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Deutlich mehr Wohnungseinbrüche in Lippe

Kreispolizeibehörde stellt die Zahlen der Kriminalitätsentwicklung des Jahres 2015 vor

Kreis Lippe (ab). Was viele Bür­ger auf­grund der zahl­rei­chen Mel­dun­gen in den Me­dien si­cher schon ge­dacht ha­ben, hat die Kreis­po­li­zei­behörde am Mon­tag bestätigt: Die Zahl der Woh­nungs­ein­brüche in Lippe ist im ver­gan­ge­nen Jahr stark ge­stie­gen. Ins­ge­samt habe man sich da­mit dem Lan­des­trend an­ge­gli­chen. Gleich­wohl lebt es sich in Lippe wei­ter­hin si­che­rer als im Rest von NRW.

"­Die er­freu­li­che Ab­wärt­s­ent­wick­lung des Jah­res 2014 konn­ten wir in 2015 nicht fort­set­zen", er­klärte Land­rat und Behör­den­lei­ter Dr. Axel Leh­mann. Ins­ge­samt wurde im ver­gan­ge­nen Jahr in Lippe 511 mal ein­ge­bro­chen, 150 Fälle mehr als im Vor­jahr (2014: 361). Das ist ein An­stieg von 41,6 Pro­zent. "Das hört sich viel an, aber wir kom­men von sehr klei­nen Zah­len", gibt Po­li­zei­di­rek­tor Bernd Sti­en­ke­meier zu be­den­ken. 2014 hatte man einen Rück­gang – ent­ge­gen dem Trend – jetzt "ha­ben wir uns an das Ni­veau an­ge­lehnt, dass wir in NRW ha­ben", so Sti­en­ke­meier wei­ter. Kon­krete Gründe für die Zu­nahme konnte die Po­li­zei nicht nen­nen. Man gehe da­von aus, dass ein Groß­teil der Straf­ta­ten von aus­wär­ti­gen rei­sen­den Grup­pen ver­übt wird. Nur 18 Pro­zent der Ta­ten wer­den auf­ge­klärt, "­gut 80 Pro­zent der Täter ken­nen wir nicht", sagt Heinz Reu­ber, Lei­ter der Di­rek­tion Kri­mi­na­lität. Da­her sei man drin­gend auf die Mit­hilfe der Be­völ­ke­rung an­ge­wie­sen, be­tonte Po­li­zei­pres­se­spre­cher Uwe Bau­er. "Wenn Men­schen et­was nicht ko­scher vor­kommt, sol­len sie sich bei der Po­li­zei mel­den und die 110 wählen", er­gänzt Land­rat Dr. Leh­mann. Das lohnt sich, wie die Zah­len zei­gen. Fast die Hälfte der Ein­brüche blieb näm­lich im Ver­such ste­cken: In 46,2 Pro­zent der Fälle schei­ter­ten die Täter an den Si­cher­heits­ein­rich­tun­gen der Ge­bäude oder wur­den von auf­merk­sa­men Nach­barn ge­stört. Die meis­ten Ein­brüche wur­den in Bad Sal­zu­flen (118) und Det­mold (114) ver­übt, da­hin­ter fol­gen Lage (44) und Lemgo (41). Man werde mit dem Thema wei­ter­hin of­fen­siv um­ge­hen, sagte Sti­en­ke­mei­er. Die Bekämp­fung der Ein­bruchs­kri­mi­na­lität habe für die Po­li­zei Prio­rität. Mehr Straf­ta­ten in Lippe Die Ge­samt­zahl der Straf­ta­ten ist deut­lich um 5,1 Pro­zent auf 15.026 ge­stie­gen; pro Tag sind das rund 41 Straf­ta­ten. Da­mit ist auch die so­ge­nannte Kri­mi­na­litäts­be­las­tung (Straf­ta­ten pro 100.000 Ein­woh­ner, auch Kri­mi­na­litäts­häu­fig­keits­zahl, KHZ, ge­nannt) um ü­ber 5 Pro­zent auf 4.354 ge­stie­gen. Gleich­wohl ist das der nied­rigste Wert in NRW. Der Lan­des­durch­schnitt liegt bei 8.603. In Lippe lebt es sich also wei­ter­hin am si­chers­ten. Das Ri­si­ko, Op­fer ei­ner Straf­tat zu wer­den ist, auf Lippe be­zo­gen, in Det­mold am höchs­ten. Hier liegt die Kri­mi­na­litäts­be­las­tung bei 6.138. Da­hin­ter folgt Bad Sal­zu­flen (KHZ von 5.335). Im Mit­tel­feld mit KHZs von 4.000 bis 5.000 lie­gen Lem­go, Lage und Horn-Bad Mein­berg; Blom­berg, Dören­trup, Lüd­ge, Au­gust­dorf und Barn­trup lie­gen lie­gen un­ter dem lip­pi­schen Durch­schnitt Schie­der-Schwa­len­berg, Kal­le­tal, Leo­polds­höhe, Ex­ter­tal, Schlan­gen und Oer­ling­hau­sen sind die si­chers­ten Kom­mu­nen in Lippe mit KHZs un­ter 3.000. Mehr als jede zweite Tat wird auf­ge­klärt, die Quote liegt bei 57,5 Pro­zent; In OWL liege man da­mit auf Platz 2 (hin­ter Höx­ter), lan­des­weit gehöre man zu den vier bes­ten Kreis­po­li­zei­behör­den. 6.683 Tat­ver­däch­tige konnte die Po­li­zei er­mit­teln, 2,35 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Er­freu­lich sei, dass der An­teil jun­ger Straf­täter un­ter 21 Jah­ren ge­sun­ken ist; er liegt bei 23,8 Pro­zent, der beste Wert seit 1996, er­klärte Reu­ber. Das ist nach sei­ner Ein­schät­zung auch ein Er­folg des "In­ten­siv­täter"-Prä­ven­ti­ons­pro­gramms, in dem Ju­gend­sach­ar­bei­ter mit ein­ge­bun­den sind. Den tra­di­tio­nell größten Bat­zen in der Sta­tis­tik bil­det die Dieb­stahl­s­kri­mi­na­lität; 41,9 Pro­zent al­ler Straf­ta­ten (2014: 41 Pro­zent) wa­ren Diebstähle(hierzu zählen auch die Woh­nungs­ein­brüche). In ab­so­lu­ten Wer­ten ist die Zahl der De­likte um 439 auf ins­ge­samt 6.302 Fälle ge­stie­gen. Die meis­ten wa­ren La­den­diebstähle (22,6 Pro­zent). Einen eben­falls er­heb­li­chen An­teil an der Ge­samt­kri­mi­na­lität ha­ben die Roh­heits- und Ge­walt­de­likte wie Raub, leichte und schwere Kör­per­ver­let­zung. Hier ver­zeich­net die Po­li­zei einen kon­ti­nu­ier­li­chen An­stieg seit den 1990er Jah­ren. Gleich­zei­tig liegt hier aber auch die Auf­klärungs­quote bei ü­ber 90 Pro­zent. Auch die Zahl der Se­xual­straf­ta­ten ist merk­lich ge­stie­gen. 371 Fälle hat die Po­li­zei im ver­gan­ge­nen Jahr be­ar­bei­tet, zu­vor wa­ren es 132. Der An­stieg er­klärt sich durch ein Sam­mel­ver­fah­ren im Be­reich der Kin­derpor­no­gra­phie, in dem al­lein 267 Ein­zel­ta­ten sta­tis­tisch er­fasst wur­den. Einen deut­li­chen Rück­gang gab es bei den "Straf­ta­ten ge­gen das Le­ben", sprich Tötungs­de­lik­te. 2015 wa­ren es neun (2014: 16), haupt­säch­lich seien es Be­zie­hungs­taten. Zu­wan­de­rung wirkt sich nicht ne­ga­tiv aus Die Si­cher­heits­lage habe sich vor dem Hin­ter­grund der Flücht­lings­si­tua­tion in Lippe nicht we­sent­lich ver­än­dert. Im ge­sam­ten Jahr 2015 wur­den von Be­woh­nern der Zen­tra­len Un­ter­brin­gungs­ein­rich­tung in Det­mold 211 Straf­ta­ten ver­übt, 71 Pro­zent da­von wa­ren La­den­diebstähle. Ü­bers Jahr ver­teilt ha­ben sich dort ü­ber 5.000 Men­schen auf­ge­hal­ten. Auf die Ge­samt­sta­tis­tik ge­rech­net wa­ren es knapp 10 La­den­diebstähle mehr pro Mo­nat, das sei sehr we­nig, wenn man es ins Ver­hält­nis zur großen Zahl der Asyl­be­wer­ber setzt, be­tonte Bernd Sti­en­ke­mei­er. Den vollstän­di­gen Jah­res­be­richt der Po­li­zei fin­det man auf "ww­w.­po­li­zei.n­r­w.­de/lip­pe".

vom 16.03.2016 | Ausgabe-Nr. 11A

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