 Or­te. Die größte Stadt, die pas­siert wird, ist Bre­men. Ab hier wird es ma­ri­tim und die Fahrt geht vor­wie­gend an Dei­chen ent­lang wei­ter nach Nor­den. "Im Nor­den esse ich sehr gerne Fisch und Fisch­bröt­chen. Land­schaft­lich ge­se­hen ge­fällt mir per­sön­lich al­ler­dings die Stre­cke zwi­schen Han­no­versch Mün­den bis Pe­ters­ha­gen am bes­ten", so der Lip­per. Und be­rich­tigt sich so­fort: "Ach, der We­ser-Rad­weg ist ein­fach von oben bis un­ten ein sehr, sehr schö­ner Weg." 1998 hat Gün­ter Schulte den We­ser­rad­weg das erste Mal "er­ra­del­t", da­mals noch mit sei­nem Spor­trad. Mitt­ler­weile hat sich der 80-Jäh­rige ein Pe­de­lec an­ge­schafft. Mit 21 Orts­stem­peln von Han­no­versch Mün­den ü­ber (un­ter an­de­ren) Holz­min­den, Pe­ters­ha­gen, Ni­en­burg, Bre­men und Bra­ke/Un­ter­we­ser bis Cux­ha­ven hat er mehr als genü­gend Nach­weise zur Er­lan­gung sei­nes 33. "We­ser-Rad­weg-Di­ploms" er­bracht. Die Stem­pel holt sich Gün­ter Schulte zu­meist in den Tou­rist-In­fos, aber wenn die ge­schlos­sen ha­ben, gilt auch ein Stem­pel ei­ner an­de­ren In­sti­tu­tion oder ei­ner Aus­flugs­gast­stät­te. Vor­aus­set­zung für das Di­plom ist ü­b­ri­gens nicht, die Stre­cke in ei­ner zu­sam­men­hän­gen­den Radreise zurück­zu­le­gen. Wich­tig ist al­lein, dass man die ge­samte Stre­cke ab­fährt und keine Etap­pen aus­lässt. "Ich habe mich im­mer auf den Weg ge­macht, wenn Wind und Wet­ter ge­passt ha­ben", be­rich­tete Schul­te. Da­bei musste er im­mer wie­der an den Ort an­sch­ließen, den er zu­letzt auf dem We­ser­rad­weg er­reicht hat­te. Teil­weise ist er von sei­ner Frau Anne mit dem Auto dort­hin ge­bracht wor­den, meist ist er per Zug ge­fah­ren. Mit tech­ni­schen De­fek­ten am Fahr­rad, wie ei­nem plat­ten Rei­fen, hat Schulte nie zu kämp­fen ge­habt. Ein­mal ist er al­ler­dings ü­bel ge­stürzt, als er sich beim Hin­un­ter­fah­ren ei­nes Dei­ches nach ei­ner Gruppe von Se­nio­ren um­ge­blickt hat­te. Da musste er am­bu­lant im Kran­ken­haus ver­sorgt wer­den, zum Glück hatte ihn der Fahr­rad­helm vor Kopf­ver­let­zun­gen ge­schützt. "­Man­che Mit­ar­bei­ter in den Tou­rist-In­fos ken­nen mich schon und freuen sich, wenn sie mich auf den Hof ra­deln se­hen", erzählte Gün­ter Schul­te. Vor ein paar Jah­ren seien er und seine Frau so­gar von der Bür­ger­be­auf­trag­ten der Stadt Bre­men zu ei­ner per­sön­li­chen Führung durch das alt­ehr­wür­dige Bre­mer Rat­haus ein­ge­la­den wor­den. 2009 musste sich Gün­ter Schulte ei­ner Krebs-Ope­ra­tion un­ter­zie­hen. "­Der Ge­danke ans Rad­fah­ren hat mir sehr ge­hol­fen, ich wollte un­be­dingt wie­der los­fah­ren. Und di­rekt nach der Reha habe ich das auch ge­tan", so Schul­te. Jetzt nach dem 33. Di­plom will er den We­ser-Rad­weg nicht noch ein­mal ab­sol­vie­ren. Seine Frau An­ne, die ihn am bes­ten kennt, glaubt ihm das al­ler­dings noch nicht so recht.

vom 22.06.2016 | Ausgabe-Nr. 25A

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