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Feuerwehr Almena rettet Amphibien in Göstrup

10.000 Liter Wasser für Kröte, Molch und Co.

Ex­ter­tal-Gös­trup (s­f). Son­ne, 30 Grad – herr­li­ches Wet­ter. Das sa­gen die einen. Die Kehrseite der Me­daille ist Tro­cken­heit, was wie­derum die an­de­ren, von de­nen hier die Rede sein soll, ü­ber­haupt nicht mö­gen. Die an­de­ren, das sind die Am­phi­bien, die in ei­nem Teich auf dem Ha­gen in Ex­ter­tal-Gös­trup le­ben. Oder sollte man lie­ber sa­gen – Ex-Teich.

»Wir ha­ben nur noch 20 Zen­ti­me­ter Was­ser­höhe an der tiefs­ten Stel­le«, stellte Hart­wig Schultz vom Nabu Ex­ter­tal in der ver­gan­ge­nen Wo­che fest, während er sor­gen­voll auf die kleine Pfüt­ze, den ehe­ma­li­gen Hof­teich blick­te. Sor­gen machte sich der Na­tur­schüt­zer um die Lar­ven von Erd­kröte, Ge­burts­hel­fer-Kröte, Teich- und Berg­molch, die er be­reits Tage zu­vor aus ei­nem fast ver­trock­ne­ten be­nach­bar­ten Tüm­pel ge­ret­tet hat­te.

Als nun auch der große Teich aus­zu­trock­nen droh­te, star­tete Schulz einen Hil­fe­ruf, zunächst an die Ge­meinde Ex­ter­tal. Aber dort gab es laut Schultz nur Was­ser­trans­port ge­gen Geld. »Das kann doch wohl nicht wahr sein«, dachte sich Schultz und er­in­nerte an Nabu-Dienst­leis­tun­gen für eine von der Ge­meinde an­ge­legte Aus­gleichs­fläche mit ei­ner Streu­obst­wiese in Hum­mer­bruch. Auch der da­nach kon­tak­tierte Feu­er­wehr-Lösch­zug Bö­sing­feld wollte nach Aus­sa­gen von Schultz nicht als un­ent­gelt­li­cher Was­ser­trans­por­teur ein­sprin­gen. »Da­bei ha­ben die einen großen Tanklösch­zug, der mit ei­ner Fahrt sehr viel Was­ser trans­por­tie­ren kann«, er­klärte der Na­tur­schüt­zer. Hilfe und zwar un­kon­ven­tio­nelle und kos­ten­lose Hilfe er­hielt er schließ­lich bei der Feu­er­wehr in Al­mena.

Be­reits einen Tag nach sei­ner An­frage rückte Al­menas Lösch­zug­füh­rer Thors­ten Bünte mit dem Tanklösch­fahr­zeug mit je­weils 1.000 Li­tern Was­ser an Bord an. Rund zehn Mal fuhr Bünte ge­mein­sam mit sei­nem Va­ter Fritz das Was­ser vom Hy­dran­ten im Büker­feld in Al­mena zum Ha­gen in Gös­trup. Bis schließ­lich gut 10.000 Li­ter Was­ser im Teich wa­ren, dau­erte es meh­rere Stun­den. Be­zah­len muss der Nabu le­dig­lich das Was­ser. Der Trans­port war kos­ten­los. Nun sind die Am­phi­bien ge­ret­tet und der erste warme Re­gen im Ju­li, bei dem die Tiere an Land ge­hen - »Frosch­re­gen« nennt ihn Schulz - kann kom­men.

vom 11.06.2008 | Ausgabe-Nr. 24A

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